Ein bisschen Entertainment kann nicht schaden“, sagte Otmar Klammer kürzlich bei der Programmpräsentation seines fünften Jahrgangs von „Jazz & Wein“ und meinte damit Ola Onabulé. Der Impresario verspricht ein „Stimmphänomen mit eleganten Timbres zwischen Blau und Schwarz“, einen Rising Star unter den Vokalisten, den er am ehesten mit dem Fixstern Gregory Porter vergleichen würde.

Am kommenden Samstag wird der aus Nigeria stammende Brite in seinem exzellenten Sextett nun also auch bei seiner Österreich-Premiere in Leibnitz beweisen, wie behände man zwischen Jazz und Soul changieren kann, wie man in Erinnerung an seine Herkunft auch weltmusikalische Klänge ganz organisch untermischt und wie stimmig sich Poesie und Power vereinen lassen.

In den Genuss von Onabulés Vokalkunst kamen schon Festivalbesucher von Montréal, bis Istanbul, von Lettland bis Umbrien. Der 53-jährige Londoner, der auch Songwriter, Arrangeur und Produzent ist, arbeitet in Duos mit Pianisten genauso gern wie mit großen Ensembles, etwa mit der WDR Big Band. Und im Vorjahr interpretierte er mit der Danish Radio Big Band Stücke aus seinem jüngsten, achten Album: „It’s the Peace That Deafens“ ist ein Intensivpaket von zwölf Songs über Identität, Versöhnung und Nostalgie. Einige davon sind übrigens vom Posaunisten Ed Partyka arrangiert, dem Leiter des Jazzinstituts an der Grazer Kunstuniversität.

Soul = Seele. Bei Ola Onabulé stimmt diese Gleichung punktgenau, das wird der charismatische Soulist mit seiner Bühnenpräsenz gewiss auch in Leibnitz unterstreichen.

Saxophonistin Tori Freestone	 eröffnet mit ihrem Trio im Weinkeller des Schlosses Seggau
Saxophonistin Tori Freestone eröffnet mit ihrem Trio im Weinkeller des Schlosses Seggau © KK