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Zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 um 13:50 UhrKommentare

Mauritius: In zwei Stunden um die Welt

Eine florale Rundreise durch den artenreichen botanischen Garten Pamplemousses auf Mauritius soll man beim Inselbesuch auf jeden Fall einplanen.

Mauritius

Foto © www.flickr.comMauritius

>Wer Mauritius hört, dem fällt automatisch die blaue Briefmarke ein, die aufgrund eines Fehldruckes zur teuersten der Welt wurde. Herrliche Strände, Sonnenschein und eine bunte Unterwasserwelt, die Schnorchler und Taucher gleichermaßen in Entzücken versetzt, sind weitere Bilder, die einem vorschweben, wenn man an die fruchtbare Insel im Indischen Ozean denkt. Da fühlt man sich dem irdischen Himmel schon sehr nahe.

Weniger bekannt ist hingegen die botanische "Arche Noah", die 1735 vom französischen Gouverneur Mahe de Labourdonnais mit der weitläufigen Anlage von Pamplemousses geschaffen wurde. Später verwandelte sie Pierre Poivre - was übersetzt soviel wie Peter Pfeffer heißt - in eine Gewürzplantage, um den Holländern das Gewürzmonopol zu versalzen.

Auf floraler Weltreise

Joseph, unser Führer, der uns mit auf eine florale Weltreise nimmt, schüttelt erstaunt den Kopf: "Was, Sie wissen nicht, was auf diesem Baum wächst? Das sind Mangos und dort drüben Litschis", wundert er sich über die Unwissenheit europäischer Touristen. Und er freut sich über unser Staunen, als er erklärt, dass die Bambuspflanze, auf die er gerade zeigt, 30 Meter in die Höhe schießen kann. Warum eine Flaschenpalme Nokia-Palme heißt: "Früher hat man sie als Buschtrommel verwendet. Jetzt wurde sie vom Mobiltelefon verdrängt", schmunzelt er. Und weshalb man eine Speise Millionärs-Salat nennt, kann er uns auch erklären: "Weil nur dieses kleine Stück, das Palmherz, verwendet wird."

Später zerreibt Joseph ein Blatt zwischen seinen Fingern und lächelt nachsichtig, weil wir uns nicht einigen können, wonach es riecht. Kein Wunder, schließlich duftet es nach vier Gewürzen, nämlich Zimt, Vanille, Pfeffer und Kardamom. Vorbei an "Elefantenfüßen" und "Krokodilsschuppen-Palmen" nähern wir uns auch echten Vierbeinern - nämlich den Riesenschildkröten, die in aller Ruhe und Gemächlichkeit ihr Futter kauen. Weniger langsam ist Joseph mit uns unterwegs: Sein Ziel ist es, uns in zwei Stunden um die Welt zu bringen, um die botanische in Pamplemousses. Überlebenstraining bekommen wir auch, als uns der Tour-Guide zeigt, von welchen Palmen versteckte Wasserreserven abgezapft werden können, und er uns geschickt von Riesenspinnen fern hält, die zwischen den exotischen Pflanzen ihre Netze ausgelegt haben.

Schneeweiß bis Rosa

Endlich nähern wir uns dem begehrtesten Fotomotiv von Pamplemousses, dem Seerosenteich mit den riesigen Blättern der Wasserlilie "Victoria regia" aus dem Amazonasgebiet. Kleine Kinder könnten darauf "Schifferl fahren", ohne im Wasser zu versinken. Und was Joseph noch verrät: "Vormittags sind die Blüten schneeweiß, am Nachmittag rosa."

Wir sehen noch Lotusblüten, Orchideen, das Schloss "Mon Plaisir", eine gut erhaltene Kolonialvilla aus dem Jahr 1777 und eine Zuckermühle, ehe sich die Reise um die Welt mit Joseph zu Ende neigt. Es lohnt sich danach noch, den Garten auf eigene Faust zu erkunden.

Im Ort kann man auch noch die älteste Kirche der Insel besichtigen. Laut dem Liebesroman "Paul und Virginie" von Bernadin de Saint-Pierre soll die junge Frau, die tragisch ums Leben kam, neben diesem Gotteshaus begraben worden sein.

Um nochmals auf den Himmel zurückzukommen: Dieser sei erst nach Mauritius und zwar nach dem Vorbild der Insel geschaffen worden: So sagen es die Einheimischen. Und Joseph schüttelt nochmals den Kopf: Nicht einmal das wissen sie, die Touristen.

ANDREA KRATZER

Wissenswert

Der Inselstaat liegt im Südwesten des Indischen Ozeans, rund 900 Kilometer östlich von Madagaskar. Mit La Reunion und Rodrigues gehört Mauritius zu den Maskarenen.
Auf 2040 Quadratkilometern leben rund 1.250.000 Einwohner. Zirka 50 Prozent der Bewohner sind Hinduisten, ein Drittel Christen.
Auf der Insel herrscht tropisches Klima, Sommer ist von November bis Mai. Hauptstadt ist Port Louis, aber auch Grand Baie im Norden lädt zum Bummeln ein. Viele Souvenirs ziert Dodo, der bereits ausgestorbene Nationalvogel.
Lohnendes Ausflugsziel im Osten ist die vorgelagerte Ile aux Cerfs, die "Hirschen-Insel", die viele Wassersportmöglichkeiten bietet. Der Transfer erfolgt mit Shuttlebooten. Ein weiteres Naturjuwel ist der Ort Chamarel mit der siebenfarbigen Erde.
Direktflüge ab Wien oder Deutschland unter anderem bei Air Mauritius.

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