#Respekt, Folge 2: Fake NewsMartin Emmer: "Wir kriegen das in den Griff"

Warum Menschen gezielt nach Informationen suchen, denen sie zustimmen. Kommunikationswissenschaftler Martin Emmer im Interview der Aktion #Respekt.

Martin Emmer ist Professor an der Freien Universität Berlin. Er forscht zu Internet und Mediennutzung © FU Berlin/Wannenmacher
 

Professor Emmer, Fake News ist ein politischer Kampfbegriff geworden. US-Präsident Donald Trump nennt so Berichte von Medien, die ihm nicht gefallen. Wie definieren Sie den Begriff?
Grundsätzlich steht dahinter etwas bewusst Falsches. Es gibt aber auch andere Gründe, warum etwas nicht zutreffend sein kann: Der Mensch irrt sich. Das könnte man, wenn man Fake News als Kampfbegriff benutzen will, wie Trump das tut, ausweiden. Aus Sicht eines strategischen Akteurs kann alles, was hilft, den anderen zu diskreditieren, Fake News genannt werden. Das gilt auch für Meinungsäußerungen – eigentlich etwas, was nichts mit Fake und auch nichts mit News zu tun hat. Und es gibt bewusst gesetzte falsche Informationen.


Sie sind Experte für Mediennutzung. Wie wirken Fake News?
Zunächst: Viele gehen von einer naiven Idee aus. Demnach bekommen die Leute von den Medien Nachrichten vorgesetzt, und das macht was mit ihnen. Das ist aber zu simpel. Oft ist der Zusammenhang genau umgekehrt. Es gibt Leute in sogenannten Echokammern, die gezielt Futter für ihre verquere Weltsicht suchen. Und denen ist das relativ egal, ob das wahr ist oder falsch. Sie lesen oder schauen sich das an, um das Gefühl zu haben: „Ja, genau, ich hab recht. So hab ich das schon immer gesehen.“


Was bedeutet das für Faktenprüfungen?
Es macht den Kampf gegen Fake News schwer. Man soll nicht meinen, es genüge, nur die Fakten zu widerlegen, und damit sei das Problem gelöst. In der Werbeforschung und der Psychologie kennt man das Phänomen der kognitiven Dissonanz ...


... dabei geht es um unangenehme Selbstzweifel.
Genau. Nehmen wir das Beispiel des Rauchers, der ungern zuhört, wenn es um die Gefahren des Rauchens geht, während er gerne der Geschichte über den deutschen Altkanzler Helmut Schmidt lauscht, der als starker Raucher über 90 geworden ist. So sind wir eben gestrickt. Wir wollen mit uns im Reinen sein. Das führt dazu, dass wir Informationen aus dem Weg gehen. Das wird mit den digitalen Medien einfacher als früher. Da war man auch Inhalten ausgesetzt, denen man ungeplant begegnet ist. Gerade im Internet kann man stärker Unliebsames ignorieren oder ihm aus dem Weg gehen.

 

#Respekt

#Respekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kleinen
Zeitung mit den Bundesländerzeitungen Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten, Tiroler Tageszeitung,
Vorarlberger Nachrichten und Presse. Die Serie thematisiert den eskalierenden Umgangston im Netz und skizziert Strategien zur Verbesserung.


Welche Rolle spielen dabei die Algorithmen?
Sie unterstützen genau das. Soziale Netzwerke wie Facebook wollen, dass wir uns wohlfühlen. Sie möchten kognitive Dissonanzen verhindern. Leute, die Dingen aus dem Weg gehen wollen, werden von diesen Systemen bestärkt.


Wer ist besonders anfällig für Fakes und warum?
Fachkollegen aus der Soziologie verweisen auf Brüche in der Biografie. Gibt es etwa einen Punkt, an dem man sich eingestehen muss, dass man das, was man sich als junger Mensch erträumt hat, nicht erreichen wird? Oder jemand merkt, dass der Job nicht mehr sicher ist. In einer solchen Situation tendieren Menschen dazu, Erklärungen zu suchen und manchmal auch nach Schuldigen. Es hat weniger mit dem Bildungsstand zu tun, eher spielt das Alter eine Rolle. Bei jungen Menschen ist das nicht so ausgeprägt wie bei Menschen über 40.


