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Zuletzt aktualisiert: 24.06.2011 um 08:52 UhrKommentare

Burj al Arab: 1000 für 1 Nacht

Neun Stunden im Burj al Arab, Dubais teuerstem Hotel. - Notizen aus der finanziellen Froschperspektive.

Residieren im Burj al Arab

Foto © www.jumeirah.comResidieren im Burj al Arab

Na ja, ganz so wichtig wie real zahlende Gäste sind wir nicht. Und so bringt uns ein Mercedes-Bus vom Airport ins Hotel, vor dem um diese Stunde zwei cremefarbene Rolls-Royce-Limos schlafen, die eigentlichen Transferautos.

Fotoserie: Königlich übernachten im "Burj al Arab"

Die Stunde schlägt Mitternacht und wir sind ein Grüpplein Journalisten auf Stopover in Dubai. Zumal gerade nicht ausgebucht, lud das Burj-al-Arab-Hotel huldvoll auf eine Nacht ein. Da wir in neun Stunden wieder auf der Piste sein müssen, bleibt wenig Zeit zum Staunen. Stippvisiten in der Welt der Superreichen sollte man aus der Froschperspektive und mit offenem Mund angehen. Das verhindert potenziellen Ekel.

Darf ich rauchen? Kein Problem sagt mein Butler Fidel, verschwindet, kehrt mit fünf kristallenen Aschenbechern wieder, die er strategisch in den Räumen verteilt. Er stehe die ganze Nacht über zur persönlichen Verfügung, versichert Fidel.

Kulthotel

Dabei bewohne ich bloß eine One-Bedroom-Suite, die Kammer für Habenichtse auf höchstem Niveau. 170 Quadratmeter erstrecken sich auf zwei Etagen, selbst das Gäste-WC in der unteren hat vergoldete Armaturen. Auf der Treppe nach oben spendet ein 32-flammiger Lüster Licht.

Als Anhänger edelschlichter Innenarchitektur hält sich der ästhetischer Kitzel in Grenzen: brokatener Pomp und Polstergebirge überall. Von anderem Schlag ist da das Bad: eleganter Steinbau, Jacuzzi, Duschkabine von der Größe "bring your family", als Not-Duftwasser steht gratis ein Riesenflakon Terre d' Hermés bereit, Ladenpreis ca. 75 Euro.

Überall finden sich Früchte und orientalische Leckereien. Doch damit hat es sich auch mit Gratis-Wohltaten. Ein Blick in die Zimmerkarte bringt den kurzfristig betörten Kleinbürger zurück in die raue Welt der Milliardäre.

Persönlicher Menüvorschlag für einen nächtliche Snack im Burj al Arab, gerechnet in Euro: Orangensaft 15, Clubsandwich 35, Wagyu-Steak 120, begleitet von einer Flasche Roederer Cristal um 600. Macht 770 Euro. Vielleicht möchte man mit einem Digestif abschließen: Remy Martin Louis XIII empfiehlt sich um 360 Euro pro Glas.

Ein bisschen was geht noch. Rund 2000 Euro hätte mein Zimmer gekostet, tausend pro Person, wenn ich zu zweit gewesen wäre. Doch statt zum Kassier werden wir in die Royal Suite geleitet. Sie liegt hoch oben, ihre 700(!) Quadratmeter haben Serailqualität. Kosten: Rund 17.000 Euro pro Nacht, gedacht für vier Erwachsene, zwei Kinder. - Man will ja kein Massenlager sein.

FRIDO HÜTTER

Burj al Arab

Eröffnet 1999 auf einer künstlichen Insel in Dubai.
Architekt: Tom Wright.
Höhe: 321 Meter, 60 Etagen.
Bauherr: der Emir von Dubai.
Kosten: ca. 1,5 Mrd. US-Dollar.
Suiten: 202 für max. 900 Gäste.
Personalstand: rund 1500.

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