MACAU

Da ist Glück im Spiel

Zwischen altem Europa und modernem China: Nirgendwo fällt der Kontrast krasser aus als in Macau, dem „Monte Carlo des Ostens“.

Die Casino-Skyline von Macau
Die Casino-Skyline von Macau © TUI/FLORIAN ALBERT
 

Es ist ein sehr verwirrender Ort. Das ehemalige Parlament Leal Senado ist blau-weiß gekachelt, die Auslagen locken mit den Blätterteigtörtchen Pastéis de Nata, dazu wird die Espressovariation Bica serviert und über allem thront die Festung Fortaleza do Monte aus dem 17. Jahrhundert. Auf den Treppen vor den Ruinen der Kathedrale São Paulo herrscht erhöhtes Selfiestickaufkommen. Chinesische Touristen drängen sich, um ein Foto vor der 1835 bis auf die Fassade abgebrannten Kirche zu erhaschen. Typisch, wenn Asiaten in Europa Urlaub machen – nur dass unsere Geschichte in China spielt.

Fernreisen: China

Macau ist eine etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegene Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China. Bis 1999 war es eine portugiesische Kolonie. Die Haupterwerbsquellen sind das dort legale Glücksspiel und der damit in Zusammenhang stehende Tourismus, weshalb Macau oft auch als Monte Carlo des Ostens oder Las Vegas des Ostens bezeichnet wird.

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Macau ist reich an Sehenswürdigkeiten aus der portugiesischen Kolonialzeit. Die Altstadt zählt zum Kulturerbe der Unesco.

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Die Jesuiten kamen 1565 nach Macau und begannen alsbald von hier aus das Christentum zu verbreiten. Von 1602 bis 1640 wurde dann die Pauluskirche von chinesischen und japanischen Handwerkern erbaut. Bis auf die vordere Wand mit der Fassade brannte sie 1835 nieder.

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Die meisten Besucher kommen vom chinesischen Festland nach Macau. Wie auch in Hongkong gilt in Macau das Prinzip: „Ein Land, zwei Systeme“. Das sozialistische Wirtschaftssystem Chinas wird in Macau nicht angewandt.

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Als Souvenirs werden gerne die Macau-Kekse gekauft. Man findet sie in der Altstadt an jeder Ecke.

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Die Macanesen sprechen hauptsächlich Kantonesisch (85,7 %), Hokkien (4 %), Hochchinesisch (3,2 %) sowie andere chinesische Dialekte (2,7 %). 4,4 % sprechen andere Sprachen, darunter vorwiegend Englisch und Tagalog. Die macauische Sprache ist eine besondere Kreolsprache, die heute nur noch von etwa 4000 der Macauer (einer ethnischen Gruppe von gemischter asiatischer und portugiesischer Abstammung, etwa 2 % der Bevölkerung) gesprochen wird.

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Zwischen 2004 und 2007 entstand das Resort-Hotel-Casino The Venetian Macao, welches nach Nutzfläche eines der größten Gebäude der Welt ist. Dominiert wird das Venetian vom 151 Meter hohen abgewinkelten Hotelriegel mit 39 Stockwerken und 3000 Suiten. Vor dem Gebäude steht eine Kopie des Campanile vom Markusplatz in Venedig.

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Lagunenstadt unter ewig dämmrigem Himmel ist im Inneren nachgebaut. Gondoliere mit Strohhut und gestreiftem Leiberl rudern durch die künstlichen Kanäle und schmettern „O sole mio“, Darsteller aus Mantel-und-Degen-Filmen liefern sich in den nachgebauten Gassen Duelle.

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Der Personalaufwand im Komplex ist mit rund 25.000 Mitarbeitern kalkuliert, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz von Macau. Der Kontrast zwischen der Glitzerwelt der Casinos und den Wohnungen der Einheimischen ist groß.

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Auf den Roten Markt sollten zart Besaitete nicht gehen. Dort gibt es alles zu kaufen, was da kreucht und fleucht - viele Tiere sind auch noch lebendig.

