Eine Tagestour in der Normandie

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Wenn Paris mal nicht ganz so reizvoll erscheint, lohnt sich eine Tagestour an der Seine flussabwärts. In die Normandie locken ein alter Meister und noch ältere Mauern - oder zumindest das, was von ihnen übrig ist.
Giverny beispielsweise ist eine Pilgerstätte für Monet-Fans. Der Künstler, der 1926 hier 86-jährig starb und im Ort auch begraben ist, verbrachte mehr als 40 Jahre in dem Dorf im Südosten der Normandie. Monets Haus mit dem großen Garten liegt an einer Straße, die längst seinen Namen trägt. Natürlich rennen erst alle Besucher zu Haus und Garten des Meisters. Zu sehen, wo Monet seine Tage und Abende verbrachte, mögen manche interessant finden - ein Höhepunkt des Besuches ist es aber nicht, die Küche mit ihren blau-weißen Kacheln zu betrachten oder Monets japanische Bildersammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die überall an den Wänden hängt.
Dann doch lieber schnell raus in den Garten mit seinem farbenfrohen Durcheinander: Sonnenblumen, Kosmeen und viele andere Blumen bestimmen das Bild. In einer Ecke gackern Hühner, und über allem liegt ein babylonisches Sprachengewirr. Der berühmte Seerosenteich ist durch eine Straße vom Garten getrennt, aber ein Tunnel bietet Besuchern einen schnellen Zugang.
Die Brücke über den Teich zu finden, die Claude Monet so oft gemalt hat, ist gar nicht so einfach: Es gibt mehrere davon, und alle sind sie mit grüner Farbe angestrichen, während das Holz auf Monets Werken mehr in Blau schimmerte. Zur Sicherheit machen manche Besucher deshalb auf jeder Brücke ein Foto von ihren Lieben, wenn diese breit lächelnd oder eben verträumt-ausdruckslos über den Teich schauen.
In diesem Sommer dürften Giverny und Monets Haus noch mehr Besuch bekommen als in anderen Jahren, denn die Normandie feiert ein großes Impressionisten-Festival. Geplant sind mehr als 200 Veranstaltungen, auch das im Jahr 2009 eröffnete Impressionisten-Museum in Giverny beteiligt sich mit einer Ausstellung, die bis zum 18. Juli läuft.
Wer auf dem Weg von der Kunstschau in Giverny zu der in Rouen an der Seine bleibt, kommt unweigerlich ins "normannische L.A." - nach Les Andelys. Über der Stadt thront die Ruine von Château Gaillard. Die Festung ist am Ende des 12. Jahrhunderts errichtet worden von Englands König Richard Löwenherz, der sich damals mit seinem französischen Gegenüber Philipp August um die Vorherrschaft in der Normandie stritt. Nur acht Jahre nach dem Baubeginn war die Sache zugunsten Frankreichs entschieden. Die Burg verlor an Bedeutung und verfiel, seit dem Jahr 1862 gilt sie als ein nationales historisches Monument.










