Prekmurje: Das fast unentdeckte Genussparadies
Naturbelassen, romantisch und authentisch: In der slowenischen Prekmurje finden Sie herzhafte Oma-Küche, bildschöne Landschaften, tolle Thermen - und noch wenige Touristen.

Foto © www.flickr.comPtuj
Weinberge, alte Mühlen, einsame Bauernhöfe, geheimnisvolle Schlösser und Storchennester auf Kaminen - die Prekmurje ist ein Bilderbuchnaturjuwel. Straßenschilder warnen vor kreuzenden Gänsen, Kröten, Hirschen, ja sogar Fischottern, am Straßenrand spazieren Hühner, Katzen, hoch oben kreisen Falken. Und mitten in diesem Idyll blühen Genussoasen mit dem Charme früherer Zeiten.
"Ich bin gerne aus Ljubljana zurückgekommen", sagt Aleksander Varga, Marketing-Mann im Hotel Storch. "In der Prekmurje gibt es weniger Stress, die Menschen sind offener und die Landschaft ist wunderbar." Unberührt von Touristenhochburgen sind auch die Preise. Hauptspeisen gibt es ab sieben Euro, regionale Spezialitäten ab fünf Euro. Schnell ein Crashkurs für Prekmurje-Novizen. Kübelfleisch (Tunka) ist in Schmalz eingelagertes Geselchtes, typisch ist auch die Prekmurska Gibanica, süßer Schichtstrudel mit Topfen, Apfel, Mohn und Nuss. Bograc wird wie Gulasch gekocht, aber mit drei Fleischsorten (Schwein, Rind, Wild) und Kartoffeln. Eine besondere Spezialität sind Strudel (Retapi), die mit Kürbis, Topfen, Mohn, Weintrauben, Rüben, Kraut und anderem gefüllt werden. Beliebt sind auch Schweinedarm (Baba) und Magen (Ded) mit Füllung, Grammeln (Ocvirki) oder Schmalz (Zabeu). Die Krone tragen Buchweizenspezialitäten (Ajdova) und Schinken auf Prekmurjer Art, Prekmurska Sunka.
Der König des Schinkens ist wohl Janez Kodila in Murska Sobota. Sein luftgetrockneter Prsut, Kübelfleisch und die sieben Pasteten sind ein Gedicht. "Unsere Produkte haben keine einzige E-Nummer", erklärt er. Die Schinken werden mit Meersalz aus Piran gewürzt, über Buchenholz kalt geräuchert und reifen sechs Monate. Mittlerweile exportiert er auch ins Ausland. Ein länderübergreifender Gedanke, den auch Herman Kisilak verfolgt. In Serdica erzeugt er feinen Honig, nur ein paar Kilometer vom steirischen St. Anna entfernt. "Wir leben in diesem fantastischen Naturjuwel, dem Goricko-Dreiländerpark."
Kulinarische Geheimtipps
Bograc schmeckt in der Bierstube der Gostilna Zvezda in Murska Sobota besonders herzhaft. Das dazugehörige Hotel im Biedermeierstil hat historische Bedeutung. "1919 wurde hier die Republik Murska Sobota ausgerufen", sagt Hoteldirektorin Sabina Gregorincic. Das Reich hielt sich nur ganze sechs Tage. Wiedereröffnet hat die Gostilna Toncek in Beltinci. Modern gestylt, die Gerichte sind traditionell, aber mit leichter Hand ins Heute übersetzt. Auch die Gostilna Lovenjak zelebriert Prekmurje-Spezialitäten. Buchweizenmilchsuppe, Forelle mit Kernöl oder Gibanica.
Ein Geheimtipp ist Marija "Muca" Kiraly. Die vielfach preisgekrönte Muca, das Kätzchen, kocht nahe Lendava in einem Bauernhaus nach alten Rezepten. Schätze, die dank Frau Kiraly nicht verloren gehen. "Die meisten Zutaten kommen aus meinem Garten." Dazu passen die Weine, die ihr Mann Ludvik serviert.
Eine Weinexkursion ist auch das Gut Marof wert. Ein stilvoller Keller, vom österreichischen Spitzenwinzer Erich Krutzler betreut. Urop Valcl, Önologe vor Ort, meint: "Vordergründige Primäraromen interessieren uns nicht, in unseren Weinen soll man den Boden schmecken." Eine Philosophie, die auch der international renommierte Decanter mit zahlreichen Auszeichnungen honoriert hat. Im Keller Radonske Gorice in Gornja Radgona genießen wir die belebenden Perlen des goldenen Sekts und staunen über den Bach, der aus der Rückwand des stimmungsvollen Weinkellers fließt.
WERNER RINGHOFER
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Bild vergrößernNicht nur Gaumengenüsse locken in die Prekmurje. Herrlich entspannen kann man in den Thermen Moravske Toplice, Radenci oder PtujFoto © www.sava-hotels-resorts.com










