Kritik"Aida" wurde zum erwarteten Operntriumph

Riesenjubel und Standing Ovations Sonntagabend für die Salzburger "Aida": Anna Netrebko brillierte in der Titelrolle, Riccardo Muti sorgte für musikalische Finessen und Shirin Neshat lieferte eine Inszenierung ohne Pomp, die dennoch mächtig faszinierte.

SALZBURGER FESTSPIELE 2017: FOTOPROBE 'AIDA'
Ausverkaufter Höhepunkt der Salzburger Festspiele: "Aida" mit Anna Netrebko © APA/BARBARA GINDL
 

Die Salzburger Festspiele und ihr neuer Intendant Markus Hinterhäuser haben einen Lauf: Die Monteverdi-Trilogie, Mozarts "Titus" und Schostakowitschs "Lady Macbeth" durfte man schon als große szenische Erfolge verbuchen. Und Sonntagabend kam ein prognostiziertes Theaterereignis hinzu: Giuseppe Verdis "Aida" war mit Hochspannung erwartet worden und geriet tatsächlich zum Operntriumph.

Bei der Premiere unterstrich Anna Netrebko als Debütantin in der Titelrolle ihren Stammplatz auf dem Sopranistinnenthron. Mit dem Brokat in ihrer Stimme, die Sinnlichkeit wie Dramatik gleichermaßen beherrscht, und ihrer darstellerischen Präsenz gab sie in einem wunderschönen stahlblauen Seidenkleid hoch beeindruckend die äthiopische Prinzessin Aida, die nach Ägypten entführt wird und dort in einen Taumel von politischen und emotionalen Kämpfen gerät.

Salzburger Festspiele: So wird die Aida ausschauen

Am 6. August feiert Verdis "Aida" Premiere bei den Salzburger Festspielen.

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Die Titelpartie wird von Anna Netrebko gesungen. Sie gibt die athiopische Königstochter, die nach Ägypten als Geisel verschleppt wird.

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Der Heerführer Radames (Francesco Meli) muss sich zwischen Aida und der Pharaonen-Tochter Amneris (Ekaterina Semenchuk) entscheiden.

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Am Pult der Wiener Philharmoniker steht Riccardo Muti. Verdi hatte sich während der Komposition an ägyptischen, religiösen Traditionen und an antiken Musikinstrumenten orientiert, was sich u.a. im berühmten 'Triumphmarsch' niederschlug.

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Doch Verdi verfolgte damit weniger die Darstellung ägyptischer Historie, sondern verpackte in ihr seine Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft.

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'Aida' ist Giuseppe Verdis drittletzte Oper - ihr folgten in großem Zeitabstand nur noch 'Otello' und 'Falstaff' nach Shakespeare. Ihre erfolgreiche Uraufführung erlebte 'Aida' 1871 am damals neuen Opernhaus in Kairo. 

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Die Oper wird auch vom ORF übertragen, und zwar am 12. August um 20.15 Uhr. (v.l.) Dmitry Belosselskiy (Ramfis), Roberto Tagliavini (Der König), Ekaterina Semenchuk (Amneris), Francesco Meli (Radamès)

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(v.l.) Francesco Meli (Radamès), Ekaterina Semenchuk (Amneris)

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(v.l.) Anna Netrebko (Aida), Luca Salsi (Amonasro)

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(v.l.) Luca Salsi (Amonasro), Francesco Meli (Radamès), Anna Netrebko (Aida

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(v.l.) Ekaterina Semenchuk (Amneris), Francesco Meli (Radamès)

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(v.l.) Anna Netrebko (Aida), Ekaterina Semenchuk (Amneris)

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Ekaterina Semenchuk (Amneris)

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Der Genueser Francesco Meli stattete den ägyptischen Feldherrn Radamès, der sich verbotener Weise in die Gefangene verliebt und damit sie und sich nicht erst beim Anrücken der äthiopischen Streitmacht in ein Dilemma stürzt, mit herrlichem Tenor aus. Ekaterina Semenchuk sang herb-prachtvoll die Pharaonentochter Amneris, die Aida als Sklavin hält und in ihr bald eine Liebesrivalin erkennt. Der italienische Bass Roberto Tagliavini als König und der Rest des Ensembles sowie der geforderte Wiener Staatsopernchor boten ebenfalls Festspielniveau.