Haben Jüngere sogar mehr Medienkompetenz und können Falsches von Richtigem, Satirisches von Seriösem und Fakes von Wahrhaftigem unterscheiden?
Ein Großteil der Mediennutzung, vor allem Facebook-Nutzung, verfolgt gar nicht das Ziel, Informationen aufzunehmen. Das ist ein Kurzschluss, vor allem von Journalisten. Es geht um Zeitvertreib. Es geht darum, die Identität, das eigene digitale Ich zu beschreiben. Es geht oft auch nicht darum, was wahr ist und was falsch. Es kommt eher darauf an, dass es ins eigene Selbstbild passt oder cool ist. Trotzdem glaube ich, dass die Frage der Bildung und Kompetenzen immer wichtiger wird.


Warum?
Früher hat man sich mehr darauf verlassen, dass das schon stimmt, was Journalisten berichten. Das ist nicht mehr so. Wir brauchen im Prinzip alle Kompetenzen wie Journalisten, um im Internet souverän zu agieren. Das ist noch nicht weitverbreitet. Quellen prüfen muss eine Grundkompetenz aller werden. Da muss man in Schulen, in der politischen Bildung und auch in Familien deutlich stärker ein Auge darauf haben.


Wieso glaubt man traditionellen Medien nicht mehr?
Grundsätzlich ist es doch nicht schlecht, wenn die Leute ein wenig skeptisch sind. Man kann auch so pauschal gar nicht sagen, dass Medien in Verruf geraten sind. Es ist eher so – und auch das ist ein Ergebnis des medialen Wandels –, dass man die Kritik an den Medien sieht. Ich würde viel darauf wetten, dass viel von dem, was wir heute sehen – wie „Die lügen doch alle“ oder auch der ganze Hass im Netz gegen Ausländer –, nicht neu ist. Es wird nicht ausgelöst durch die Medien oder die Netzwerke, sondern war im Prinzip schon immer da. Es wird jetzt aber offen sichtbar. Weil jeder zum Beispiel auf Facebook offen posten kann und es niemanden gibt, der das filtert.


Sehen Sie die Politik auch in der Pflicht bei der Bekämpfung von Fake News?
In der öffentlichen Kommunikation, in den Medien, hat der Staat nichts zu suchen. Aber trotzdem sehe ich die Politik gefordert. Man muss sich Gedanken machen, wie man mit den neuen Akteuren umgeht. Denen muss man einen verlässlichen rechtlichen Status zuweisen. Und da haben wir im Moment Probleme: Konzerne wie Google oder Facebook bieten mediale Dienstleistungen an, die in unserem Medienrecht bisher überhaupt nicht vorgesehen sind. Wenn ich mir anschaue, dass in bestimmten Bevölkerungsgruppen Facebook die Hauptinformationsquelle ist, dann sind wir in einem Bereich, wo im Fernsehen längst alle möglichen Kommissionen eingeschritten wären, wenn solche Marktanteile erreicht wären.


Ist unsere Art der demokratischen Selbstverständigung in Gefahr durch die Entstehung von Filterblasen, von Abschottung und Desinformation?
Demokratie muss man immer neu aktualisieren. Demokratie ist Streit. Und das ist doch das Positive an der Debatte. Dass wir wieder merken, dass die Demokratie nichts ist, was wir als Endpunkt der Geschichte einmal erreicht haben. Echokammern hat es immer gegeben, behaupte ich. Am Ende aber haben die meisten von uns immer noch ein großes Set an sozialen Kontakten, die verhindern, dass wir da hineinrutschen. Die Forschung zeigt, dass die meisten über Medien und Internetnutzung immer noch ein überraschend vielfältiges Weltbild kriegen. Die Tatsache, dass wir solche Gespräche führen, zeigt, dass die Gesellschaft das Problem erkannt hat und nach Lösungen sucht. Ich bin Optimist. Wir kriegen das in den Griff.

Die Autorin ist Redakteurin des Recherchezentrums Correctiv. Die Redaktion, mit der unsere Zeitung kooperiert, finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wenn Sie Correctiv unterstützen möchten, werden Sie Fördermitglied. Informationen sowie eine Langversion dieses Gesprächs
unter: http://correctiv.org

Kommentare (54)

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Church-Hill
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Den Satz "Das interessiert mich einen Sch..., was sich gehört..."

habe ich in den sechziger und siebziger Jahren sehr oft gehört, und zwar von Leuten, die heute zum Teil in einflussreichen Positionen sitzen und nun ihrerseits den Anderen ihre Meinung aufzwingen wollen. - Im Grunde ist das öde.

