GriechenlandEpirus: Das Land der tausend Gipfel

Schroffe Felswände, tiefe Schluchten und reißende Flüsse: Die nordgriechische Region Epirus ist eine wilde und immer noch unbekannte Schönheit.

© GABRIEL INSURATELU/123rf.com
 

Der tiefe Fall kommt etwas unerwartet. Gerade ging es noch mit dem Raftingboot auf dem Voidomatis zügig dahin, nur wenige Minuten später findet man sich sechs Meter über dem Wildwasserfluss auf einem kleinen Felsvorsprung wieder. Statt dem Temporausch auf den Stromschnellen gibt es jetzt Rauschen im Kopf: „Soll ich wirklich springen?“ Die Entscheidung wird einem schließlich von Guide Nikos abgenommen, der mit der GoPro-Kamera in der Hand und dem Finger auf der Aufnahme-Taste auf den Satz ins eiskalte Wasser wartet: „1,2,3... und los!“, feuert er an.

Mit dem Sprung ins glasklare Nass taucht man endgültig in die nordgriechische Region Epirus ein. Hier, im historischen Gebiet Zagoria, wo sich Ziegenherden auf den Straßen und Bären durch die dichten Wälder bewegen, wo sich die Vikos-Schlucht 1250 Meter in die Tiefe gefressen hat und sich das Tymfi-Massiv auf bis zu 2500 Höhenmeter erhebt, offenbart sich eines der bestgehüteten Geheimnisse der Hellenen. „Viele verbinden mit Griechenland das Meer und die sanften Hügel – diesen schroffen, markanten Teil des Landes, kennen nur die wenigsten“, erklärt Fremdenführer Markos. Selbst seine Landsleute verirren sich nur selten hierher, verrät er.

Für uns ist Epirus wie das wilde Österreich.

Markos, Fremdenführer
 

Dabei hat die Zagoria, „der Ort hinter den Bergen“, für Outdoor-Begeisterte einiges zu bieten. Eine Autostunde von der Hauptstadt Ioannina und nur einen Steinwurf von der albanischen Grenze entfernt, breitet sich das wilde, ursprüngliche Griechenland aus. Die ältesten Stämme des Landes haben in der Region ihren Ursprung. Kilometerlange Wanderwege führen im Nationalpark Vikos-Aoos vom Ufer des Voidomatis durch die 46 Dörfer der Gemeinde Zagori bis hinauf zum Astraka. Verbunden sind die Kalderimi, die im zwölften Jahrhundert als Handelsrouten angelegt wurden, von den für das Gebiet typischen Rundbogenbrücken.

Wer es abenteuerlicher mag, kommt im Sommer mit dem Mountainbike oder im Winter beim Skitourengehen auf seine Kosten. „Für uns ist Epirus wie das wilde Österreich“, schwärmt Markos.

Wie in der Alpenrepublik wechseln einander in den griechischen Bergen Sonne, Regen und wolkenbehangene Himmel ab. Während das Wetter die einzige Diva in Zagori zu sein scheint, strahlen dessen Bewohner eine unbändige Lebensfreude aus. Im sehr dünn besiedelten Gebiet verschmelzen die typischen Steinhäuser aus Kalkstein und deren Schieferdächer mit der schroffen Umgebung. Oft sind die Häuser erst auf den zweiten Blick auszumachen.

Schweißtreibende Wanderungen

So wie das Dörfchen Vitsa, von dem sich ein herrlicher Blick über eine von Gipfeln und Bergrücken gesäumten Landschaft bietet. Hier bereitet Koch Vassilis Katsoupas in seinem Restaurant „Kanela & Garyfallo“ verschiedenste Pilzgerichte zu. Gekocht wird mit regionalen Schwammerln und Raritäten aus aller Welt. Kulinarischer Geheimtipp: die karamellisierten Eierschwammerl mit Vanilleeis. Mahlzeit!

