Getrennte Vaporetti-Zugänge in Venedig

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Venedig führt getrennte Vaporetti-Zugänge für Einheimische und Touristen ein. Ab sofort werden jeden Tag von 16.00 bis 20.30 Uhr bis Ende der Sommersaison Einwohner und Arbeitnehmer der Lagunenstadt von einem anderen Zustieg in die als öffentliche Verkehrsmittel dienenden Vaporetti-Schiffe steigen können, der getrennt von jenem für Touristen ist.
"Wegen des Massenandrangs von Touristen in dieser Jahreszeit haben wir Maßnahmen ergreifen müssen, um die Venezianer zu bevorzugen", kommentierte das für Tourismusfragen zuständige Ausschussratsmitglied der Gemeinde Venedig, Roberto Panciera. Venedig ist die Stadt mit der weltweit höchsten Rate an Touristen, gemessen an der Einwohnerzahl.
Die Stadtverwaltung wollte konkrete Maßnahmen wegen der Flucht der Bewohner aus der Lagunenstadt setzen, die immer häufiger Venedig verlassen, um auf das Festland zu ziehen. 1966 zählte Venedig noch 121.000 Einwohner, heute hat sich diese Zahl auf 60.000 halbiert. 3.000 Bewohner der Stadt sind Ausländer. Jährlich verlassen 2.500 Einwohner Venedig.
Der Grund sind teure Wohnungen, die wegen des Wassers hohe Instandhaltungskosten verursachen. Wegen der starken Nachfrage seitens der Ausländer kosten Wohnungen in Venedig bis zu 8.000 Euro pro Quadratmeter. "Sollte dieser Trend anhalten, wird es in Venedig keine Bewohner, nur noch Touristen geben", meinen Experten. Die Stadtbehörden warnen auch vor der Gefahr, dass Venedig bald zu einem Disneyland für Touristen ohne Einwohner werden könnte. Venedig wird jährlich von 18 Millionen Touristen besucht.










