Surfer-Doku BeyondPerfekte Welle trug Grazer Filmemacher nach Afrika

Ihre Surfer-Doku „The Old, the Young and the Sea“ sorgte 2013 für Furore. Jetzt rollen Mario Hainzl und Andreas Jaritz ihren neuen Film über den schwarzen Kontinent aus.

"Beyond" ist ein afrikanischer Prachtfilm aus Steirerhand
"Beyond" ist ein afrikanischer Prachtfilm aus Steirerhand © Felix Gänsicke
 

Reisen ist in Marokko etwas für Reiche, die Armen schauen, dass sie zu Brot kommen, um zu überleben, erzählt der marokkanische Buchhändler den Zuhörern im Kinosaal: „Wenn wir eine Reise machen wollen, müssen wir lesen.“ Fällt dieser Satz ist das Publikum schon auf Reisen. Die Steirer Mario Hainzl und Andreas Jaritz haben es an der Hand genommen und (ver)führen es in der Surfer-Doku „Beyond“ nach Afrika.

Rückblende: Wir schreiben 2013. Hainzl und Jaritz, beide aus dem Bezirk Leibnitz, die in Klagenfurt studiert haben, beide Weltenbummler, die nun in Graz vor Anker sind, haben ihre Surfer-Doku „The Old, the Young an the Sea“ auf dem Berg- und Abenteuerfestival in Graz präsentiert. Die Indie-Produktion sollte erst nicht mehr als ein Reise-Videotagebuch mit Porträts der Menschen an den Surfer-Sport in Spaniens Galicien werden. Es wurde ein 90-Minüter, trotz Schmalspurbudgets von 30.000 Euro. Der Streifen erwischte die perfekte Welle, weiß Regisseur Hainzl heute: „Er machte die Runde auf Filmfestivals wie Santa Barbara oder Newport.“

35.000 Zuschauer sahen den ersten Streifen

35.000 Menschen haben ihn auf Tour, in Kinos und auf Festivals gesehen. Im Kielwasser dieses Erfolgs wurde ihre neue Produktion „Beyond“ nun gleich mehrere Nummern größer: Mit Sponsoren und ORF-Filmförderung konnten sie ein Budget stemmen, das in der Liga heimischer Profi-Doku-Filmer mitspielt. Längst sind sie ja Profis in dem Geschäft, in das sie 2013 eher zufällig eingetaucht sind. Mit ihrem Unternehmen, „Nomad Earth Media“, positionieren sie sich als Geschichtenerzähler für das digitale Zeitalter.

60 Interviews in drei Monaten

Die Geschichten in ihrem neuen Film erzählen – wie schon im ersten Surfer-Streifen – die Menschen entlang der Reiseroute: Marokko, Mauretanien, Senegal. Ein Trip von der islamisch-arabischen Kultur über den afrikanisch geprägten Islam bis hin zum christlich-animistischen Süd-Senegal. „Es gibt nicht ein Afrika, so wie wir das aus der Ferne in Europa immer glauben. Das ist ein unglaublich vielfältiger Kontinent“, zieht Hainzl eine der Lehren aus der Reise. 60 Interviews zu je einer Stunde hat das Team in drei Monaten gedreht.

So bunt ist der schwarze Kontinent: Steirer drehen Surfer-Doku

Beeindruckende Landschaften, spannende Lebensgeschichten, prachtvolle Bilder - die Surfer-Doku "Beyond" zeigt den schwarzen Kontinent in all seiner Vielfältigkeit und Farbenpracht. Klicken Sie sich durch die besten Bilder.

Felix Gänsicke
"Beyond" - Screenshot
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Lupi Spuma
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KK
Andreas Jaritz
Felix Gänsicke
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Wir treffen im Film Longboarder, eine junge Frau, die in Marokko surft, „obwohl Frauen dafür Sponsoren finden und sehr stark sein müssen, wenn sie frei sein wollen.“ Wir treffen einen silberhaarigen Schweizer Auswanderer mit spanischer Frau, der immer noch auf sein (Wind-)Surfboard steigt, weil das Leben zu kurz ist, um sich in Europa in Sicherheit zu wiegen. Und wir treffen auf unfassbare Bilder, Landschaften, einen Film, der sich Zeit nimmt. So viel Zeit, wie ein Surfer, der warten können muss, auf die Welle, den richtigen Moment, ehe er auf sein Brett steigt.

Da gibt's "Beyond" zu sehen

Die Surfer-Doku hat ihre Premiere in Graz erlebt und war auf Tour durch halb Europa.

Von 6. bis 10. November ist der Film jeweils um 20.30 Uhr im Grazer Schubert-Kino zu sehen.

Weitere Spielzeiten und Film-Download (11,99 €) unter www.beyondsurfmovie.com

Warum eigentlich noch eine Wellenreiter-Doku? Regisseur Hainzl überlegt nicht lange: „Weil Surfer-Spots Kristallisationspunkte sind, an denen sich Menschen aus aller Welt, aller Kulturen treffen.“ Hier kann man etwas erfahren vom Leben auf unserem Planeten, etwas darüber weitergeben. Tatsächlich erzählt „Beyond“ mehr als eine Surfer-Story. Der Film ist voll von Geschichten über Afrika, über die Menschen dort, über das Leben in der dritten Welt, über Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Europa.
Hainzls Kompass weist indes den Weg schon nach Fernost. Das nächste Projekt soll in China entstehen – wohl ohne Surfer-Pathos, aber getragen von einer Erkenntnis, die das Team von „Nomad Earth Media“ auf seinen Reisen gewonnen hat: „Geht es um ihre Ängste, Hoffnungen oder Träume, sind letztlich alle Menschen rund um den Globus gleich.“

 

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