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    Zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 um 10:48 UhrKommentare

    Kevin nicht allein in New York

    Weihnachts-Shopping in New York: Zwischen Macy's, Fifth Avenue - und Jimmy's Corner.

    Macy's im Weihnachtslook

    Foto © www.flickr.comMacy's im Weihnachtslook

    Mike, langjähriger Informant, ist vom Hauptberuf Stoiker und vom Nebenberuf Kellner in "Jimmy's Corner". Die dunkle, wunderbar grindige Kneipe ist nur eine Weihnachtsbaumlänge vom grellen, wunderbar hysterischen Times Square entfernt und gehört einem ehemaligen Box-Trainer.

    Jimmy und Ali. Jimmy und Frazier. Jimmy und Tyson. Fotos einer glorreichen Vergangenheit hängen an der Wand. Von Jänner bis November trifft man hier vor allem einheimische Schluckspechte, die wortlos an ihre Budweiserflasche klopfen. Im Dezember jedoch verirren sich eigenartige Gestalten in die Bar. Sie schleppen Einkaufstaschen, sie stöhnen, sie fluchen, sie fragen verstört nach einem erlösenden Drink. Mike kann man kein X für ein U vormachen. Auch dann nicht, wenn Xmas-Zeit ist. "New York in der Vorweihnachtszeit ist eine gute Übung in Sachen Gelassenheit", schmunzelt er stoisch. "Wenn du das überstehst, bist du auf dem richtigen Weg."

    Draußen vor der Tür. Am Broadway wird Irving Berlin's "White Christmas" gegeben, nebenan will es Liza Minelli noch einmal wissen, auf den Leuchttürmen der Wolkenkratzer zeigen indessen die Endlosbänder an, dass die Aktien weiter in den Keller rasseln. Eines von unzähligen Problemen, die jener Mann lösen soll, mit dessen Konterfei auf T-Shirts, Schals, Kaffeehäferln und Unterhosen sich die Straßenverkäufer ihr Geld verdienen. Barack Obama ist allgegenwärtig. Der Zufall will es, dass im Virgin-Megastore gerade der Soul-Song "A Change is gonna come" läuft, leider in der Warmduscher-Version von Seal. Egal.

    Weihnachten in New York, das ist Schwelgen im Klischee jenseits jeder Vernunft. Das Aufstellen der Riesentanne am Rockefeller Center wurde wieder live im TV übertragen, die Drahtengel blasen wieder in ihre Posaunen, die Eisläufer drehen wieder ihre Runden, die "Salvation Army" verkündet wieder das Heil und tscheppert mit den Sammelbüchsen, die Santa Cläuse - ein schlecht bezahlter Job, den hauptsächlich Schwarze und Latinos ausüben - heulen wieder ihr heiseres "HoHoHo".

    Luxusmeile. Auf der Fifth Avenue, die sich wie ein Goldband durch die Stadt zieht, drängeln sich die Träume - erfüllte und unerfüllte. Das hier ist Film, das hier ist Luxus, so stellt sich der kleine Maxl das große New York vor. Tiffany's, Saxs. Die meisten stehen vor den üppigen Schaufenstern, die wenigsten gehen hinein. Und, nein, Audrey Hepburn kommt jetzt auch nicht um die Ecke. Aber wir können es uns vorstellen. Das ist ein Teil des Reizes. Wenn wir uns auf das Hirngespinst New York einlassen.

    Macy's - Midtown. Dort, wo der Hexenkessel am heftigsten brodelt. Das größte Kaufhaus der Welt. Sagt die Werbung. "Irgendwelche Wünsche?", fragt die wunderhübsche Verkäuferin. Hmmm. Im Santa-Land im 6. Stock werden zumindest die Vorstellungen der Kleinen befriedigt. Der Weihnachtsmann hier ist übrigens weiß - liegt's an der besseren Bezahlung?

    "Jimmy's Corner" am Times Square ist mittlerweile überfüllt. Mike behandelt die Fremden mit den vielen Einkaufstaschen mit gelassener Milde. "Wir haben schon so viel überstanden", sagt er. "Wir werden auch diese Weihnachten überstehen." Und dann lässt er ein kleines, feines Lächeln über seine Lippen rollen. "Außerdem lieben wir diesen Kitsch ja selbst am allermeisten." Sex and the City. Xmas and the City. Was ist schöner, Mike? "Versuch es doch selbst!", grummelt der New Yorker Stoiker.

    BERND MELICHAR

    Fotoserie

    Information

    Flug: Ab rund 500 Euro. Zu empfehlen: Jet Airways von Wien über Brüssel nach JFK.
    Hotels: Midtown ist teuer. Versuchen Sie es abseits: z.B. in Brooklyn oder New Jersey.

    Shopping I

    Die klassischen Einkaufsviertel befinden sich in Midtown rund um Times Square, Herald Square und Penn Station. Es lohnt sich jedoch, auf Nebenpfaden zu wandeln. Sogar die Fifth Avenue wird billiger, sobald sie Richtung Downtown verläuft. Nach wie vor hippe und relativ günstige Einkaufsviertel sind SoHo und Tribeca. Falls Sie bei Macy's (34th Street/Broadway) zuschlagen: Den Einkauf nicht mitschleppen, sondern zusenden lassen!.

    Shopping II

    Mehr noch als in den Geschäften von New York spielt sich vor den Geschäften ab. Liebevoll und teilweise künstlerisch gestaltete Schaufenster bringen die Menschenmassen noch immer zum Staunen. Das traditionelle Spielwarengeschäft F.A.O. Schwartz in der Fifth Avenue macht nicht nur Kinderaugen groß.

    Central Park

    Der weitläufige Central Park mitten im Herzen von Manhattan ist das geeignete Rückzugsgebiet für alle Einkaufsgestressten. Tipp: Nehmen Sie sich mindestens einen Tag Zeit und erobern sie den Park von "oben" her - also von Harlem aus. Tipp II: Die Eichhörnchen lassen sich mit Bagels-Krümmeln gut anlocken.

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