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Für Wohlbefinden ist nicht nur der Moment wichtig

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Zum Wohlfühlen tragen schon Kleinigkeiten bei. Manchmal reicht es, die Herbstsonne zu genießen. Aber neben diesem wohligen Gefühl des Augenblicks gibt es auch längerfristige Faktoren. Und die sind nicht bei jedem gleich.

Um sich wohlzufühlen, braucht der Mensch manchmal nur Kleinigkeiten, die in diesem Augenblick vorhanden sind: Das sei zum Beispiel der Sonnenschein an einem Herbsttag, sagte Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes, dem dpa-Themendienst. Dieses vorübergehende Wohlbefinden sei aber nur eine von zwei Einflussgrößen, "die quasi die Summe Ihres momentanen Wohlbefindens ausmachen". Dazu gehöre auch das habituelle, also das langanhaltende oder grundsätzliche Wohlbefinden, das man in den vergangenen zwei, drei Monaten verspürt hat.

"Wohlbefinden ist in erster Linie ein psychologischer Begriff. Das ist eine subjektive Größe, die können Sie eigentlich gar nicht messen", erläuterte der Psychologe Hertel. Das grundsätzliche Wohlbefinden setze sich aus mehreren Komponenten zusammen, auf die sich durch die Frage "Was ist denn wichtig für Ihr Wohlbefinden?" schließen lasse. Dazu zählen die Gesundheit, die Familie, die Freunde, der Arbeitsplatz, die erlebte Sicherheit, der Zugang zu Kultur sowie die Möglichkeit, mobil zu sein und am Alltagsgeschehen teilnehmen zu können. "Und für manche Menschen ist auch ihre Religion oder ihr Glaube wichtig für das Wohlbefinden."

Wohlbefinden hat viel damit zu tun, was einem gut tut. "Und was Ihnen gut tut, das müssen Sie natürlich für sich selbst herausbekommen. Insofern ist es ganz wichtig, autonom zu sein und nicht allem zu glauben, was man Ihnen erzählt", betonte Hertel. "Es gibt ja sehr viele Lehren über das gesundheitliche Wohlbefinden, allein was die Ernährung betrifft, was man da tun oder lassen soll." Entscheidend sei aber die Frage "Was ist für mich persönlich gut? Was bekommt mir?"

Durch Versuch und Irrtum sollte jeder Mensch selbst erforschen, was ihm Wohlbefinden verschafft, rät der Psychologe. In einem zweiten Schritte müsse dann abgeklärt werden, was die Wissenschaft dazu sagt: "Was ist belegt als gesundheitsförderlich? Nicht alles, womit ich mich wohlfühle, ist gesund." Manchmal entscheide auch nur die Menge, die ein Genuss- zu einem Konsummittel macht.

Als Beispiel nannte er Schokolade: In Maßen genossen, könne sie durchaus einen positiven gesundheitlichen Effekt haben, in Massen verzehrt, schade sie eher. "Die Mischung aus Gesundheit und Genuss bringt es eigentlich - das bringt auch das langanhaltende Wohlbefinden und nicht nur das momentane."

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