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neverthesame
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werden sie doch konkret!

Wen genau meinen sie denn da, der vor gut 47 Jahren pubertierte und heute was zu sagen hat?
bzw. : wenn sie pubertäre Opposition (mehr kann das vor fast 50 jahren nicht gewesen sein) als politisch relevant einstufen, darf man ihre politische Urteilskraft getrost als infantil einschätzen.

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hermannsteinacher
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Fake News

Wie stupide die KLEINE ZEITUNG heute gegen die wertvollen Nahrungsmittel Butter und Palmöl hetzt, geht auf keine Kuhhaut!

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alfons3
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Fake News

Wen wundert es, dass derartige, mitunter abartige Neuigkeiten in den Medien auftauchen? Die sogenannten Journalisten saugen sich, wenn sie keine relevanten Neuigkeiten parat haben, irgendwas aus den Fingern, garnieren den Blödsinn mit nicht beweisbaren Aussagen irgendwelcher Experten und verkaufen den ganzen Schrott als unumstößliche Wahrheit. Es gibt unzählige Beweise, dass es meist die Printmedien sind die als Initiatoren derartiger Lügengeschichten gelten können. Mal mehr, mal weniger, aber immer doch. Ich Leser täglich 3 namhafte Tageszeitungen und nur selten kommen mir Artikel unter, die dasselbe schreiben und auch meinen.
Uns Abonnenten geht es wie allen Österreichern bei den politischen Parteien- wir werden belogen und betrogen dass sich die Balken biegen, aber dagegen tun können wir so gut wie nichts. Bei den Zeitungen können wir höchstens noch das Abo kündigen.

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Marcuskleine
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Ich würde schätzen

... dass der weitaus größere Anteil an Falschmeldungen aus dem Internet kommt und sich dann, z.B. über Facebook, verbreitet; M.E.n. ist nur ein kleiner Teil der Falschmeldungen durch die Redaktion einer Zeitung verursacht worden oder durchgerutscht.
Die angeblichen "Besitzer der Wahrheit", also z.B. die segensbringende FPÖ, hat in ihrem Netzauftritt (z.B. Facebook) mit großer Regelmäßigkeit Falschmeldungen lanciert oder aufgegriffen. Jene Leute sind es, die dann aber oft Zeter und Mordio gegen die vermeintliche "Lügenpresse" rufen!

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prince0357
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Hass?!

"Hate" wird leider aus dem Englischen unrefklektiert im Deutschen mit Hass übersetzt, obschon allein Übersetzungsmaschinen im Internet mehrere Möglichkeiten aufzeigen, wie dies der folgende Link zeigt
http://dict.leo.org/german-english/hate:
Hass, Hetze, Drohung, etc bzw.
Verben:
auf den Tod nicht ausstehen können,
spinnefeind sein,
wie die Pest hassen,
nicht riechen können .....

Außerdem ist insbesondere die angloamerikanische Rechtskultur Grund und Ursache für die "Pervertierung" bzw. Vergewaltigung der Sprache, da die angloamerikanische Rechtssprechung auf dem "Case Law" basiert und nicht wie die europäische Gesetzgebung, welche aus dem paraphierten römischen Recht kommt.

Dies sollte bedacht werden, wenn Kampagnen wie diese hier lanciert werden.

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hermannsteinacher
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Das Problem ist schon in Lukas 14,26 - zumindest was die Übersetzung aus dem Griechischen betrifft - bekannt:

"Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazuauch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein."
Heute versucht man "miseo, misein" (misos=Hass), also "hassen" (Vulgata lat. "odi, odisse") anders zu übersetzen. Ob es damit richtiger wird, ist die große Frage

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hermannsteinacher
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"misein"

hassen,
mit Hass verfolgen,
verabscheuen,
nicht wollen

"odi"
hassen,
verschmähen

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prince0357
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Misein

Verabscheuen, verschmähen, nicht wollen oder nicht mögen...
Arsch im Deutschen ein Schimpfwort im Englischen bezeichnet Ars den Hintern.

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hermannsteinacher
3
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Englisch

arse = Arsch

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hermannsteinacher
2
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Ars

bedeutet im Lateinischen:

Geschick, Geschicklichkeit, Fertigkeit;
erworbenes Können, Handwerk, Gewerbe;
Kunst, Wissenschaft, wissenschaftliches System,;
Methode, Theorie, Lehrbuch; Kunstwerk; Kunstwert; Göttin der Kunst;
Eigenschaft, Verhalten, Art;
Künstelei, Künstlichkeit, künstliches Wesen;
Im Plural auch:
Mittel, Wege, Art und Weise; Listen, Kunstgriffe.

