Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 29. August 2014 10:05 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Home » Reise
     
    Pilotenstreik bei Germanwings legt auch Wien-Flüge still 15 Kilometer Stau vor Karawankentunnel Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Reise Nächster Artikel Pilotenstreik bei Germanwings legt auch Wien-Flüge still 15 Kilometer Stau vor Karawankentunnel
    Zuletzt aktualisiert: 29.09.2008 um 11:29 UhrKommentare

    Hinter den sieben Bergen in Siebenbürgen

    Abenteuer, Kultur und Dracula-Kitsch: Dieses Dreigespann bietet Siebenbürgen. Eine Geschichte von Begegnungen mit Schafhirten und Bären, klapprigen Pferdefuhrwerken und verbliebenen Sachsen.

    Dracukaschloss Bran

    Foto © http://www.flickr.com/photos/problog/100928032/Dracukaschloss Bran

    Jetzt sitzen wir hier schon seit einer Stunde. Mucksmäuschenstill. Sieben Reisende, mitten im Wald, in einem umgebauten Hochstand, eng aneinander gedrängt, ohne ein Wort zu sprechen. Die Augen tasten konzentriert die Ränder der Lichtung ab, die sich vor uns auftut. Wir warten. Und warten.

    Bär in freier Wildbahn. Zuerst ist es nur ein Schatten, der sich im Dickicht der Bäume abzeichnet. Aber dann steht er da. In voller Größe und nur wenige Meter entfernt von uns. Der erste Bär, in freier Wildbahn. Er marschiert zur Futterstelle, die der Förster vor über zwei Stunden gefüllt hat. Mit einem Satz räumt er die schweren Steine ab und beginnt zu fressen. Ihm werden in den nächsten 30 Minuten acht weitere Bären folgen, ein Jungspund erklimmt sogar einen Baum, um an die Nahrung zu kommen.

    Höhepunkt. Das Beobachten der Bären ist ein Höhepunkt einer Reise, die uns zehn Tage durch Transilvanien und Siebenbürgen führt, jener Gegend Rumäniens, die so viel mehr zu bieten hat als die vergebliche Suche nach Dracula.

    6.000 Bären. Die weitläufigen Wälder der Karparten durchstreifen rund 6000 Bären. Auch zahlreiche Wölfe machen hier den vielen Schafhirten, die noch den Sommer mit ihren Tieren auf der Alm verbringen, so manches Mal das Leben schwer. Beschützt von ihren Hunden, betreiben die Hirten, eingehüllt in bodenlangen, warmen Pelz, eine traditionelle Almwirtschaft und stellen in mühsamer Arbeit Schafkäse her.

    Bären wegen Größenwahn. Dass die Braunbären - um deren Überleben ansonsten in Westeuropa mit aufwändigen Spezialprogrammen gekämpft wird - hier in dieser Dichte vorkommen, ist weniger dem Umweltbewusstsein der Rumänen zu verdanken. Vielmehr war es der Größenwahn des ehemaligen kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu, der ein fanatischer Jäger war - und immer genug zu jagen haben wollte. Seit damals sind Bären und Wölfe gesetzlich streng geschützt. Diese Gesetze haben Ceausescu überlebt und dienen als Grundlage für die ersten Ansätze eines Öko-Tourismus, der sich rund um den Nationalpark Königstein (auf rumänisch Piatra Craiului) entwickelt.


    Wissenswert

    Anreise: Die Agentur Weltweitwandern bietet die Reise Siebenbürgische Städte an. Mit dem Zug geht es von Wien aus nach Schäßburg/Sigischoara. Von dort weiter mit einem Kleinbus.

    Sprache: Vereinzelt ist noch Deutsch zu hören, das Rumänische dominiert aber. Mit Englisch kann man sich gut durchfragen.

    Geldwechsel: Ein rumänischer Leu entspricht ungefähr 30 Cent.

    Kirchenburgen

    Sie prägen die Dorflandschaft Siebenbürgens - die Kirchenburgen. Weit über hundert stehen hier in Rumänien, jene in Deutsch-Weißkirch und sechs andere gelten als Weltkulturerbe. Erbaut wurden diese Wehrkirchen von den deutschen Siedlern im späten Mittelalter, um sich gegen die Einfälle und Plünderungen der Osmanen zu schützen.

    Sibiu

    Das historische Sibiu, auf deutsch Hermannstadt, erlebt derzeit einen gewaltigen Aufschwung. Den Rückenwind aus dem Co-Kulturhauptstadtjahr 2007 nutzt die Stadt touristisch voll aus. Sehenswert: Das Brukenthal-Museum mit seiner riesigen Gemäldesammlung, die Lügenbrücke und der Ausblick von der evangelischen Stadtpfarrkirche.

    Schritt für Schritt

    Rumänien ist nicht gleich Bukarest. Wer dem Großstadtmoloch aus dem Weg gehen möchte, findet in den Karpaten herrliche Berge für Wanderungen. Dabei durchstreift man viele kleine Bergdörfer, trifft auf der Alm auf Schafhirte - und vielleicht auch auf Bären. Angst ist unbegründet: Allein die Lautstärke von normale Gespräche verscheuchen die Riesen.

    Mehr Reise

    Mehr aus dem Web

      Reiseangebote

      Angebote suchen:

       


      Reise-Newsletter

      Länder, Städte, Inselträume: Infos fürs Fernweh per E-Mail!

       

      Leserreisen

      zur Leserreise


      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!