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Zuletzt aktualisiert: 07.10.2011 um 16:59 UhrKommentare

Navi-Plage: Alle finden zum Hollywood-Symbol

Die Anrainer wehren sich gegen die Touristenströme in den Hügeln von LA. Seit der Verbreitung von GPS und Google Earth hat die Anzahl der Touristen, die sich vor den Buchstaben ablichten lassen, immens zugenommen.

Foto © APA

Das Schild hat Kultcharakter wie kaum ein zweites auf der Welt. Doch für die Anrainer entwickelt sich der riesige Hollywood-Schriftzug in der Hügellandschaft über Los Angeles zunehmend zum Ärgernis. Zwar pilgern Touristen schon lange nach Hollywood, um sich mit den gigantischen Buchstaben ablichten zu lassen. Doch seit der Verbreitung von GPS und Google Earth sind es mehr denn je.

Einheimische klagen, die Fremden hinterließen Müll und Zigarettenstummel, was auf den ausgedörrten Hügeln zur tödlichen Gefahr werden kann. Hinzu kommt das Verkehrschaos, das sie auf den engen Straßen voller Schlaglöcher verursachen.

Das unverkennbare Hollywood-Zeichen ist in Los Angeles meilenweit zu sehen. Es wurde ursprünglich als Werbetafel für Immobilien in "Hollywoodland" aufgestellt, bevor es seine letzten vier Buchstaben verlor und zum Wahrzeichen der US-Filmindustrie wurde. Viele Touristen sehen die weltbekannten Lettern nur vom Hollywood-Boulevard aus ein oder zwei Meilen Entfernung. Doch seit der Einführung der Navigationssysteme finden auch Ortsunkundige jederzeit den Weg in die Hügel.

Den Anrainer wird der Rummel langsam zu viel. In jüngster Zeit tauchen Schilder auf, die Schaulustige des Viertels verweisen. "Warnung: Touristenfreie Zone. Alle Touristen müssen das Gebiet verlassen", heißt es auf einem offensichtlich selbst gebastelten Schild nicht weit von den 13 Meter hohen Buchstaben auf dem Mount Lee am nördlichen Rand von Los Angeles. In den vergangenen Wochen sorgte der Besucherstrom sogar für Spannungen zwischen Nachbarn in dem Wege-Labyrinth um den Lake Hollywood und die Schluchten des Griffith Park. Ein Wegweiser versucht beispielsweise, die Touristen in andere Straßen umzuleiten und bietet für alternative Routen kostenlose Limonade an.

Warnschilder in verschiedenen Sprachen

Bei einer Anrainerversammlung im September platzte das Rathaus von Hollywood aus allen Nähten. "Niemand in diesem Raum ist gegen Touristen", sagte Stadtrat Tom LaBonge, während die Emotionen über den wachsenden Strom Besucherstrom hochkochten. "Aber manche Leute haben hässliche Schilder aufgestellt, die sehr beleidigend waren." Die Vorschläge des Abends umfassten Warnschilder in verschiedenen Sprachen, einen Appell an die Hersteller von Navigationssystemen, die örtlichen Karten wegzulassen, Gebühren für Reisebusse oder sogar den Bau einer Straßenbahn.

Auch die Errichtung einer Aussichtsplattform wurde in Betracht gezogen, die die Touristenströme aus den Straßen heraushalten könnte. Doch Skeptiker bezweifeln, dass sich Urlauber von einem Aussichtspunkt abhalten ließen, dem Schild so nahe zu kommen wie möglich. "Es hat unser Viertel sehr gespalten", sagt Jean Clyde Mason. "Jeder will sein eigenes Ziel durchsetzen, will diese oder jene Straße und dieses oder jenes Haus schützen."

Für die Klagen der im allgemeinen wohlhabenden Einheimischen haben die Touristen kein Verständnis. "Es ist eine Attraktion, deshalb kommen die Leute hierher. Da habe ich kein Mitleid", sagt der Australier Jason Gobus. Auch Jerry Stepien aus Polen sieht kein Problem: "Natürlich sollte es möglich sein, hierher zu kommen und das Schild zu sehen. Meiner elfjährigen Tochter war es so wichtig, diese Buchstaben zu sehen. Sie war richtig glücklich, dass wir hierher kamen." Nicht weit von der Stelle, wo die Familie ihr Auto abgestellt hat, prangt in riesigen Kreidebuchstaben auf der Straße der Schriftzug "Tourists go away".


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