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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 um 10:28 UhrKommentare

Großglockner Hochalpenstraße wird 75

Foto © APA

Eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs, die Großglockner Hochalpenstraße, feiert heuer ihr 75-jähriges Jubiläum. Knapp 900.000 Besucher pro Saison zählt die Panoramastraße, heuer wurde im Juni der 60-millionste Besucher begrüßt.

Zum Jubiläumsjahr gibt es unter anderem eine Sonderausstellung am Piffkar, eine Fünf-Euro-Münze, und morgen, Samstag, findet in der Salzburger Residenz ein feierlicher Festakt statt. Am Sonntag folgt ein Fest auf der Franz-Josefs-Höhe.

Der Weg über das Hochtor ist eine alte "Römerstraße", ein Säumerweg, der laut vorkeltischen Funden schon in der Hallstattzeit benutzt wurde und noch im 17. Jahrhundert der drittwichtigste Alpenübergang nach Brenner und Radstädter Tauern war. Die Hauptroute verlief aber nie vorrangig nach Fusch, sondern über das Seidlwinkeltal und - erst seit dem Hochmittelalter - über das Rauriser Tauernhaus nach Rauris mit seinen reichen Goldfunden. Von dort ging es in das Pongauer Salzachtal.

Die Großglockner Hochalpenstraße wurde am 3. August 1935 feierlich eröffnet. Erbauer Wallack plante, eine sich perfekt in die Landschaft einfügende Straße - und zwar für eine Zeit, von der er eigentlich noch keine Ahnung haben konnte: für den Nationalpark Hohe Tauern, durch dessen eindrucksvolles Kernstück die Straße heute führt. Der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl, ein leidenschaftlicher Automobilist, setzte sich für dieses Projekt ein.

In nur fünf Jahren Bauzeit - von 1930 bis 1935 - wurde die Großglockner Hochalpenstraße von den sogenannten "Glocknerbarbaren" in Rekordzeit fertiggestellt. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass in der damaligen Zeit nur einfache Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung standen. Die Errichtung der Großglocknerstraße forderte den Beschäftigten unvorstellbare Leistungen ab: Frostbeulen im Winter, Sonnenbrände im Sommer und Schwielen an den Händen. Zwischen 1930 und 1935 waren bis zu 4.050 sogenannte "Glocknerbaraber" beschäftigt. 80 Prozent waren Arbeitslose, die mit dem Bau der Straße neue Perspektive und Hoffnung für sich und ihre Familien bekamen.

Die Großglockner-Hochalpenstraße hat als Transitroute nur eine untergeordnete Bedeutung, sondern ist immer eine primär touristische Attraktion geblieben, und eine der großen Erlebnisstraßen Österreichs. Neben der Überquerung des Alpenhauptkammes als reizvolle Reiseroute bietet sie insbesondere mit der Gletscherstraße auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe die Zufahrt zum Großglockner.

Quelle: APA

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