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ChihuahuaWelpe55
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Eine Verpflichtung der Medien

Diese Kampagne ist, so scheint es mir, nicht alleine nur in der Kleinen Zeitung zu finden, sondern stellte, wie ich erst kürzlich festgestellt habe, auch ein Themenschwerpunkt in einer Abendwissenssendung in einem namhaften deutschen Medienunternehmen dar. Eine Absprache zwischen dem Unternehmen und der Kleinen Zeitung bezweifle ich jedoch. Soviel dazu.

Das Problem der fehlgeleiteten Information oder sogenannten Lügen in Medien sind aus meiner Sicht leider jedoch Hausgemacht und sind in der Geschichte sehr gut unter dem Namen "Propaganda" bekannt. Diese sind einseitige Informationen, welche lediglich den Sinn und Zweck verfolgen, andere Staaten oder eine ganze Volksgruppe in ein falsches Licht zu rücken oder sogar noch die eigene Volksmeinung zu lenken und das Volk zu verbinden. Bemerkenswert ist jedoch, dass dieses Werkzeug auch heute noch angewandt wird, wo die Menschen glaubten, sie seien von Lügen verschont geblieben. Am drastischsten ist dieses Phänomen der Lügen in den Medien zwischen dem Westenmächten (allen voran die USA und Europa) und den Ostenmächten (Russland, frühere UDSSR Staaten) besonders heute erkennbar. Wer im russischen Staatsfernsehen in den Nachrichten die Nachrichten aus dem Westen vergleicht, wird sich sprichwörtlich "auf den Schädel" greifen, wie kindlich sich BEIDE Seiten verhalten.

Weshalb nun die Menschen von den Medien weg treibt ist und bleibt der verantwortungslose Umgang mit den Meinungen der Menschen.

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ChihuahuaWelpe55
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2/2

Als Mensch, dem Diversifikation bereits in der Werbung eingebläut wird, kann nun fast nicht anders, als sich kritisch mit den Nachrichten zu befassen. Das sich nun kritische Stimmen durch Lügen weiter hervor tun, und vor allem die Anonymität des Netzes sie schützen, ist natürlich schlecht. Das jedoch alle Quellen durch solche Infokampagnen wie hier, als Lügen abgestempelt werden, finde ich, ist der Kleinen Zeitung nicht würdig. Solche Artikel, wie sie auch verlinkt sind, welche die Lügen mit Fakten wiederlegen, sollte in Zukunft die Hauptaufgabe der Medien werden!

Was ich mir daher von den modernen Medien wünsche ist, dass sie sich mit dem Grund der Lügen und dem Hintergrund der Person und ihre Ziele befassen und diese wiederlegen. Das daraus wieder kritische Berichte und versuchte Wiederlegungen der kritisierten Personen gegenüber den Medien entstehen, sollten wiederum ernst genommen werden und wiederum versucht werden zu widerlegt, bis sich daraus die Wahrheit ergibt!

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paulrandig
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Digitales Vermummungsverbot

Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, dass es eigentlich ironisch ist, wenn z.B. digital ganzkörpervermummte Poster gegen Burkas hetzen?
Warum kann man nicht im Netz genauso wie im öffentlichen Leben ein Vermummungsverbot in bestimmten Bereichen erlassen?
Vielleicht muss das nicht einmal der Gesetzgeber tun. Es könnte genügen, wenn Qualitätsmedien ihre Foren nur mehr Usern mit Klarnamen öffnen. Vielleicht regelt sich dadurch das Niveau von selbst? Ich kann mir sogar vorstellen, dass zwar etliche User verschwinden werden, dass aber andere, die bis dahin angewidert geschwiegen haben, beginnen mitzudiskutieren, wenn einmal eine gewisse Diskussionskultur herrscht.

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Planck
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Irrtum.