Am Pult sorgte Riccardo Muti, der Verdis Vierakter nach 38 Jahren erstmals wieder dirigiert, für fast kammermusikalische Feinarbeit, selbst im berühmten Triumphmarsch, freilich ohne die großen Gesten in Verdis Partitur zu vernachlässigen. Mit den blendend disponierten Wiener Philharmonikern fand der 76-jährige Italiener zu einer farbigen, kontrastreichen Interpretation des 1871 in Kairo uraufgeführten und in Salzburg erst einmal unter Karajan zu sehenden Dramas. Ein echter Souverän im Dienste der Musik. 

Christian Schmidt hat mit offenen Kuben und Treppen auf der Drehbühne einen zeitlosen Tempelort in das Große Festspielhaus gebaut, an dem sich die geschickt choreographierten Figuren in Tatyana van Walsums eleganten Kostümen bewegen und stierschädlige Tänzer rituelle Reigen vollführen. 

 

Salzburger Festspiele: Vor der "Aida"-Premiere

Klassisch in Schwarz: die frühere US-Botschafterin in Österreich Alexa Wesner kam zum Höhepunkt der heurigen Salzburger Festspiele - zu "Aida".

Stammgäste an der Salzach: der Pianist Rudolf Buchbinder mit Ehefrau Agnes

Ganz entspannt: der frühere ÖVP-Obmann Josef Pröll mit Ehefrau Gabi in Blitzblau

Für Anna Netrebko und Co. angereist: Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun mit Ehefrau Brigitte

Glänzend in Schwarz und Gold: die deutsche Moderatorin Katja Burkhard ...

... sie kam, wie jedes Jahr, mit Lebenspartner Medienmanager Hans Mahr

Nobles Glitzern: die Unternehmerin Nadja Swarovski und Banker Rupert Adams

Wirtschaft trifft Kultur: die Manager Matthias Winkler und Alexandra Winkler 

Ex ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner mit Ehefrau Anna Maria

Wissenschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) mit Ehefrau Andrea Samonigg-Mahrer

Richard Lugner kam mit Begleitung Andrea zur Premiere

Ganz in Grün: Leopold Prinz von Bayern 

Royaler Besuch: Prinzessin Elisabeth von Auersperg-Breunner und Alexander Auersperg-Breunner 

Der deutsche Unternehmer Erich Kellerhals mit Ehefrau Helga

Der schweizer Künstler Rolf Sachs mit Ehefrau Maryam

Stammgäste an der Salzach: Unternehmer Gert Rudolf Flick und Corinne Flick

Familienausflug: Gabriela Prinzessin zu Leinigen mit Sohn Ali

Eilen durch den Regen: Die deutsche Sängerin und Autorin Hera Lind mit Ehemann Engelbert Lainer

Film-Adel: Der deutsche Filmproduzent Oliver Berben mit Ehefrau Kathrin

Ließen sich "die" Opern-Premiere des Jahres nicht entgehen: Altbundeskanzler Franz Vranitzky mit Ehefrau Christine

Goldiger Auftritt: Opernballorganisatorin Maria Großbauer

Stammgast in der Mozartstadt: TV-Charmeur Thomas Gottschalk

Edler Auftritt: Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler 

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Überzeugend und unter die Haut gehend ist die allererste Opernregie von Shirin Neshat, die auch auf Videos von Martin Gschlacht zurückgreift, den Wiener Kameramann ihres internationalen Filmerfolgs "Women Without Men". Die seit Langem in New York lebende iranische Künstlerin arrangiert das Spiel der Mächte zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Politik und Privatheit, zwischen Hohepriestern und Militärs in der versprochenen Reduziertheit, die der Musik sehr zugute kommt. Und ihre Deutung der "Aida" gerät – aus dem Schmerz ihrer eigenen Verbannung aus ihrer Heimat vor 21 Jahren heraus – auch zur Refexion über Frauenschicksale, Tyrannei und Unterdrückung in autoritären Gesellschaften.

 

#aida #tolleinszenierung #ohnerosaelefanten #bravo

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Riesenjubel (und ein einsamer Buhruf) von einem illustren Publikum - auch von Ex-Präsident Heinz Fischer samt Frau über Ex-Kanzler Franz Vranitzky bis zum Ex-Intendanten Peter Ruzicka, von Banker Andreas Treichl über ORF-Chef Alexander Wrabetz bis zum Medienmanager Horst Pirker und Erzbischof Franz Lackner, von zig Vertretern aus der Kulturszene wie dem Galeristen Thaddaeus Ropac und dem Pianisten Rudolf Buchbinder über den Startenor Placido Domingo bis zu "Jedermann" Tobias Moretti mit seiner Frau Julia. Lange, berechtigte Standing Ovations für die Adelung eines Opernklassikers durch ein exzellentes Gesamtteam und speziell für die strahlende Königin Anna I.

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