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    Zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 um 16:07 UhrKommentare

    Siziliens fauchende Schwestern

    Vulkanischen Ursprungs sind sie alle, die sieben Liparischen Inseln nördlich von Sizilien. Doch jede hat ihren eigenen Charakter.

    Lipari

    Foto © Fotalia / Jennifer SchmittLipari

    Für Luigi ist die Sache ganz einfach: "Entweder man liebt sie, weil nichts los ist. Oder man mag sie nicht, weil nichts los ist." Er jedenfalls hat sich gleich in Vulcano verliebt. Der Schwarzwälder kam 1986 erstmals auf die kleine Insel nördlich von Sizilien und nach zehn Mal Urlaub stand fest: "Hier will ich für immer leben." Jetzt vermietet er Fahrräder, Scooter und Minicars, mit denen Touristen schneller hinauf auf die bewaldeten Hügel und mondlandschaftsähnlichen Krater kommen. Den umwerfenden Geruch von Schwefel, der vom aktiven Vulkan mit weißer Dampffahne herweht, nimmt Luigi im Hafenbereich kaum noch wahr. Erdstöße, die es hin und wieder gibt, verunsichern ihn nicht. "Das ist im vulkanischen Gebiet normal." Vulcano, die wilde der sieben Äolischen bzw. Liparischen Inseln, wie sie ebenso heißen, ist auch die heilsame. Im Meer blubbern heiße Quellen hoch, am Strand kann man die Dämpfe aus den Erdlöchern vorsichtig inhalieren oder sich in Fango einpacken.

    "Richtig" Shoppen und Flanieren in Lipari

    Und wenn man genug hat vom "nichts los", kann man ja in zehn Bootsminuten nach Lipari fahren. Sie ist die Lebendige, bietet als einzige und größte der sieben Inseln mit Lipari eine Stadt und so die Möglichkeit zum "richtig" Shoppen und Flanieren. Individualtouristen, die das Wandern durch betörend duftende Macchia bevorzugen, wählen lieber die anderen Inseln und damit mehr Ruhe.

    Bill Gates hingegen mag Lipari. Wenn er mit Freunden im Hafen anlegt, dann gebe es, so erzählt Filippino stolz, in seinem gleichnamigen Restaurant oben gleich neben der Burg "geschlossene Gesellschaft".

    Geheimtipps

    Unter den Reichen gelten die Liparischen Inseln - vor allem das kleine Panarea - als Geheimtipp. Weil es hier keinen Massentourismus gibt. Zum Glück sind die Inseln für Flughäfen zu klein, landen muss man auf Sizilien und mit der Fähre binnen weniger Stunden anreisen. Fixpunkt in Lipari sollte das äolische archäologische Museum sein. Es erzählt die Geschichte der Inseln seit der ersten Besiedlung vor 6000 Jahren.

    Schwierig wird es, in Filicudi und Alicudi Zimmer zu finden. Auf diesen kaum bewohnten Eilanden sind die Unterkunftsmöglichkeiten äußerst rar.

    Die Perle unter den sieben Inseln, die von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannt wurden, ist Salina. Die Krater hier sind erloschen. Diese Insel ist die üppige, fruchtbare. Zitronen, Orangen, Oliven, Rosmarin, Salbei und viel Blühendes vereinen sich zu einem unvergleichlichen Duftpotpourri, das zum Doping für die wird, die hier wandern oder einfach nur relaxen: von der Hängematte aus der Blick aufs Meer. Kein Ton stört die Ruhe, in der Ferne die anderen Inseln. Ganz nahe die Weinberge.

    Der Malvasia-Dessertwein zählt neben Kapern zum beliebten Mitbringsel von Salina. Kein Garten, in dem die üppigen Kapernsträucher mit den bizarren rosa Blüten fehlen. In Salz eingelegt sind sie wegen ihrer hohen Qualität ein Exportschlager. "Wir verwenden sie fast zu allen Speisen", schwärmt die Deutsche Barbara Focke. Seit Jahren lebt sie auf Salina, freut sich über die Schwerpunkte wie Slow Food, Ökotourismus und Film. Als Inselguide (www.lamar-reisende.de) und Filmexpertin ist sie hier richtig. Roberto Rosselinis "Stromboli" mit Ingrid Bergman wurde auf der Nachbarinsel gedreht. Mit der Filmcrew kam 1949 der erste Esel und in der Folge kamen die Touristen. Warum die Zimmer nicht auch an andere als Schauspieler vermieten? Heute haben die Hotels - riesige Klötze sind die Ausnahme - meist von Ostern bis Ende Oktober offen. Auch Michelangelo Antonioni hat hier gedreht, die Traviani-Brüder Paolo und Vittorio ebenso. Das Salina-Filmfestival im September zieht Kenner an.

    Respektabstand

    Und dann wäre da noch Stromboli. Die Fauchende. Der gleichnamige aktive Vulkan ist ein Touristenmagnet. Gemeinsam mit Führern (Einzelkämpfer zahlen Strafe) kann man abends 924 Meter bis an den Kraterrand aufsteigen und im Respektabstand das Naturschauspiel beobachten, Feuer und Asche in regelmäßigen Abständen aufblitzen sehen. Bequemere mieten sich einen Platz auf einem Schiff. Live dabei sind sie allemal. Außer Regenwolken vermasseln den Blick. Dann muss man eben wiederkommen. Soll einem Schlimmeres passieren...

    ANDREA BERGMANN

    Wissenswert

    Lauda Air fliegt bis 30. Oktober samstags von Wien nach Catania (Sizilien). Von Milazzo aus erreicht man per Fähre die Inseln.

    Eintauchen

    Auf der Insel Vulcano (beim Osthafen) sind jene richtig, die mit den aus dem Meer gurgelnden Schwefelquellen bzw. dem reichhaltigen Fango Haut- und Gelenksleiden lindern wollen. Doch aufgepasst: Der strenge Geruch haftet stark an Haut und Badekleidung fest.

    Übernachten

    Heißer Tipp auf Salina ist das authentische Hotel "Signum" mit extravagantem Spa. Atemberaubenden Meeresblick bietet das "Prinzipe di Salina". Auf Lipari ist das "Bougainville" ein Ort der Ruhe nahe des Stadtkerns. Empfehlenswert auch das "Tritone".

    Erfrischende Früchte

    Erdbeeren, Melonen, Zitronen. Was die Inseln bieten, wird zur erfrischenden sorbetähnlichen Granita verarbeitet. Als König der Granita gilt Alfredo in seiner gleichnamigen Bar in Lingua auf Salina. Unbedingt kosten: sein "Pane cunzato" - geröstetes Brot, reich belegt.

    Mitnehmen

    Die großen Ton-Amphoren im Archä-ologischen Museum auf Lipari können nicht mitgenommen werden, ein Museumsbesuch sollte aber fix sein. Ute Koch-Bianchi ist hier eine exzellente Führerin. Als Mitbringsel von den Inseln eignen sich Kapern, Bimsstein und Wein.

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