Kultur-Pläne

Minister Drozda macht der freien Szene sehr viel Mut

Einen "ganz klaren Fokus auf zeitgenössisches Kunst- und Kulturschaffen" sowie einen langfristigen Schwerpunkt auf Kultur und Integration hat sich der neue Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) vorgenommen.

ANGELOBUNG VON KULTURMINISTER DROZDA
© "Riesiger Nachholbedarf": Thomas Drozda
 

Künstler sollten deutlich mehr als bisher gehört werden, versichert  Minister Thomas Drozda und räumt einen "riesigen Nachholbedarf bei Stipendien, die teilweise seit 15 Jahren nicht mehr erhöht wurden", ein. Per 1. Juli werden diese von 1.100 auf 1.300 Euro monatlich erhöht, und bei den Freien Gruppen ist ein Ausbau in zwei Tranchen, beginnend mit 1.1.2017, beabsichtigt. Bis 2018 soll es bei Personenförderung und "freier Szene" insgesamt 5 Mio. Euro mehr geben. Auch die Zahl der Arbeitsateliers wird mittelfristig erhöht.

Zum Thema "Kunst und Integration" erwartet sich der Minister von Bundestheatern, Bundesmuseen und anderen Institutionen konkrete Vorschläge, die Mittel des ausgeschriebenen Calls "zusammen:wachsen" werden von 200.000 auf 300.000 Euro aufgestockt. "Das Interesse daran ist überwältigend", sagte Drozda. Zudem ist eine bundesweite Aktionswoche "Kultur und Integration" geplant.

Investitionen

Im Rahmen eines Schwerpunkts "Transparenz und Professionalisierung" wurde für Bundesmuseen und Österreichische Nationalbibliothek EU-weit ein gemeinsamer Wirtschaftsprüfer ausgeschrieben. "Die Abschlussprüfungen 2016-2020 sollen de facto aus einer Hand kommen." Der Aufteilungsschlüssel für die Basisabgeltung der Bundestheater für die Saison 2016/17 wurde beschlossen und genehmigt. Demnach erhielten die Holding 4,9 Mio. Euro, das Burgtheater 48,7 Mio., die Staatsoper 63,2 Mio. und die Volksoper 39,8 Mio. Euro.

An Investitionen nannte der Minister u.a. ein neues Depot für das Technische Museum Wien, das um 4,1 Mio. Euro bis Sommer 2017 fertiggestellt werden soll, die Sanierung des Volkstheaters, zu der das Kulturministerium 12 Mio. Euro, und das Weltmuseum, zu dem das Kulturministerium 11,9 Mio. Euro beitragen soll.

Beim Haus der Geschichte Österreich (HGÖ) seien alle Vorbereitungsschritte gesetzt, "ich möchte aber die Finanzierung definitiv sicherstellen und außer Streit stellen", sagte der Minister. Das werde erst im Herbst im Rahmen der Budgetverhandlungen möglich sein, weswegen alle Ausschreibungen, auch jene der wissenschaftlichen Leitung, erst danach erfolgen sollen. Eine Eröffnung gebe es "sicher nicht mehr 2018. 2019 ist relativ wahrscheinlich."

Eine dauerhafte Valorisierung der Bundesförderungen hielte Drozda für sinnvoll, der Finanzminister offenbar weniger. Zumindest mehr Dreijahresverträge möchte der neue Kulturminister im Rahmen der Budgetverhandlungen in den kommenden Jahren erreichen, mittelfristig strebt er einen zusätzlichen zweistelligen Millionenbetrag an. Es gehe um "dauerhafte, nachhaltige und seriöse Finanzierung und nicht ums Verteilen von Almosen".

"Die Presseförderung wollen wir im Herbst breit diskutieren", so der auch für Medienpolitik zuständige Minister. Auch "das Inseratenthema" soll neu strukturiert und koordiniert werden.

Dass zuletzt eine mögliche Mitverantwortung für die Burgtheater-Affäre aus jener Zeit, in der er 1998 bis 2008 kaufmännischer Geschäftsführer war, in Diskussion geraten sei, "ist mir unangenehm. Ich empfinde es als sehr ungerecht, ich lebe aber damit, denn ich weiß, wo meine Verantwortung liegt", sagt Drozda.

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