Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 23. Oktober 2014 05:11 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Home » Reise
     
    "Zerst die Kuh, nochand du!" Relax Guide streut den Steirern reichlich Lilien Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Reise Nächster Artikel "Zerst die Kuh, nochand du!" Relax Guide streut den Steirern reichlich Lilien
    Zuletzt aktualisiert: 23.12.2010 um 17:16 UhrKommentare

    Am Polarkreis: Auf Hurtigrutenfahrt

    Im Winter zum Polarkreis? Wer macht denn so was? Ich zum Beispiel, ganz bald wieder. Ich hab' da nämlich mit den Wikingern und ihren Mythen noch eine Rechnung offen.

    Hurtigruten

    Foto © www.flickr.comHurtigruten

    Wenn nur die Wolken nicht wären. Dahinter nämlich, ganz weit oben, könnte man jetzt bestimmt die Walküren reiten sehen, und wie sich das Mondlicht in ihren schimmernden Rüstungen bricht.

    Das jedenfalls sahen die Wikinger, wenn am Winterhimmel die Nordlichter tanzten, und glaubt man den Erzählungen derer, die es schon erlebt haben, fühlt man sich heute noch fast wie vom Göttlichen gestreift, wenn man so eine polare Nacht einmal in Grün, Rot, Violett ausgeleuchtet erlebt. Heute aber machen sich über uns diese verflixten Wolken breit, und die Nacht ist undurchdringlich, und tief unter unseren Füßen rauscht das tintenschwarze Meer.

    Na gut. Vielleicht morgen. Wenn die Nächte lang sind, haben die Jäger des Lichts Hochsaison, sagen die, die sich auskennen. Und wenn wir uns ehrlich sind: Was die Tage zu bieten haben, ist auch nicht ganz so übel. Frühmorgens wird der Polarkreis überquert, ein paar Stunden später leckt die Sonne genießerisch die Bergspitzen ab.

    Bildersatte Tage

    Viel höher klettert sie an diesem Tag nicht mehr, was ihr bestimmt höchste Dankbarkeit der versammelten Hobbyfotografenschaft sichert: Das werden bildersatte Dia-Abende! So effektreich in Szene gesetzt erlebt man Landschaft nicht oft. Auch wenn die Gegend ziemlich deutlich zeigt, dass sie es ganz und gar nicht nötig findet, der Menschheit freundlich zu kommen: Winzig drücken sich da und dort blutrote Häuschen in die Buchten, und über ihnen türmt sich's zackig, schroff und eisgepanzert. Sich auszumalen, wie sich die Leute hier tagtäglich auf das Postschiff freuen, fällt nicht schwer.

    Seit mehr als 115 Jahren sind die Hurtigruten-Schiffe in der Gegend unterwegs, sie sind zugleich Post- und Passagierdampfer, Frachter sowieso, ohne Unterlass verkehren elf Schiffe zwischen Bergen im Süden und Kirkenes an der russischen Grenze, täglich werden 34 Häfen angelaufen, und seit sich herumgesprochen hat, dass man auf der 2700-Kilometer-Strecke die vielleicht schönste Seereise der Welt unternehmen kann, ist der norwegische Postweg eine internationale Touristenattraktion. Sogar jetzt, im Winter.

    Dylan auf dem Turm

    Da spaziert der beglückte Reisende zum Beispiel wie auf Daunen durch den frischen Schnee von Trondheim, staunt die bunten Fassaden im Ausgehviertel Bakklandet an und versucht dem Erzengel Michael auf dem linken Turm der Nidaros-Kathedrale ins Gesicht zu blicken: Der sieht wie Bob Dylan aus, echt wahr, versichert treuherzig die Fremdenführerin. Auf der MS Nordlys oder einem ihrer Schwesterschiffe staunt man Landschaft, Seeadler und mit etwas Glück Wale an, lässt sich bei der "Polartaufe" Eiswürfel in den Kragen leeren, besucht die Sauna oder revidiert nach einem Vortrag des bemerkenswert humorbegabten Polarexperten Arne Kertelhein seine Meinung über den norwegischen Nationalhelden Roald Amundsen (den Lümmel).

    In Tromsø kauft man frische Krabben am Kiosk und ist danach für Tiefkühl-Seafood verloren, und im Polarmuseum begegnet man dem Nachlass des legendären Pelztierjägers Henry Rudi, der in 40 ereignisreichen Polarwintern 713 Eisbären erschoss.

    Oder man rast, dick eingepackt wie in 713 Bärenfelle, von Bodø aus im Hochleistungsschlauchboot zum Saltstraumen, dem stärksten Gezeitenstrom der Welt, sieht dort über 450 Millionen Jahre altem und entsprechend faltigem Fels die Seeadler kreisen und schaut den Eiderenten und Papageientauchern beim Schwimmen zu. So kommt die nächste Nacht. Und mit ihr das Nordlicht, ganz bestimmt.

    UTE BAUMHACKL

    Wissenswert

    1893 hat Hurtigruten den Postschiffverkehr an Norwegens Küste aufgenommen.

    Heute verkehren zw. Bergen und Kirkenes 11 Schiffe. 34 Häfen werden täglich angelaufen.

    Hin- & Rückreise: 12 Tage.

    Tourismus spielt für Hurtigruten heute eine tragende Rolle, per Expeditionsschiff MS Fram geht's bis Arktis und Antarktis.

    Reise-Info

    12 Tage dauert die klassische Hurtigrutenfahrt Bergen-Kirkenes und retour. Auch zu haben: die einfache Strecke, Zweitagestouren.

    Demnächst gibt's die 12-tägige Spezialreise "Polarkreis & Eismeer" (26. März bis 6. April 2011). Dabei geht es bis Kiruna, Rovaniemi und ins Eishotel in Jukkasjärvi. Buchbar ab ca. 2700 Euro.

    Hurtigruten-Reisen: ab ca. 1700 Euro (6 Nächte, Mai 2011) bei Ruefa, ab ca. 1800 Euro (12 Nächte, März 2011) bei Hofer-Reisen zu haben, Preis jeweils p. P. im DZ.

    Mehr Reise

    Mehr aus dem Web

      Reiseangebote

      Angebote suchen:

       


      Reise-Newsletter

      Länder, Städte, Inselträume: Infos fürs Fernweh per E-Mail!

       

      Leserreisen

      zur Leserreise


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!