StadtportraitMailand: So schmeckt der Himmel

Die Modestadt Mailand lockt auch mit Kulinarik und Kunst. Und das alles unter dem Schutzmantel der Madonna.

Anziehungspunkt für Touristen: der Mailänder Dom
Anziehungspunkt für Touristen: der Domplatz. Ein Triumphbogen führt direkt in die Einkaufsmeile Galleria Vittorio Emanuele II © Tatjana Balzer/Fotolia
 

Auf den Segen von oben legt man in Mailand von jeher großen Wert. Hier strecken sich futuristische Hochhäuser neben historischen Bauten empor. Dem Himmel am nächsten ist die 80 Meter hohe Spitze des Unicredit-Towers, der mit 231 Metern das höchste Bauwerk der zweitgrößten Stadt Italiens ist.

Essenziell für den guten Draht nach oben ist die Madonnina – die kleine Madonna –, die schützend vom Dom auf die Einwohner herabblickt. In den 1950er-Jahren drohten Wolkenkratzer die kleine Madonna auf ihrem Hochsitz zu überflügeln. Deshalb stellte man auf das jeweils höchstgelegene Dach Mailands eine weitere Statue der Schutzheiligen. „Heute bewacht uns die Madonnina von dort“, erzählt eine Mailänderin und zeigt auf den 161 Meter hohen Regierungssitz Palazzo Lombardia. Man kann schließlich nie genug Segen von oben haben.

Entspannen am Dachpool

Nicht ganz so hoch hinaus muss man für einen traumhaften Rundumblick über die Stadt: Aber man braucht Glück, um einen Platz an den beiden Dachpools des angesagten Restaurants „Ceresio 7“ zu ergattern. Dort verwöhnt Starkoch Elio Sironi seine Gäste. „Ich liebe es, mit Zitrusfrüchten zu experimentieren. Merkt man, oder?“, lacht er, während einem die Spaghetti mit Limettenkäse im Mund zergehen.

Seine eigenen Kochkünste erweitern kann man im Gourmettempel „Eataly“, in dem acht Restaurants, von der gutbürgerlichen Küche bis zum Guide-Michelin-Tempel „Alice“ von Fernsehköchin Viviana Varese, auftischen. Herzstück von "Eataly" ist ein Markt mit frischen, regionalen Produkten. "Essen, lernen und kaufen an einem Platz ist unser Motto", erklärt Hausherrin Manuela Dinunno. Rezepte zum Nachkochen gibt es bei den Speisen dazu, die Zutaten können gleich vor Ort gekauft werden.

Wer trotz vollen Bauches nicht auf ein – kalorienfreies – "Abendmahl" verzichten möchte, hat dazu im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie Gelegenheit. Dort hängt Leonardo da Vincis gleichnamiges Werk von Weltruhm. Italienische Kunst des 20. Jahrhunderts bietet das „Museo del 900“ direkt neben dem Mailänder Dom. Dort sind Werke der bedeutendsten regionalen Künstler des 20. Jahrhunderts wie Giorgio de Chirico oder Lucio Fontana zu sehen.

Um Ernährung und Nachhaltigkeit dreht sich auch die Weltausstellung „Feeding the Planet. Energy for Life“ vom 1. Mai bis zum 31. Oktober. Mit dem Partner Illy werden Produktion und Vermarktung von Kaffee hinterfragt. Österreich ist mit einem „Luftkraftwerk“ vertreten: „Ein echter Wald und eine Blumenwiese zeigen, wie angenehm das Leben in Österreich ist“, erzählt Giordana Pancosta. Der heimische Beitrag wird die Expo-Räume zudem mit Frischluft versorgen und als natürliche Klimaanlage dienen.

Spezialtipps Mailand

Für Klimabewusste
20 Millionen Besucher werden bei der Expo von 1. Mai bis 31. Oktober erwartet. Österreichs Beitrag ist ein "Luftkraftwerk": ein Wald als natürliche Klimaanlage.

Für historisch Interessierte
Das Schloss "Sforzesco" aus dem 15. Jahrhundert zählt zu den schönsten Sehenswürdigkeiten. Tipp: Besuch des Wochenmarkts am Samstag vor dem Schloss.

Für Architekturfans
Die Skyline mit dem Unicredit-Tower (231 Meter) und Bosco Verticale (senkrechter Wald; daneben), zwei Wohnhäusern mit Tausenden Bäumen an der Fassade.

Für Schlemmer und Genießer
Das Restaurant Ceresio 7 zählt zu den Top-Adressen der Stadt – dafür sorgt Chefkoch Elio Sironi. Erlebt haben muss man den Ausblick von der Dachterrasse.

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