Die Vermummten sind natürlich bekannt.
Stellen Sie sich's vor wie Telefonnummern. Die Technik muss wissen, wen sie mit wem verbindet, sogar bei den Viertelanschlüssen, die Telekom hab sie selig ;-)
Klarnamen sind aus vielen Gründen ein Risiko.
Da draußen sind viele Irre unterwegs, glauben Sie es oder lassen Sie es. Leute, die Ihnen niemals auffallen, aber mitlesen und Ihnen möglicherweise Reifen zerstechen, aus welchen Gründen auch immer.
Ein Name ist so gut wie jeder andere, die Telefonnummer (IP-Adresse) ist sowieso eindeutig.
Deswegen denke ich, es wäre gescheit, alle verbalen Übergriffe stehen zu lassen (i. e. NICHT zu löschen), um der Justiz Gelegenheit zu geben, den Dingen gegebenenfalls auf den Grund zu gehen.
Und gleichzeitig der "vierten Macht" die Möglichkeit zu eröffnen, zu kontrollieren, ob das auch geschieht.
Das erfordert allerdings noch viel mehr Aufmerksamkeit innerhalb der Medien; die haben ja schon Schwierigkeiten, die Rechtschreibfehler ihrer medienkundlichen Lehrlinge abzufangen, wie sollen die Verantwortung übernehmen, die noch viel weiter reicht, zumal ich nicht sehe, dass sie das auch wollen.

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paulrandig
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Planck

Ja, die IP KANN eindeutig sein. Für den Moment des Postens.
Die Übergriffe stehen zu lassen ist genau das Problem, das im Artikel über Trolle angesprochen wird: Es vergiftet und vermüllt das Forum. Dadurch können Destruktoren Diskussionen abwürgen. Und um bei den gesellschaftlichen Analogien zu bleiben: Es ist etwa so, als hätte mich jemand beleidigt und anstatt das regeln zu können renne ich in alle Ewigkeit mit der Beleidigung herum, die in leuchtenden Buchstaben über meinem Hirn steht.
Ihr Szenario mit dem Reifenzerstechen ist extrem. Das könnte mir auch passieren, wenn ich auf einer Bühne ein Lied singe, irgendwo einen Vortrag halte oder meinetwegen im Fernsehen auftrete. Alles schon gemacht - nix passiert.
Ich stehe zu dem, was ich sage, wer ich bin und bemühe mich meine Meinungen so zu formulieren, dass sie anregen, aber nicht provozieren.
Deppen gibt's immer und überall. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass offen zur Schau gestellte Verletzbarkeit kaum zu mehr Aggression führt - im Gegenteil. Ich signalisiere damit wohl auch, dass ich es mir leisten kann verletzbar zu sein, weil ich mich notfalls gut zu verteidigen weiß.

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Planck
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Naja.

Es gibt ja mittlerweile schon ausgeklügeltere Forensysteme, in denen man Benutzer ignorieren kann, sodass deren Beiträge nicht mehr angezeigt werden. Stehen lassen müsste man sie, um den Beweis einer Straftat erbringen zu können, was wichtig wäre, weil nach meiner Erfahrung Menschen (jedenfalls die, die sowieso zu Übergriffen neigen) etwas NICHT nicht tun, weil sie moralisch davon überzeugt sind, dass man es nicht tut, sondern ausschließlich aus Angst vor Strafe.
Und was die Namen betrifft: Es hindert Sie ja eh niemand, Ihren Namen zu plakatieren, aus welchen Gründen auch immer Sie das tun wollen. Aber jemanden dazu zwingen zu wollen, hielte ich für abwegig.
Das Profil hat's übrigens versucht. Was schätzen Sie, wieviele durchnummerierte Peter Michael Lingens die da plötzlich hatten? *g

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paulrandig
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Plank

Wenn der Forenbetreiber ohnehin mitloggt (ID etc.), ist das Paket Datum-Zeit-ID-Username-Text als ganzes gesichert. Da muss es nicht ewig in der Öffentlichkeit stehen. Screenshots helfen auch noch um es zu beweisen (und ja - mir ist die Möglichkeit der Manipulation bewusst, aber auch die Möglichkeiten eine solche aufzudecken).
Das mit dem verpflichtenden Klarnamen ließe sich diskutieren.
Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass User mit geprüftem(!) Klarnamen Zugang zu sensibleren Foren bekommen könnten, wo es jetzt kein Forum gibt. Oder/und dass sie in allgemeinen Foren als "Geprüfte Identität" gekennzeichnet werden können und dadurch einen seriöseren Status erlangen.

