Medizinischer Einsatz

Forscher prüfen: Cannabis aus der E-Zigarette

Damit Patienten keine Joints rauchen müssen, um medizinisches Cannabis zu sich zu nehmen, testen Forscher nun E-Zigaretten. Bisher ist die THC-Konzentration noch zu niedrig.

E-Zigarette statt Joint
E-Zigarette statt Joint © photoprofi30 - Fotolia
 

Cannabis kann bei einigen Leiden Linderung verschaffen, zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder gegen  Nebenwirkungen von Chemotherapien. Als Joint geraucht produziert es jedoch gesundheitsschädliche Nebenprodukte. Daher gibt es den Wirkstoff THC für Therapiezwecke auch als Pille, Tinktur und Spray, oder als Dampf aus einem Vaporisator, wobei weniger schädliche Substanzen entstehen als beim Rauchen.

Schweizer Forschern haben nun untersucht, ob die Inhalation mittels E-Zigarette eine Möglichkeit wäre. Und siehe da: Mit E-Zigaretten zerstäubtes Haschisch-Öl ist eine vielversprechende Alternative für die medizinische Inhalation von Cannabis. Das zeigt eine Studie des Universitätsspitals Lausanne CHUV. Allerdings sind die THC-Konzentrationen noch zu niedrig.

"Cannavaping"

In der Schweiz ist nur die orale Einnahme zu Therapiezwecken erlaubt. "Dabei gelangt jedoch nur ein Teil des Wirkstoffs ins Blut, da die Aufnahme über den Verdauungstrakt nicht so effizient ist", erklärte Studienautor Vincent Varlet vom CHUV. Durch Inhalation gelange er direkt ins Blut. Dadurch ließen sich geringere Dosierungen einsetzen und das Risiko für Missbrauch vermindern.

Die Vaporisatoren sind jedoch unhandlich. Die Forschenden um Varlet haben deshalb getestet, wie sich E-Zigaretten für den medizinischen Cannabis-Konsum eignen. Das "Therapeutische Cannavaping", wie sie die Methode bezeichnen, beruht auf dem Verdampfen und Inhalieren von Butan-Haschisch-Öl (BHO), einem mit Butangas gewonnenen Extrakt der Hanfpflanze.

Was ist BHO?

BHO ist ein bernsteinfarbenes Wachs und enthält hohe Konzentrationen von THC-A, dem Vorläufer des psychoaktiven Wirkstoffs THC.

Da BHO zum Umwandeln von THC-A in THC höher erhitzt werden müsste, als es in einer e-Zigarette möglich ist, verarbeiteten die Forschenden das BHO, bevor sie es mit handelsüblicher Nachfüllflüssigkeit mischten.

Das Gemisch enthielt dabei höchstens zehn Prozent BHO, da es sich bei höheren Konzentrationen nicht mit der wässrigen Flüssigkeit mischt, erklärte Varlet. "Dadurch wird sehr wenig THC verdampft. 80 bis 100 Züge mit der so bestückten E-Zigarette entsprechen etwa einem Joint". Für die therapeutische Anwendung sei dies perfekt und mache gleichzeitig das Cannavaping fürs Kiffen ohne medizinischen Hintergrund zu ineffizient und daher unattraktiv.

Für den Einsatz als therapeutische Verabreichungsmethode bräuchte es jedoch standardisiert vorgefertigte Kapseln mit dem BHO-Gemisch, meint Varlet. "Man braucht eine wirklich schön klare und homogene Mischung, damit das THC gleichmäßig freigesetzt wird und die E-Zigarette nicht verklebt." Eine solche Mischung zu erzeugen sei nicht einfach. Ein weiterer Grund, warum die Forschenden Missbrauch des Cannavaping für unwahrscheinlich halten.

Kommentare (2)

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Efried
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grober Unsinn

das was die Medizin braucht sind:
CBN (Cannabinol) und CBD (Cannabidiol)

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Zongher
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Alter Hut: Verdampfen oder Essen.

Da ist ganz schön viel Hippie-Wissen verloren gegangen, jetzt müssen die Forscher wieder um teures Geld forschen :)

Wichtig: Cannabis wird von Patienten IMMER ohne Tabak eingenommen, die Vermischung von Rauchen mit Cannabis ist nur eine weitere Nebelgranate der Legalisierungsgegner!

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