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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 um 17:40 UhrKommentare

Mama, Mia, Maremma!

Nur einmal angenommen, man wäre ein Vogel mit Weinverstand. Dann wüssten wir eine Landebahn in der Toskana - genauer gesagt in der Maremma.

Die Maremma

Foto © ORF / Schlemmerreise Toskana 'Nördliche Maremma'Die Maremma

Die Cantina Rocco di Frassinello in der südlichen Maremma könnte durchaus auch als ultramodernes Feuerwehrhaus mit einem aufgesetztem Gitterrost durchgehen. Oder als überdimensionales Legohaus mit einer umgedrehten Pyramide als Lagerraum für die 2500 Barriques. Leicht vorstellbar, dass die Kellerarbeiter gelegentlich den Startarchitekten Renzo Piano ein klein wenig verfluchen. Die lokalen Weinbauern tun das auch, denn die Betreiber der noblen Anlage heißen Paolo Panarei und Baron Eric de Rothschild. Die finanziellen Schwergewichte sollen für ihr Projekt so ziemlich alle Agrarfördergelder aus Brüssel abgezogen haben.

Regionaler Weinriese. So sagt es zumindest der Präsident der knapp 150 Genossen der Cantina Vignaioli Morellino di Scansano. Der größte Wein-Produzent der Gegend hat harte Aufbauarbeit geleistet, die Abwanderung der späten 70er-Jahre gestoppt. Denn heutzutage kann ein Weinhauer schon mit einem zwei Hektar großen Weingarten überleben. Ganz im Gegensatz zur nördlichen Maremma, der Heimat der hochreputierten und teuren "Aias" (Sassicaia, Ornellaia, Lupicaia...).

Um Grosseto. Das Großkapital entdeckt die Gegend um Grosseto erst mit einiger zeitlicher Verzögerung. Was einem Wein-Entdeckergeist mit - zeitgemäßem - Sparwillen zu erfreulichen und günstigen Begegnugen verhilft: etwa mit Simone Castelli, dem Eigentümer von Podere 414. Oder auch mit dem eigenwilligen persischstämmigem Universitätsprofessor Mustafa Kokabi, der sich der naturnahen Produktion von Wein und Olivenöl verschrieben hat.

"Il Pelagone". Das Zentrum der kulinarischen Sternfahrten könnte heimischer Provenienz sein. Denn der in Linz ansässige Cordial-Ferienklub unterhält in der Nähe von Gavorrano die großzügige Golf Residence "Il Pelagone". Dort lässt es sich auf einem der wohl schönsten 18-Loch-Golfplätze Italiens abschlagen - Sauna, Spa, Tennisplätze, Schwimmbäder und Bars dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die soliden Ferienhäuser bieten dabei überraschend viel Platz und auch Stauraum. Auf die gut ausgestattete Küche könnte man allerdings locker verzichten: Denn im hauseigenen Restaurant wird auf hohem Niveau gekocht. Mit allem, was Wald, Weide und Meer so hergeben. Darunter findet man auch weiße Trüffeln von einer Duftintensität, neben der selbst die Piemonteser Kollegen verblassen könnten.

REINHOLD FOROBOSKO

Unterkunftstipp

Golf Residence "Il Pelagone", Nähe Gavoranno.

Weingüter

Rocca di Frassinello in Poggio la Guardia
Podere 414 in Maiano Lavacchio
Vigna Grande (Prof. Kokabi), Vetulonia/Castiglione della Pescaia
Cantina Vignaioli Morellino di Scansano in Scansano

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