Kein Clooney, aber jede Menge Flair am Comer See
Am Comer See vereinen sich Kunst, Kultur und landschaftliche Schönheit harmonisch.

Foto © Fotalia / Andi PuAm Comer See
Haben Sie George Clooney gesehen?" Das ist die erste und offensichtlich brennendste Frage, sobald jemand erfährt, dass man am Comer See gewesen ist, wo Clooney eine Villa sein Eigen nennt. Und ehrlich gesagt, man ertappt sich auch selbst dabei, ständig nach dem smarten Sonnyboy Ausschau zu halten. In den engen und steilen Gassen von Bellagio beispielsweise, die echtes italienisches Lebensgefühl versprühen. Italianita pur. Und das, obwohl das Dörfchen seit Jahrhunderten Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist. Aber diese haben dem Charme der "Perle des Comer Sees" nichts anhaben können. Lage, Architektur und üppige Flora sind für diesen Beinamen verantwortlich. Bausünden findet man keine. Hier ist alles wie aus einem Guss, ein geschlossenes Ganzes - einfach zum Wohlfühlen.
Wie auch im Café Rossi, wo man von Giovanni und Christina Grandi verwöhnt wird. "Sie kommen aus Österreich? Che bella. Auch Kaiserin Sisi hat auf ihrer Hochzeitsreise 1851 hier haltgemacht hat und ist immer wieder gekommen", berichtet Signore Grandi. Der Patrone versteht es, erfrischend über Historisches zu erzählen. Mit Leidenschaft und in geschliffenem Deutsch. Da klappt man jeden Reiseführer gerne zu.
Hier ist der Gast ebenso König, wie im Grand Hotel Villa Serbelloni. Dem Fünf-Sterne-De-Luxe-Haus direkt am Ufer des Comer Sees, das 1872 eröffnet wurde. Heute paaren sich hier Komfort mit Geschichte, Kultur, Kunst und landschaftlicher Schönheit. Kein Zimmer gleicht dem anderen. Alle sind sie Unikate.
Könige, Scheichs, Präsidenten, wie Franklin D. Roosevelt oder John F. Kennedy, waren ebenso zu Gast wie das "Who is Who" der Filmwelt: O. W. Fischer, Maria Schell, Clark Gable oder Robert Mitchum. Romy Schneider und Philippe Noiret drehten hier "Eine Frau am Fenster".
Diskretion ist Pflicht
Über Promis von heute schweigt man dezent. Da hilft auch kein listiges Augenzwinkern bei der Frage: "Und was ist mit George Clooney?" Diskretion ist oberstes Gebot. In der New York Times hieß es treffend: "Eines der besten Hotels für einen Aufenthalt, wenn sie es sich leisten können."
In vielen Hotels und Pensionen, die sich in kleinen Orten ans Ufer schmiegen, ist ein Aufenthalt jedoch durchaus erschwinglich. Ebenso wie Restaurantbesuche, wo man vorzüglichen Fisch aus dem Comer See genießen kann. Felchen mit Polenta, einst ein Arme-Leute-Essen, lassen den Gaumen jubilieren. Ein leichter Genuss nach entspannenden Spaziergängen in den großzügig angelegten Gartenanlagen rund um die Villen Carlotta in Tremezzo, Monastero in Varenna oder Melzi in Bellagio. Die Villa Balbianello ist auch zu Filmehren gekommen. Wurden hier doch "Casino Royale" und auch "Ocean's Eleven" gedreht.
Beschaulich genießen
Diese architektonischen Meisterwerke aus längst vergangenen Zeiten sind auch vom See aus gut auszumachen. Wie hier überhaupt Boote und Schiffe das optimale Verkehrsmittel sind, um von einem Ufer zum anderen zu gelangen.
Beschaulich kann man auf dem Seewege die beeindruckende Landschaft inhalieren. Wenn da nur nicht der stetige Zwang wäre, alles fotografisch festhalten zu wollen. Ein Motiv jagt das nächste. Einfach schön. Auch ohne George.
Features
Fotoserie
Comer See
Der Comer See liegt an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Er ist 46 Kilometer lang und hat eine Tiefe von bis zu 410 Metern.
Anreise mit dem Auto oder einem Direktflug mit Fly Niki von Wien nach Mailand möglich.