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Planck
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Ja, schon klar.
Aber in dem Fall müsste der Forenbetreiber von sich aus tätig werden und seine Verantwortung insoweit ausdehnen, dass er eben nicht nur löscht, sondern Posts gegebenenfalls der Strafverfolgung zur Verfügung stellt, respektive selbst anzeigt.
Dafür braucht man aber qualifiziertes Moderatorenpersonal.
Ich sehe beim besten Willen nicht, wo man das herkriegt, zumal gute Leute Geld auch noch kosten ;-)
Wenn Sie gern zertifizierter Benutzer wären, bitte sehr. Ich möchte das bitte nicht sein müssen *g

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robauer
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Wenn die Kleine Zeitung

diese Initiative ernst nimmt, sollte sie als erstes alle ihre Online-Foren liquidieren und schließen. Wird doch nur Stumpfsinn verzapft und Hass geschürt.

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paulrandig
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robauer

Genau. Wenn uns etwas nicht gefällt - Weg Damit!

Sprung in der Plastikhülle? - Wegschmeißen!
Erster Streit mit der neuen Freundin? - Andere suchen!
Probleme mit Flüchtlingen? - Alle abschieben!
Mangelnde Netiquette? - Foren schließen!

Haben wir schon völlig verlernt Probleme in die Hand zu nehmen und zu versuchen etwas zu reparieren, was nicht befriedigend funktioniert?
Sitzen wir nur mehr bequem herum und verteilen Daumen rauf/runter?
Ist die einzige Funktion auf Unbequemes zu reagieren mittlerweile nur mehr "VERBIETEN!" zu schreien?
Haben wir völlig vergessen, was mit "These+Antithese=Synthese" gemeint ist?

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hermannsteinacher
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Hegelianer?

Oder gar "dialektischer Materialist"?

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ChihuahuaWelpe55
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Ad Halbwahrheiten hinsichtlich Islam und Asylpolitik

ganz ehrlich: wenn ein HC Strache gegen den Islam und die Asylpolitk hetzt, kann und würde ich ihn nie und nimmer meine Beachtung schenken, weil ich ihn als "Hetzer" abstempeln würde. Wenn jedoch Islamexperte (also solch ein Mensch aus den eigenen Reihen) in S.T.A.N.D.A.R.D Interviews meinen, der Islam gehöre nicht zu Europa und kritisiert die Asylpolitik scharf, dann glaube ich ihnen das sogar.

Fie Frage, ob das nun Islamophobie oder Ängste schüren ist, würde ich dann nicht stellen, sondern konkret in den entsprechenden Artikeln nachlesen und hinterfragen.

Wir Christen sind zu Recht aber tolerant und verzeihen jede Sünde, weil es uns von Gott aufgetragen wurde.

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paulrandig
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ChihuahuaWelpe55

Also, der letzte Satz ist wohl ein wenig diskussionswürdig.
Erstens haben wir Christen, der Islam und das Judentum denselben Gott.
Zweitens trägt uns unser Gott die selben Gräueltaten auf wie er sie den anderen aufträgt. Bitte das Alte Testament lesen!
Die Idee zur Deeskalation durch Verzeihung hatte erst vor etwa 2.000 Jahren ein Zimmermannssohn aus Palästina, und den haben sie an einen Baum genagelt.
Zu guter Letzt: "zu Recht" tolerant? Welches Recht meinen Sie damit, und worauf fußt es?

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hermannsteinacher
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Unsinn, denn Juden und Muslime haben nur e i n e n Gott ...

und keine Heilige Dreifaltigkeit in drei Göttlichen Personen.

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ChihuahuaWelpe55
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Danke dass sie eine Diskussion entfachen

tatsächlich fusst das neue Testament auf das Alte. Jedoch ist es aus meiner Sicht mit dem Kapitel von der Geburt Jesus abgeschlossen. Jesus als der Messias verkörpert die Vergebung. Wenn wir also die 4 Evangelien als solche war nehmen und auch befolgen, dann wäre uns vergeben. Das Kapitel um die 10 Gebote mit der Heiligung des Sabbats, also des tatsächlichen Samstag, den unsere Gesellschaft als den Konsum-Samstag erkoren hat, ist für mich nach wie vor ein innerliches Konfliktthema.

Btw der Zimmermannssohn ist nicht aus Palestina sondern aus Galliläa, welches im heutigen Israel liegt.

Gut, wir sind sollten uns an das Gebot der Liebe halten, ein Recht ergibt sich daraus freilich nicht.

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