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Die Zutaten der macanesischen Küche erinnern an die einzigartige Geschichte Macaus und der portugiesischen Seefahrer-Nation. Im 16. und 17. Jahrhundert hatten die Portugiesen die Seeroute nach Osten zum Handelsweg ausgebaut und somit die Möglichkeit für Händler geschaffen, Gewürze aus Afrika, Indien und Malakkas Küste sowie ihre Esskultur nach Macau zu bringen.

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Auf diese Weise vermischten sich unterschiedliche ausländische und chinesische Zutaten und Kochstile mit den traditionellen portugiesischen Gerichten. Seit 2012 steht die Küche auf der Liste des immateriellen Kulturerbes von Macau.

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Und im Gegensatz zu vielen abendländischen Sehenswürdigkeiten, die im Reich der Mitte geklont werden, sind diese hier echt. Deshalb steht die Altstadt unter dem Schutz des Weltkulturerbes der Unesco. „Das haben die Portugiesen in die Wege geleitet, bevor sie die Macau 1999 an China zurückgegeben haben“, erzählt Tourguide Mario, der vor mehr als drei Jahrzehnten in die Kolonie ausgewandert ist.

1847 haben die Portugiesen der rund 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegenen Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China ihr Auskommen gesichert: Sie legalisierten das Glücksspiel. Die 33 Casinos machen fast zehn Mal so viel Umsatz wie die Spielbanken in Las Vegas.

Drei Dinge, die Sie in Macau unbedingt sehen sollten

Jardim de Lou Lim Ioc. Mitten im Hochhausdschungel liegt der ehemalige  Privatgarten eines chinesischen Kaufmanns aus dem 19. Jahrhundert mit Miniaturlandschaften, Bambushainen und Goldfischteichen.
Taipa-Village. Die von Kolonialbauten geprägte
Altstadt mit mediterranem Flair ist ein charmanter Kontrast zu den Wolkenkratzern. Jeden Sonntag findet dort ein geschäftiger Wochenmarkt statt.
Clube Militar de Macau. Erst seit 1995 ist der ehemalige Militärclub in einem pinken Kolonialgebäude öffentlich zugänglich. Das wunderbar altmodisch eingerichtete Restaurant tischt portugiesische Gerichte auf.

„Zwischen den Inseln Taipa und Coloane wird künstlich aufgeschüttet. Dort wollen wir den Strip nachbauen“, sagt Mario und zeigt auf die bunten Leuchtreklamen der Casinos vor dem schwarzen Nachthimmel, bei deren Anblick man sich für einen Moment in der Wüstenstadt in Nevada wähnt.

In einer eigenen Liga spielt das Casino Venetian – in jeder Hinsicht. Es ist die größte Spielbank der Welt und mit seinen 980.000 m2 zwei Drittel größer als das „Original“ in Las Vegas.

Reisetipps

TUIs Tochtermarke Airtours bietet verschiedene Reisen nach Hongkong an. Individuell dazubuchen kann man diverse Touren und Ausflüge wie etwa nach Macau ab 625 Euro. Informationen und Buchung unter www.airtours.de

Vor dem 39-stöckigen Koloss steht der Campanile vom Markusplatz – einen Steinwurf entfernt vom Eiffelturm, der zum benachbarten Casino Parisian gehört. 800 Spieltische und 3400 Automaten später betritt man eine Kopie der Lagunenstadt unter ewig dämmrigem Himmel. Gondoliere mit Strohhut und gestreiftem Leiberl rudern durch die künstlichen Kanäle und schmettern „O sole mio“, Darsteller aus Mantel-und-Degen-Filmen liefern sich in den nachgebauten Gassen Duelle, gleich kommt Casanova um die Ecke.

„Waren Sie schon im echten Venedig? Sieht es dort genauso aus?“, fragt eine freundliche Hotelhostess. „Nein, hier ist es viel zu sauber“, entgegnen wir. Ratlos blickt sie uns nach.

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