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Zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 um 20:18 UhrKommentare

Der Tiger treibt Millionen durchs Land

Am Wochenende begrüßen Milliarden Menschen mit dem Frühlingsfest ein chinesisches Jahr des Tigers. Es ist eine Familienfeier ganz großen Ausmaßes.

In China beginnt am 14. Februar das Jahr des Tigers

Foto © ReutersIn China beginnt am 14. Februar das Jahr des Tigers

Eigentlich beginnt auch das chinesische neue Jahr von einer Sekunde auf die andere. Gefeiert wird das aber nicht nur eine Nacht sondern ganze 40 Tage lang. So lange währt die Reisezeit rund um das Frühlingsfest, mit dem heuer - exakt am 14. Februar - ein Jahr des Tigers seinen Anfang nimmt.

Das chinesische Neujahrsfest ist ein Familienfest, das eine Reisewelle unvorstellbaren Ausmaßes in Gang setzt. Zum einen, weil es eine große Zahl an Überseechinesen gibt, die sich nicht damit begnügen, das neue Jahr in irgend einer der vielen Chinatowns der Welt zu begrüßen. Zum anderen, weil die Familien auch innerhalb des Landes mitunter über tausende Kilometer verstreut sind. Denn beispielsweise in den Küstengebieten Südchinas ist der Arbeitskräftebedarf größer als im Norden. Millionen Menschen leben daher das ganze Jahr über von ihren Familien getrennt.

210 Millionen Reisende

Nicht so zum Frühjahrsfest. Nach Schätzungen der Zeitung "China Daily" sind heuer aus diesem Anlass rund 210 Millionen Chinesen unterwegs. Wer es sich leisten kann, mit dem Flugzeug. Viele mit Zügen. Aber, um dafür Tickets zu ergattern muss so mancher auf dem Bahnhof übernachten. Die meisten Chinesen reisen mit teils überfüllten Bussen.

Eine Art Völkerwanderung löst das Frühlingsfest aus. Und rund um den eigentlichen Jahresbeginn nach dem Lunarsolarkalender, einem Bauernkalender, wird im Reich der Mitte auch heuer wieder fast die gesamte Arbeit liegen bleiben.

Gefeiert wird mit Feuerwerken - und mit traditionellen Riten, denen viel Aberglaube zu Grunde liegt. So soll das Monster Nian (übersetzt heißt es "Jahr") die Menschen einst immer am Vorabend des Neujahrsfestes bedroht haben. Angeblich hatte das menschenfressende Ungeheuer aber Angst vor Lärm - und vor der roten Farbe. Daher die Knallkörper und die vielen roten Laternen, mit denen schon jetzt das ganze Land geschmückt ist. Auch, weil rot als lebensspendende Farbe gilt.

Traditionell ist auch das Essen, das Essen zu "Chunjie": Überall gibt es Jiaoze, gefüllte Teigtaschen in Form von Geldstücken, die für Reichtum stehen.

Ein Fest für Milliarden

Gefeiert wird das Frühlingsfest übrigens nicht nur in China sondern in weiten Teilen Ostasiens, also vor allem auch in Vietnam, Taiwan, Korea, der Mongolei und einst auch in Japan. Und überall dort, wo große Teile der Bevölkerung chinesischer Abstammung sind. Also etwa in Thailand, Singapur, Malyasia, Indonesien und auf den Philippinen.

Den eigentlichen Jahresanfang begehen übrigens auch die Chinesen nicht mit dem Frühlingsfest: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gilt dort von Amts wegen der gregorianische Kalender.

Den Tiger, der am Sonntag die Welt der Chinesen erobert, dürfte das nicht stören. Er ist eines von 12 Sternkreiszeichen nach dem Mondkalender. Und er gilt als stark und mutig. Als edel und graziös. Bisweilen aber auch als unberechenbar und aggressiv.

Wer daran glaubt, erkennt auch bei den Menschen, die in diesem Zeichen geboren sind viel Leidenschaft und Impulsivität.

Und Einfühlungsvermögen.

ELISABETH PEUTZ

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