Nestroy-Preis-Gala: Burgtheater übernimmt künstlerische Gestaltung

Die Nestroy-Gala am 13. November steht unter dem Motto "Wie gefährlich ist die Kunst?". Autorin Julya Rabinowich liefert das Buch für den Abend. Und schickt das Moderatorenduo Nikolaus Habjan und Manuela Linshalm als Teufel und Katze auf die Bühne.

EROeFFNUNG WIENER FESTWOCHEN 2016: HABJAN
Puppenspieler Nikolaus Habjan wird die Gala moderieren © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Das Burgtheater übernimmt "Schirmherrschaft und künstlerische Gestaltung" der 18. Nestroy-Gala, die am 13. November im Wiener Ronacher über die Bühne geht. Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan wird mit seiner Partnerin Manuela Linshalm sowie Burgschauspielerin Regina Fritsch moderieren.

Die Autorin Julya Rabinowich liefert das Buch. Ihr Thema: Wie gefährlich ist die Kunst? Dies sei "eine Frage, die leider nicht nur auf der Metaebene aktuell ist, sondern auch ganz konkret. Denn in einigen Teilen der Welt sind Künstler und Künstlerinnen heute wieder der Gefahr ausgesetzt, wegen ihrer Kunst eingesperrt zu werden. Eine Entwicklung, die wir weltweit beobachten und die immer näher an uns heranzurücken droht", so Franz Patay, Präsident des Wiener Bühnenvereins, der den Nestroy-Preis veranstaltet, heute in einer Aussendung.

"Ich fürchte, dass die politischen Zustände im Augenblick absurder werden als die Besetzung meines Moderatorenduos, dieses Jahr bestehend aus einem Teufel und einer Katze", wird Rabinowich dazu zitiert. n"Aber das ist noch kein Grund zu verzweifeln. Unsere Stimmen sind gefragter als zuvor: die Stimmen der Kritiker und Kritikerinnen, die Stimmen der Analytiker und Analytikerinnen, die Stimmen der Vernunft und des beißenden Witzes. Ohne diesen bleibt einem sonst die ganze neue Welt im Halse stecken. Und wem die Welt im Halse steckt, der kann nichts mehr dazu sagen."

"Nestroy saß mehrfach im Gefängnis, er wurde direkt von der Bühne weg verhaftet", erläuterte Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann das von ihr gewählte Motto des Abends: "Heute wird ein Regisseur in Russland in einem Käfig eingesperrt und zur Schau gestellt, ein Dirigent darf nach Kritik an seinem Präsidenten nicht mehr in sein Heimatland reisen. In der Türkei sind kritische Autoren und Autorinnen nicht sicher vor willkürlichen Verhaftungen. In unserem Nachbarland werden Künstler und Künstlerinnen zu Staatsfeinden erklärt. Welche Macht hat die Kunst, wie gefährlich ist sie und leben wir im gelobten Land? Anscheinend hat die Kunst heute noch immer die Macht aufzuzeigen, dass des Kaisers neue Kleider gar keine sind."

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