RatgeberWas tun bei . . . Blasenentzündung?

Sie betrifft vor allem Frauen: die Blasenentzündung. Was Keimen die Ansiedelung erleichtert und warum Betroffene auf Zitrusfrüchte verzichten sollten.

Blasenentzündung
Blasenentzündung © (c) luckybusiness - Fotolia (Lucky Business)
 

Für viele Frauen ist es ein nur zu gut bekanntes Brennen: Wenn das Wasserlassen Schmerzen bereitet und man ständig den Drang hat, auf die Toilette zu gehen, sind das die typischen Symptome einer Blasenentzündung. Dass die Zystitis, so der Fachbegriff, ein typisches Frauenleiden ist, ist ihrem Körperbau geschuldet: Die weibliche Harnröhre ist viel kürzer als die des Mannes, den Bakterien wird der Aufstieg in die Blase somit sehr leicht gemacht. Doch wie kann man einer solchen Entzündung vorsorgen und was hilft am besten? Karl Pummer, Vorstand der LKH-Uniklinik Graz für Urologie, hat die Antworten.

Was ist bei der Blasenentzündung entzündet? "Keime besiedeln die Harnwege, die Schleimhaut der Blase ist entzündet", erklärt Pummer. Prinzipiell gelte es, zwei Gruppen zu unterscheiden: die einfache Blasenentzündung gegenüber einem komplizierteren Infekt. Bei Letzterem ist der Abfluss des Harns gestört: durch einen Blasenstein oder eine Verengung der Harnröhre.

Wie kommen Bakterien in die Blase? "Meist passiert es beim Geschlechtsverkehr, dass Bakterien eingebracht werden", sagt Pummer. Diese vermehren sich dann im feucht-warmen Milieu der Harnblase. Ein erster Tipp des Experten lautet daher: Nach dem Sex sollten Frauen innerhalb von 15 Minuten die Blase entleeren, um den Bakterien die Ansiedelung schwer zu machen.

Der Hauptrisikofaktor ist, dass man zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. 

Karl Pummer, Urologe

Welche Risikofaktoren gibt es? "Der Hauptrisikofaktor ist, dass man zu wenig Flüssigkeit aufnimmt", sagt Pummer. Geht man dann auch noch selten auf die Toilette und lässt den Harn in der Blase lange "stehen", bietet das ideale Bedingungen für die Vermehrung der Bakterien. Patientinnen mit wiederkehrenden Infekten empfiehlt man daher das "Pinkeln nach der Uhr": "Alle drei bis maximal vier Stunden sollte man auf die Toilette gehen", sagt Pummer.

Wie kommt es dazu, dass Blasenentzündungen chronisch werden? "Das kann einerseits an einem chronischen Fehlverhalten wie seltenen Toilettenbesuchen liegen", sagt Pummer. Die Bakterien können sich aber auch an die Blasenschleimhaut anhaften. "Chronische Infekte müssen immer vom Arzt abgeklärt werden", sagt Pummer.

Wie therapiert man eine Blasenentzündung? Laut Pummer ist es bei einer einfachen Form möglich, die Entzündung mit speziellen Tees "wegzutrinken". Tritt jedoch spätestens am nächsten Tag keine Besserung ein, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. "Eine Blasenentzündung behandelt man am besten rasch und kurz", sagt Pummer. Oft reicht schon eine Tablette eines Antibiotikums.

Muss eine Blasenentzündung behandelt werden? Ja! "Es besteht immer die Gefahr, dass der Infekt ins Nierenbecken aufsteigt", sagt Pummer. Eine Nierenbeckenentzündung führt nicht nur meist zu einem Spitalaufenthalt: Die Nieren werden langfristig geschädigt, die Entzündung kann sogar tödlich enden.

Hat die Ernährung einen Einfluss? "Der Harn sollte sauer sein, daher sollten häufig Betroffene auf Zitrusfrüchte und pure Milch verzichten, denn das macht den Harn alkalisch", sagt Pummer.

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