Vorab gesehenSo ist der "Tatort": Ein Mordfall wie ein Egoshooter-Spiel

Eigenwilligkeit beherrscht das Kieler Kommissariat: Borowski und Brandt ermitteln in einem grausamen, aber zwischendurch amüsant überdrehten Darknet-„Tatort“.

Ermitteln dieses Mal unter Nerds: Borowski und Brandt © ORF
 

Was passiert im heutigen „Tatort“?
Der Leiter der Spezialabteilung „Cyber Crime“ am LKA Kiel wurde beim Fitnesstraining ermordet. Borowksi (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekilli) übernehmen – letztere kennt sich als frühere Hackerin mit Kriminalität im Netz bestens aus.


Gibt es ein übergeordnetes Thema?
Ja – das sogenannte „Darknet“. Also anonymer und für Dissidenten geschützter Ort im Netz, der auch Spielplatz von moralbefreiter Kriminalität oder menschlicher Bösartigkeit sein kann. Begehrtes „Tatort“-Thema.

 


Was ist besonders an diesem Fall?
Die eigenwillige, aber packende Bildästhetik (Kamera Benedict Neuenfels). Der Mordanschlag ist u.a. aus der Perspektive eines Egoshooter-Spiels zu sehen. Das wirkt einerseits grausam blutig, andererseits werden Charaktere (die IT-Nerds) oder Smartphone-Anfänger Borowski herrlich ins Absurdkomische überzeichnet.


Wie spannend ist dieser „Tatort“?
Sehr. Auf 85 rasante, humorvolle und lehrreiche Minuten folgt ein überraschendes Ende. Kekilli darf in ihrem vorletzten „Tatort“-Einsatz noch einmal zeigen, wie schlagkräftig sie ist.

 

"Tatort"-Ermittler: Ausstieg, Abschied und raus aus der Rollenfalle

Schauspielerin Sibel Kekilli steigt als Kommissarin Sarah Brandt aus dem Kieler "Tatort" an der Seite von Axel Milberg aus. Sie wünscht sich "wieder mehr Freiraum". Noch zwei Fälle.

ORF

Sie ist nicht die einzige, die Schluss mit den Sonntagskrimis macht. In Bremen werfen Sabine Postel und Oliver Mommsen 2019 das Handtuch.

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Und unlängst ließ auch Andreas Hoppe, der italophile Kommissar Kopper, mit seiner Ankündigung vom Ausstieg aus den Ermittlungen in Ludwigshafen aufhorchen. War das alles nur wegen dem misslungenen Impro-Experiment?

ORF

Für die meiste Aufregung sorgte aber ein Kommissar mit bislang null Einsätzen: Entertainer Harald Schmidt. Er sagte seine Rolle als Kriminaloberrat kurzfristig vor dem Drehstart der ersten Folge ab.

APA/dpa/Christoph Schmidt

Aktuell herrscht wahrlich eine Fluchtbewegung der "Tatort"-Ermittler. Gegangen sind aber auch schon davor einige Superstars - wie etwa Nina Kunzendorf. Sie stieg nach nur fünf Rollen als Kommissarin Conny Mey aus.

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Kurz darauf warf auch ihr TV-Partner Joachim Krol am "Tatort"-Kommissariat Frankfurt das Handtuch.

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Nur sechs Folgen hielt auch die gefragte Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller als Partnerin im NDR-Rundfunk aus.

NDR/Alexander Fischerkoesen

Aufgelassen wurde erst im Dezember die "Tatort"-Dienststelle am Bodensee, dort ermittelten Eva Mattes und Sebastian Bezzel zwölf Jahre lang gemeinsam.

HR/SWR/Peter Hollenbach

Überhaupt nach nur zwei Fällen war für das junge Erfurter Ermittlerduo Alina Levshin, Benjamin Kramme sowie Friedrich Mücke Schluss.

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Verabschiedet von der quotenträchtigen Sendezeit 20.15 Uhr haben sich nach sieben Jahren auch das Leipziger Rosenkrieg-Duo Simone Thomalla und Martin Wuttke.

ORF
1/10


Soll man heute einschalten?
Unbedingt. Es scheint, als nähme das „Tatort“-Jahr nun Fahrt auf. Der Hessische Rundfunk bleibt Garantie für Mut zum Genrekrimi.

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