Flucht in die Karibik
Wenn es bei uns kalt wird, lockt die Karibik mit tropischem Flair, köstlichen Speisen und Naturparadiesen.

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Claudia rollt verzweifelt ihre dunklen Kulleraugen. Diese Europäer haben einfach keine Disziplin, murmelt sie. Claudia ist unsere Reiseleiterin auf Jamaika. Sie holt die kleine Gruppe österreichischer Journalisten am Flughafen in Kingston ab. Nicht nur, dass unser Flug eine Stunde Verspätung hat, jetzt muss eine aus der Gruppe schnell aufs Klo, einer sitzt bereits durstig an der Bar, zwei sind im Zoll hängen geblieben - und unser Bus wartet. Flohzirkus nichts dagegen.
Wo bleibt Bob Marley?
"Je später es wird, desto schrecklicher wird der Verkehr", mahnt Claudia zur Eile. Doch halt, steht nicht im Reiseprogramm, dass wir uns das Bob-Marley-Museum anschauen? Ja schon, aber die Verspätung, meint Claudia. Nichts da, sagen wir einstimmig, Bob Marley gehört zu Jamaika wie der Rum und die Piraten.
Also fahren wir wieder zurück. Brütende Hitze, dichter Verkehr. Nach einer Stunde kommen wir an - das Museum hat jetzt schon geschlossen und wir stehen im Garten des legendären Musikers herum. Aber es war den Versuch wert. "Diese Europäer", seufzt Claudia tief, und mit Verspätung fahren wir quer durch die Insel nach Norden. Unser Ziel heißt Ocho Rios, wo wir im feudalen "Sandals" Hotel mit herrlichem Blick aufs Meer residieren.
Am nächsten Tag geht's zum Dunns River, der sich 200 Meter in vielen Kaskaden schäumend ins Meer stürzt. Die Attraktion dieser Wasserfälle ist, dass man sie mit rutschfesten Badeschuhen vom Meer aus erklettern kann. Empfehlenswert ist allerdings Badebekleidung, denn waschelnass wird man auf alle Fälle, wie der Selbstversuch zeigt.
In Jamaika lebt das Klischee wirklich: endlose Strände mit weißem Korallensand und Palmen, die sich sanft im Wind wiegen. "Hier ist es einfach herrlich", bestätigt Josef Forstmayer aus Linz, der hier seit Jahren Hotelmanager ist. "Die Insel ist perfekt, nie zu kalt, nie zu heiß und auch nie zu feucht."
Als Kontrastprogramm zu unserm Luxushotel fahren wir spätabends in die Stadt und bummeln über den Marktplatz, der nachts zu einer einzigen Kneipe wird. Überall dampft und brodelt es aus alten Blechtonnen, die zu Öfen umfunktioniert werden und in denen die Nationalspeise Jerkfood gegart wird. Aber heikel darf man nicht sein, wenn man an den Fenstern der Holzhütten lehnt und im Gedränge sein Bier trinkt.
Doch uns lockt der Westen der Insel, vorbei an der schönen Montego Bay geht es nach Negril mit seinem endlosen Strand. Hier ist Jamaikas Paradies zum Tauchen, Schnorcheln und Segeln.
Am westlichsten Punkt liegt Rick's Cafe, der Platz mit dem schönsten Sonnenuntergang, erklärt Claudia. Aber leider warten auch Hunderte Amis, dass gleich die Sonne untergeht. Wir wollen nichts wie weg. Ganz nah finden wir ein kleines Lokal mit Holzterrasse am Meer, ganz ohne Touristen (von uns abgesehen) - und mit demselben schönen Sonnenuntergang. Hier wollen wir bleiben. Claudia verdreht die Augen. "Hier ist es schmutzig. Diese Europäer wollen immer was anderes, die amerikanischen Touristen sind so angenehm folgsam."
Will man noch mehr Natur genießen, empfehlen sich ganz speziell Trinidad und Tobago, die südlichsten Inseln der Karibik.
Vor allem Tobago ist ein Paradies für Individualreisende. Mit Jeeps fahren wir auf alten Plantagenwegen durch dichte Regenwälder und über steile Berge ins einsame Landesinnere, wo wir Kaimane und seltene Vögel beobachten und zu wilden Wasserfällen wandern. Den Bilderbuchstrand der Karibik schlechthin finden wir am Pigeon Point im Südwesten der kleinen Insel - fast zwei Kilometer Strand sind von Puderzuckersand bedeckt.
Der Fluch der Karibik
Aber auch Trinidad, die größere Schwesterninsel, bietet herrliche Strände - und das Nachtleben in der Hauptstadt Port of Spain. Hier wird der wahre Fluch der Karibik in Form von weißem Rum ausgeschenkt, dass es jedem Piraten die Schuhe auszieht. Calypso liegt in der Luft, die relaxte Lebensart der freundlichen Einheimischen ist ansteckend. Und das türkise Meer ist herrlich warm, auch wenn bei uns tiefer Winter herrscht. "Diese Europäer", würde Claudia seufzen, "unser Klima mögen sie also doch."
Features
Angebote
Tobago: Blue Haven. Fünf-Sterne-Hotel in Bacolet Bay, sieben Nächte im DZ/Superior mit Frühstück pro Person inkl. Flug mit Condor ab/bis Graz ab 1686 Euro.
Jamaika: Breezes Runaway Bay. Vier-Sterne-Hotel, sieben Nächte im DZ/Deluxe all inclusive pro Person inkl. Flug mit Condor ab/bis Graz ab 1618 Euro.
Half Moon. Fünf-Sterne-Hotel in Montego Bay, sieben Nächte im DZ/Superior mit Frühstück pro Person inkl. Flug ab/bis Graz ab 1926 Euro.
Weitere Angebote mit Condor- Flügen, Informationen und Buchungen unter www.dertour.at
Links
Tobago
Als Daniel Defoe 1719 seinen weltberühmten Roman "Ro-binson Crusoe" schrieb, suchte er lange nach der idealen Insel, auf der sein Schiffbrüchiger stranden sollte - und fand sie in Tobago, dessen Name sich von "Tabak" ableitet. Die Insel liegt übrigens außerhalb des Hurrikan-Gürtels.
Trinidad
"Steelpans" (Eisenpfannen) sind das Symbol karibischer Musik und wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auf Trinidad erfunden. Sie werden aus Ölfässern gebaut und sind auch sozial wichtig, da straffällige Jugendliche zu sechs Monaten "Steelband" verurteilt werden - zur Resozialisierung.














