AllergieHausstaub: Der Feind in meinem Bett

Niesen, Husten, rinnende Nase, rote Augen: Lungenexperte Gert Wurzinger klärt über Symptome und Risiken einer Hausstaubmilbenallergie auf.

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Viele niesen und schnupfen in Herbst und Winter und glauben, erkältet zu sein. Dabei sind es die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie. Wie sehen diese aus?

Gert Wurzinger: Betroffene wachen auf und haben eine verstopfte Nase. Sie haben das Gefühl, verschleimt zu sein, sich räuspern und husten zu müssen. Auch gerötete Augen sind ein Anzeichen. Es kann auch zu Juckreiz am Gaumen oder in den Gehörgängen kommen. Nach einigen Stunden, wenn sie vom Bett entfernt sind, vermindern sich die Symptome wieder.

Warum wird das Problem in der kalten Jahreszeit so akut?

Hauptsächlich liegt es an der Trockenheit der Räume durch die Heizperiode. Die Hausstaubmilben zerfallen zu Staub und werden eingeatmet. Dazu kommt, dass Staub nicht nur aus den Milben besteht, sondern auch aus vielen anderen Staubpartikeln. Er ist ein Sammelsurium von Substanzen, die zum Teil problemlos sind. Viele sind aber allergisierend wie Schimmelpilzsporen und winzige Bruchstücke von Tierhaaren, selbst wenn man keine Tiere hält. Sie haften an Kleidung und Schuhen.

Wann muss man zum Arzt?

So früh wie möglich, je früher man eine Allergie behandelt, desto geringer sind die Folgeschäden. Es gibt auch noch andere Hausstaubmilbenbelastungen. Zum Beispiel bei Kindern, wenn sie eine Polsterschlacht machen und wenn Erwachsene staubsaugen oder Betten überziehen. Wenn man dabei Niesanfälle bekommt, die Nase rinnt und die Augen jucken, dann sind das klassische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie.

Wie geht man weiter vor?

Wenn man zum Hausarzt geht, kann es passieren, dass er einen Infekt vermutet. Wenn er an eine Allergie denkt, wird er den Patienten zu einem HNO-, Kinderarzt, Dermatologen oder Lungenfacharzt verweisen. Das Wichtigste bei der Untersuchung im Bezug auf Allergien ist eine gute Anamnese. Die Folgeuntersuchungen dienen nur der Bestätigung der Anamnese. Bei der Hausstaubmilbenallergie muss man im Prinzip nur ein paar Schlüsselfragen stellen: Wie geht es Ihnen in der Früh? Wie geht es Ihnen bei staubigen Hausarbeiten?

Wie kann eine nicht behandelte Allergie enden?

Man weiß, dass bei Allergien der oberen Atemwege bis zu 50 Prozent der Leute auch eine Allergieausweitung in die unteren Atemwege bekommen. Das heißt, bis zu 50 Prozent der Betroffenen bekommen ein Asthma bronchiale. Das sollte man auf jeden Fall verhindern, da es viel schwerer zu behandeln ist als ein allergischer Schnupfen. Es kann auch zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung kommen. Unter Umständen ist das Riechvermögen und infolgedessen auch der Geschmackssinn beeinträchtigt.

Worauf ist man bei der Hausstaubmilbe genau allergisch?

Es sind Eiweißbestandteile der Milbe. Mittlerweile wissen wir, dass es weit über 20 Allergene gibt, die bei der Milbe eine Rolle spielen. Ein Hauptallergen ist der Chitinpanzer der Milbe. Das ist auch der Anteil, der die weitaus stärksten Reaktionen auslöst. Das zweite Hauptallergen ist ein Eiweiß im Kot, das unser Immunsystem in Form einer allergischen Entzündung bekämpft.

Was kann man genau gegen die Hausstaubmilben unternehmen?

Man beginnt dort zu sanieren, wo die größte Belastung durch Hausstaubmilben vorkommt: im Bett. Das Bett ist der Schlüssel zu den Beschwerden. Man muss die Population dort möglichst weit reduzieren.

Grafik: So können Sie die Hausstaubmilbenbelastung in Ihrem Schlafzimmer reduzieren

 

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