MeinungsfreiheitGabalier blitzt auch in zweiter Instanz gegen Konzerthaus-Chef ab

Das Oberlandesgericht Wien bestätigt ein Urteil des Handelsgerichts mit Verweis auf die Meinungsfreiheit. Konzerthaus-Chef Matthias Naske hatte Andreas Gabalier nicht auftreten lassen.

Musiker Andreas Gabalier © Jürgen Fuchs
 

Schlagersänger Andreas Gabalier ist auch in zweiter Instanz mit seiner Klage gegen Konzerthaus-Chef Matthias Naske abgeblitzt. Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hat laut Aussendung vom Donnerstag die Entscheidung des Handelsgerichts Wien bestätigt, wonach die Aussagen von Naske über Gabalier in einem Interview durch die Meinungsfreiheit gedeckt sind.

Naskes Aussage, er hätte Gabalier im Konzerthaus nicht auftreten lassen, denn man müsse wissen, wer Gabalier sei und wofür er stehe, und das Konzerthaus treffe auch gesellschafts- und kulturpolitische Aussagen, seien als Werturteile zulässig. Sie könnten auf Äußerungen Gabaliers "zu gesellschaftlich relevanten Themen bezogen" werden, "was unter anderem seine Ablehnung der Berücksichtigung 'großer Töchter' in der österreichischen Bundeshymne betrifft", so das OLG.

Einen ordentlichen Revisionsrekurs an den Obersten Gerichtshof ließ das Gericht nicht zu, "weil die Beurteilung der Äußerungen als Einzelfallentscheidung keine erhebliche Rechtsfrage aufwirft". Der Oberste Gerichtshof könnte allenfalls über ein außerordentliches Rechtsmittels mit der Causa befasst werden.

Anhängig ist allerdings noch jene Klage, die Gabaliers Tonstudio Stall-Records gegen das Konzerthaus und Naske eingebracht hat. Naskes Aussagen seien "herabsetzend", Gabalier werde ins rechte Eck gerückt, was wirtschaftliche Einbußen zur Folge habe, heißt es darin. Einen Antrag auf Einstweilige Verfügung hat das Handelsgericht bereits abgewiesen.

Kommentare (11)

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scionescio
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Warum bringt man diese Meldung unter der Rubrik Kultur?

Boulevard oder "Als Mountain Man verkleideter Möchtegernmusiker sucht Aufmerksamkeit " wäre doch viel passender ...

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altbayer
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Möchtegernmusiker würde ich nicht sagen

Die Musikrichtung von Andreas Gabalier ist nicht mein Fall.
Es gibt aber viele Österreicher, Schweizer und Deutsche die genau die Musik hören wollen - Geschmäcker sind verschieden.
Der Erfolg gibt ihm Recht - ich denke, dass er solche Schlagzeilen gar nicht benötigt.
Es ist in manchen Kreisen leider so, dass ein Lederhosenträger sofort ins rechte Eck gestellt wird.

Ich mag auch die Musik Conchita nicht (anm. Whitney Houston, Celine Dion, etc. konnte ich auch nie anhören).
Ich möchte gerne hier den Aufschrei hören, sollte ich jetzt eine negative Meldung über sie schreiben.

Die Kunst (und Kultur) in Österreich ist frei - wenn ich die Blasmusik aus Unterstinkenbrunn oder die Krätzenbuam oder 3Lusitgen4 anhören will, ist es meine Sache.
Jeder Musiker, der aus Freude sein Instrument in die Hand nimmt und damit mehr oder weniger schöne bewusste Töne, herauszaubert ist ein Musiker.....
Wenn ich meine alte Gitarre hervor hole und ein paar alte Rocksongs singe, bin ich für mich auch der beste Musiker der Welt und kein MÖCHTEGERNMUSIKER!

PS: Für alle die auf falsche Gedanken kommen -
- die John Otti Band brauch ich auch nicht !!!!!

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selbstdenker70
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...

Ob man ihn mag oder nicht, ich finde das Urteil bedenklich. Meinungsfreiheit ja, aber nicht wenn man in der Öffentlichkeit steht. Damit sollte der ogh ja schon Erfahrung gemacht haben....

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Joker123
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Schau,

mit der Meinungsfreiheit ists eigentlich einfach:
Du darfst sagen, was du dir denkst (sofern nicht strafrechtlich relevant), ohne dass dich der Staat deshalb verfolgt.
ABER wenn du meinst, deine Meinung öffentlich verkünden zu müssen, dann hat jeder das Recht, dich entsprechend deiner Meinung zu behandeln.

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schadstoffarm
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?

gerade Personen in der Öffentlichkeit sind legale "Opfer" der Meinungsfreiheit da sie diese Öffentlichkeit ja selbst suchen.

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harri156
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Dieser durchschnittliche Sänger benutzt die Österr. Justiz als PR Agentur!

Hätte der Volksdümmler nicht geklagt.... keine Zeitung würde über ihn schreiben.

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schebach
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welches Eck denn?

... als das rechte. Das ist ein Faktum und keine Beurteilung.

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schadstoffarm
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auch gleich Royal Albert Hall,

Elbphilharmonie und Generalmusikdirektion klagen weil die noch keine Konzerttermine angeboten haben.

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tschifudl1
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eben...

Wiener Mafia!

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Eyeofthebeholder
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@tschifudl1: Gabalier ist aber

kein Wiener...

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Joker123
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@eye

Nein, da geht´s doch nicht um die Herkunft sondern um den Sündenbock....was eignet sich da besser, als Rot/Grün?

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