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PORTRÄT

Stimme des Soweto Blues

Mit der südafrikanischen Weltmusiklegende Hugh Masekela steht Donnerstag die Jazznacht Villach ganz im Zeichen des schwarzen Kontinents.

 

Die spektakuläre Eröffnung der Fußball-WM in Südafrika hat die Sache ein wenig verzerrt. Denn bis dahin war das Cape Town International Jazz Festival, das jährlich im April über die Bühne am Fuß des Tafelbergs geht, die größte Festversammlung am schwarzen Kontinent. Das kommt freilich nicht von irgendwo, hat es doch in Afrika, das allen hübschen Antithesen zum Trotz noch immer als die Wiege des Jazz firmiert, seit jeher nur an der Südspitze eine veritable Jazzszene gegeben. Eine rege und stilbildende noch dazu.

Nationalheld

Der Stellenwert von Hugh Masekela in Südafrika ist quasi der eines Nationalhelden. Deshalb hat der 71-jährige Trompeter und Sänger, der für seine berühmte Kurzzeit-Gattin Miriam Makeba lange Zeit auch als Arrangeur tätig war, nicht nur schon wiederholt beim erwähnten Jazz-Festival gespielt, sondern erst vor wenigen Tagen auch beim besagten Kick-Off-Konzert in Soweto.

Das wäre aber auch noch schöner gewesen, hätte man dabei gerade auf jenen Mann vergessen, der mit "Bring Him Back Home" so etwas wie die Hymne zur Befreiung seines Freundes Nelson Mandela geschrieben hat. Das war 1988, zu einer Zeit, als Masekela von seinem US-Exil aus längst zum Star-Botschafter des Township-Jive avanciert war und mit Paul Simon zu dessen "Graceland"-Tournee aufbrach.

Der Überlieferung nach hat klein Hugh seine erste Trompete von Louis Armstrong bekommen. Per Post. Eigentlich ist es aber das Flügelhorn, auf dem Masekela seinen charismatischen Stil entwickelt hat. Damit pendelte der "Sonny Boy" stets zwischen Jazz und Afropop und hält derzeit mit seiner hitverdächtigen CD "Phola" bei einer groovenden Mischung aus R&B, archaischen Rhythmen und eingängigen Melodien. Mit dem Mbaqanga-Song "Grazing in the Grass" landete der sozialkritische Musiker seinen Welthit freilich im Sommer 1968.

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