LiteraturpreisTeresa Präauer erhält Erich-Fried-Preis

Die Linzer Autorin und Künstlerin half Juror Franz Schuh mit ihrem Roman "Johnny und Jean" "das Phänomen der (bildenden) Kunst besser zu verstehen".

Erhält den mit 15.000 Euro dotierten erich-Fried-Preis: Teresa Präauer © Thomas Langdon
 

Die österreichische Schriftstellerin und Künstlerin Teresa Präauer (38) wird heuer mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet. Das hat der diesjährige Allein-Juror Franz Schuh entschieden. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird im Rahmen der Erich-Fried-Tage verliehen. Diese finden vom 28. November bis 3. Dezember statt und haben heuer das Generalthema "Ach! Reden über die Liebe".

Teresa Präauer, geboren 1979 in Linz, ist Autorin und bildende Künstlerin und lebt in Wien. Sie studierte Malerei und Germanistik in Salzburg, Berlin und Wien. Ihr Debütroman "Für den Herrscher aus Übersee" wurde mit dem Aspekte-Preis ausgezeichnet, für "Johnny und Jean" erhielt sie den Droste-Literaturförderpreis und den Förderpreis zum Hölderlinpreis. 2016 erschien ihr Roman "Oh Schimmi", aus dem sie im Jahr davor beim Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt gelesen hatte, bei der Juryabstimmung zu Beginn vorne lag und am Ende doch leer ausging. Sie war "Honorary Fellow in Writing"an der University of Iowa, "Writer in Residence" am Grinnell College und S.-Fischer-Gastprofessorin am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin.

Das Phänomen der Kunst

Teresa Präauer sei "eine Autorin, die mir geholfen hat, ein Phänomen (genauer: die Darstellung eines Phänomens) besser zu verstehen. Es ist das Phänomen der (bildenden) Kunst", begründet Franz Schuh seine Wahl. "Vor allem in ihrem Buch 'Johnny und Jean' hat Teresa Präauer alle Phrasen, die für 'Kunst heute' im Umlauf sind, in die verdiente Bedeutungslosigkeit verbannt. Man lernt durch Präauer die Widersprüchlichkeit des Phänomens Kunst von neuem kennen, seine soziale Verankerung, die internen und externen Praktiken, das Sehnsuchts- und Enttäuschungspotential, das nicht zuletzt alle Versuche motiviert, 'von der Kunst zu leben'." Präauers Form der Darstellung sei "nie belehrend, nie definitorisch oder kommentierend. Der Text ist und bleibt eine Erzählung über eine Freundschaft im Künstler-Konkurrenzkampf, die außerdem noch von der Liebe handelt, von der wir ja einiges durch Erich Frieds Lyrik wissen."

Die vom Bundeskanzleramt gestiftete Auszeichnung wird von der Internationalen Erich Fried Gesellschaft seit 1990 an jüngere Autoren für herausragende literarische Leistungen vergeben. So umfasst die Preisträgerliste so renommierte Namen wie Christoph Hein, Robert Schindel, Robert Menasse oder Judith Hermann. 2016 erhielt der deutsche Schriftsteller Leif Randt den Preis.

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