MozarteumLaiendarsteller sollen ab heute Salzburg bereichern

Heute hat Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline" Premiere: Mittels Laien-Casting suchte das Regie-Duo "eine besondere Ehrlichkeit". Bis 18. August steht es auf dem Spielplan im Großen Studio der Salzburger Universität Mozarteum.

SALZBURGER FESTSPIELE 2017: FOTOPROBE 'KASIMIR UND KAROLINE'
Mitglieder des Ensembles aus Laien und Schauspielern während der Fotoprobe zu Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline" © APA/GINDL
 

Warum Laien oftmals die ehrlicheren Schauspieler sind und warum im Theaterstück "Kasimir und Karoline" die Hauptrollen gleich mehrmals besetzt werden, erklärten die beiden amerikanischen Künstler Abigail Browde und Michael Silverstone bei einem Terrassentalk der Salzburger Festspiele. Unter dem Namen "600 Highwaymen" erarbeitet das Duo partizipative Theaterprojekte in ganz Europa. Neben professionellen Schauspielern sind es vor allem Laiendarsteller, welche die Stücke der beiden bereichern. Für die Salzburger Festspiele erarbeiteten "600 Highwaymen" Ödön von Horvaths "Kasimir und Karoline", das heute im Großen Studio der Universität Mozarteum Premiere feiert.

Theater mit perfekt ausgebildeten Schauspielern erwecke in ihren Augen heutzutage leider einen einschläfernden Eindruck, weshalb das Duo lieber auf Darsteller zurückgreift, die nicht so leicht einschätzbar sind. "Diese Menschen haben positive Auswirkungen auf das Theater und bekommen viel einfacher die Empathie des Publikums, wodurch wiederum ganz neue Verbindungen entstehen. Aber natürlich braucht man auch Profis", sagte Silverstone.

Salzburger Festspiele: Premiere von "Kasimir und Karoline"

Ihre Spezialität: partizipative Theaterprojekte in ganz Europa. Unter dem Namen "600 Highwaymen" haben die US-Amerikaner Abigail Browde und Michael Silverstone sich "Kasimir und Karoline" vorgeknöpft.

Barbara Gindl

Ödön von Horvaths Stück aus dem Jahr 1932 inszenieren sie mit Laien und Schauspielern, rund 350 Laien wurden dafür gecastet.

Barbara Gindl

Das im Jahr 1932 uraufgeführte Volksstück feiert in seiner Neuinszenierung am 11. August seine Uraufführung bei den Salzburger Festspielen.

 

Barbara Gindl

Theater mit perfekt ausgebildeten Schauspielern erwecke in ihren Augen heutzutage leider einen einschläfernden Eindruck, weshalb das Duo lieber auf Darsteller zurückgreift, die nicht so leicht einschätzbar sind, erklärten die beiden bei einem Pressetermin.

Barbara Gindl

Was sie dabei auch verraten haben: Kasimir wird von insgesamt acht Darstellern gespielt, ebenso viele verkörpern die Karoline. "Das Verständnis für das Stück kann sich sehr interessant ändern, wenn Kasimir einmal ein 13-jähriger Bub und dann wieder ein 60-jähriger Mann ist", erklärte Browden. 

Barbara Gindl

Viel Spaß mit den weiteren Bildern!

Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
Barbara Gindl
1/31

Nach einer Vorauswahl wurden 350 Leute gecastet. Man habe sich viel Zeit genommen, um die einzelnen Bewerber kennenzulernen. Schließlich ging es nicht darum, "den besten Kasimir" zu finden, sondern einen, der lebendig und natürlich ist. Silverstone nennt das "eine besondere Ehrlichkeit". Letztendlich wird Kasimir von insgesamt acht Darstellern gespielt, ebenso viele verkörpern die Karoline. "Das Verständnis für das Stück kann sich sehr interessant ändern, wenn Kasimir einmal ein 13-jähriger Bub und dann wieder ein 60-jähriger Mann ist", erklärte Browden.

Die größten Probleme hatten die beiden Amerikaner tatsächlich bei der eigenen Erarbeitung des Stückes. Nie zuvor hätten sie sich zuvor mit Horvath befasst und die Übersetzung des Stückes ins Englische habe sie erst einmal abgeschreckt, anstelle sie zu begeistern. Eine Neufassung wurde übersetzt und den endgültigen Aha-Augenblick erlebten die beiden letztlich, als sie sich mit Land und Leuten in Salzburg befassten.

Letztlich sei "Kasimir und Karoline" eine Neuinterpretation des Originaltextes. Die Grundhandlung bleibe das Gerüst, allerdings habe man zugunsten des Verständnisses einige Nebenhandlungen und Figuren gestrichen. "Wir wollten den Text für das Publikum formulieren. Deshalb standen für uns bestimmte Fragen im Fokus: Warum erzählen wir die Geschichte und welche Bedeutung hat sie für uns?", so Browden. Aufgeführt wird das Stück dann in deutscher Sprache, die beide Künstler mittlerweile sehr schätzten.

Kommentieren

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.