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Steirisch Essen

"Für uns steht fest: Wir machen weiter"

Ein halbes Jahr lang haben sich drei steirische Familien nur von heimischen Lebensmitteln ernährt. Trotz mancher Schwierigkeiten steht jetzt für alle fest: "Wir wollen weiter steirisch essen."

© Fuchs
 

Sechs Monate sind um, die Herausforderung ist gemeistert. Es war Mitte August, als drei steirische Familien gemeinsam mit der Kleinen Zeitung das Experiment starteten: ein halbes Jahr lang nur Lebensmittel steirischer Herkunft essen. Kann das überhaupt gut gehen? Die Voraussetzungen waren denkbar unterschiedlich. Während Familie Petzl aus St. Peter am Kammersberg (Bezirk Murau) mit drei Buben den kulinarischen Selbstversuch wagte, gibt's unter dem Dach der Familie Heissenberger/Höfer aus St. Johann im Saggautal (Bezirk Leibnitz) neun Köpfe. Und Familie Haider aus St. Lorenzen am Wechsel (Bezirk Hartberg) startete mit Baby Elias ins Rennen.

Ein halbes Jahr später ziehen die drei Familien Bilanz - und das zufrieden. Einfach war es nicht, aber die Familien haben sich wacker geschlagen. Zwar war in gewissen Bereichen, etwa bei den Gewürzen, die "Rein-steirisch-Vorgabe" nicht durchzuhalten. "Sonst hat aber das meiste gut funktioniert", sagt Katrin Haider. Das Suchen nach den richtigen Lebensmitteln, das ständige Achten auf deren Herkunft und das kreative Kochen haben Spuren hinterlassen. "Wir leben jetzt noch bewusster als vorher, weil wir uns automatisch fragen: Woher stammen die Sachen eigentlich?", sagt Haider.

Steirisch essen, Version 2.0

Auch wenn die Aktion nun offiziell vorbei ist - mit dem steirischen Essen wollen alle drei Familien weitermachen. "Wenn auch nicht mehr ganz so sklavisch", schmunzelt Andreas Höfer. "Ab jetzt beginnt für uns Steirisch essen, Version 2.0." Soll heißen, es darf zwischendurch auch wieder einmal Olivenöl oder eine Ananas auf dem Speisezettel stehen. "Wichtig ist uns weiterhin, dass das Essen aus unserer Region kommt. Das Ketchup werde ich aber wohl nicht mehr extra selber herstellen", sagt Barbara Petzl. Was auch ihre drei Buben freut. "Als das selbst gemachte Ketchup aufgebraucht war, haben sie gegen eine Neuauflage protestiert", so Petzl. Also gab es eben wieder - österreichisches - Ketchup aus dem Supermarkt.

Was die drei Familien besonders freut: Während der sechsmonatigen Aktion erlebten sie nur positive Reaktionen auf ihr Vorhaben. "Es hat sogar einige gegeben, die das mit uns mitbetrieben haben", zeigt sich Barbara Petzl stolz. Und sie hoffen alle, mit dem Projekt nicht nur bei sich und bei anderen Konsumenten das Bewusstsein für regionale Lebensmittel geschärft zu haben, sondern auch im Handel.

Lesen Sie am Dienstag: Die Familien konfrontieren den Agrarlandesrat mit ihren Erfahrungen und Kritikpunkten

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