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Neu im Kino

Neuer Schweden-Import: "Salto für Anfänger" von und mit Martina Haag

Die "schwedische" Bridget-Jones-Bestsellerverfilmung erzählt von Lügen und den Fettnäpfchen einer erfolglosen Schauspielerin.

 

Selten fürchtet man sich bei einem Film so sehr vor dem Ende wie bei dem neuesten schwedischen Import "Salto für Anfänger". In der österreichischen Koproduktion stürzt sich die tollpatschige, erfolglose Schauspielerin Isabella Eklöf (kurz: Bella) so offensichtlich und naiv in ihr eigenes Unglück, dass das Zusehen fast wehtut. Im echten Leben gab's jedoch ein Happy End: Mit ihrem Roman über die von der Filmkarriere träumende Bella landete die ebenso erfolglose Schauspielerin Martina Haag einen Bestseller - in der gleichnamigen Verfilmung von Hannes Holm spielt die 46-Jährige nun selbst die liebenswürdige Protagonistin.

Single, Ende 30 und knapp bei Kasse

"Es gibt nicht viele Rollen für Schauspielerinnen über 40", bekommt Bella oft gesagt. "Ich bin nicht über vierzig. Noch nicht", kontert sie dann. Während ihre beste Freundin Kajsa (Ellen Mattson) mit Job, Ehemann und Kind fest im Leben steht, ist Bella Ende 30, Single, und ständig knapp bei Kasse. Sie rennt von Casting zu Casting, bettelt bei Promi-Partys um Jobs und Aufmerksamkeit, und erntet dabei stets Absagen. Ein geschummelter Lebenslauf soll sie schließlich von Konkurrenten abheben: "Fechten, Rollerbladen und Akrobatik" stehen da als ihre "besonderen Fähigkeiten". Blöd nur, dass sie prompt vom Königlichen Schauspielhaus "Dramaten" in Stockholm aufgrund ihres angeblichen akrobatischen Talents eingestellt wird.

Was folgt, sind Lügen und Fettnäpfchen wohin das Auge reicht. Aus Frust klärt Bella weder das Theater noch ihren berühmten Schauspielkollegen Boström (Jan Mybrand) auf, zögert Akrobatikproben hinaus, erfindet ständig neue Ausreden. Und sie belügt sich selbst: Als sie sich mit dem arroganten Schönling und dänischen Filmstar Micke (Nikolaj Coster-Waldau) einlässt, ist Herzschmerz vorprogrammiert. Da hilft auch eine romantische Reise nach Wien nichts, bei der sich Bella und Micke zuerst in der Staatsoper und dann auf einem Dach mit Blick auf die Karlskirche wiederfinden. Im Oktober 2006 wurden die Szenen in Wien gedreht - unter anderem eine Liebesszene vor dem Hotel Bristol, ein Frühstück im Cafe Diglas und ein Spaziergang vorbei an den Wohnhäusern von Beethoven, Strauss und Mozart.

Die wunderbar inszenierten Wiener Szenen fügen sich gut in das Gesamtbild der entzückenden schwedischen Komödie ein. Teilweise lange, ungeschnittene Takes, bunte Bilder - Bellas kleine Wohnung ist fast absurd bunt und überladen eingerichtet -, Traumsequenzen und Totalaufnahmen der Protagonistin erinnern ein wenig an "Die fabelhafte Welt der Amelie"; Bella als frustessender, naiver Single an die britische Film- und Romanheldin "Bridget Jones". Auch der schwedische Touch darf nicht fehlen: So ist bei der Silvesterparty der Musikimport Nummer eins, Abba, zu hören, und auch der ewige Streit mit Dänemark wird zum Thema - schließlich ist die personifizierte Arroganz und Boshaftigkeit, Schauspieler Micke, Däne.

Das große Unglück, auf das der Film von Anfang an hinsteuert, kommt dann eher kurz und unspektakulär daher. Nichtsdestotrotz bietet "Salto für Anfänger" wunderbare Momente. So muss man zeitgleich schmunzeln und den Kopf schütteln, wenn Bella in einer Kinder-Hüpfburg den Wandsalto übt, sich in ihrer Wohnung mit einem Seil von der Decke rollt oder wochenlang beim Akrobatiklehrer nicht über Purzelbäume hinauskommt. Wem die Fettnäpfchen zu viel werden, der kann auch Nikolaj Coster-Waldau anschmachten. Der 40-jährige dänische Feschak, der demnächst in Lasse Hallströms neuer Serie "New Amsterdam" zu sehen sein wird, ist der optische Blickfang des Films.

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