Griechenland: Die 10 besten Geheimtipps für Epirus

Hauptstadt Ioannina

Die regionale Hauptstadt Ioannina ist der ideale Startpunkt für eine Reise durch Epirus. Die Studentenstadt hat eine schöne osmanische Altstadt und liegt am Pamvotidasee.

Kirin Kohlhauser

Raftingtour

Eine Raftingtour durch die Vikos-Schlucht zahlt sich aus. Die Fahrt auf dem Wildwasserfluss Voidomatis dauert rund eineinhalb Stunden und geht sechs Kilometer dahin.

KK

Steinbrücken

An einem Besuch der charakteristischen Rundbogenbrücken kommt man nicht vorbei. Die für die Region Zagoria typischen Bauwerke sind ein architektonisches Meisterwerk.

Kirin Kohlhauser

Schöne Bergdörfer

Sowie auch die aus Kalkstein gefertigten Bergdörfer. Hier findet man urige Gasthäuser, in denen herzliche Dorfbewohner sitzen.

Kirin Kohlhauser

Viko-Schlucht

Abenteuerlustige empfiehlt sich eine Wanderung durch die Vikos-Schlucht. Der zehn Kilometer lange und 1250 Meter tiefe Canyon lässt sich in sechs Stunden durchwandern.

Kirin Kohlhauser

Besondere Gerichte

Koch Vassilis Katsoupas bereitet in seinem Restaurant „Kanela & Garyfallo“ im Dorf Vitsa verschiedenste Pilzgerichte zu. Gekocht wird mit regionalen Schwammerln und Raritäten aus aller Welt. Kulinarischer Geheimtipp: die karamellisierten Eierschwammerl mit Vanilleeis.

Kirin Kohlhauser

Parga

Das ehemalige Fischerdörfchen Parga ist mit seinem bunten Häusern einen Besuch wert. In den engen und steilen Gassen tummeln sich viele Geschäfte und Restaurants. Tipp: Auf der venezianischen Festung wird man mit einem herrlichen Blick über den Hafen belohnt. 

Kirin Kohlhauser

Paxi

In den Buchten der Inselgruppe Paxi lässt es sich herrlich planschen. Das glasklare Wasser und die angenehmen Wassertemperaturen laden dazu ein. Die Inseln sind mittels Bootstour erreichbar.

Kirin Kohlhauser

Grotten

Auf der Überfahrt werden auch Höhlen angesteuert. Das Farbenspiel in der Grotte sollte man sich nicht entgehen lassen.

Kirin Kohlhauser

G'schmackiges Essen

Auf den Inseln, etwa in Paxos, werden herrliche Fischgerichte kredenzt.

Kirin Kohlhauser
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Um das Naturjuwel zu schützen und Touristen in das Gebiet zu locken, hat Katsoupas mit Gastronomen das Zagori-Excellence-Network (Zen) gegründet. „Bei uns ist alles familiär, hier kann man die Natur noch auf sich wirken lassen“, so der Koch.

Wer sich nach schweißtreibenden Wanderungen nach Abkühlung sehnt, dem empfiehlt sich ein Abstecher ans nahe Meer. In etwas mehr als einer Autostunde erreicht man das Fischerdörfchen Sivota. Täglich legt vom Hafen ein Boot in Richtung Inselgruppe Paxi ab. In den Buchten lässt es sich herrlich planschen. Vor den Inseln fällt der Sprung ins glasklare Wasser stressfreier aus als in den Bergen.

Reisetipps

Anreise: Die Region ist nur über Inlandsflüge von Aegean erreichbar. www.aegeanair.com.

Unterkunft: Das Zagori-Excellence-Network (Zen) bietet Infos über Hotels, Restaurants und Aktivitäten in Zagori. www.z-e-n.gr.

Hotel Du Lac Congress Center & Spa in Ioannina. www.hoteldulac.gr

Hotel Domotel Aghios Nikolaos in Sivota. www.domotel.gr

Informationen: Weitere Tipps gibt der griechische Tourismusverband. www.visitgreece.gr.

Diese Reise wurde unterstützt von Visit Greece und Aegean Airlines

 

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