Gratiszeitung

Dichand soll kritischen Journalismus verboten haben

"Heute"-Herausgeberin Eva Dichand soll dem einstigen Chefredakteur Wolfgang Ainetter kritische Berichterstattung verboten haben. Die 43-Jährige dementiert: "Das habe ich nie gesagt."

"Heute"-Herausgeberin Eva Dichand © APA/Hochmuth
 

"Heute"-Herausgeberin Eva Dichand soll dem früheren "Heute"-Chefredakteur Wolfgang Ainetter während seiner Tätigkeit für die Gratiszeitung kritischen Journalismus verboten haben. Dies berichtete Ainetter, der inzwischen die Regionalausgaben der "Bild"-Zeitung koordiniert, am Wochenende in einem Artikel für das große deutsche Boulevardblatt. Dichand dementierte umgehend.

In einem Beitrag zur Bundespräsidentenwahl schrieb Ainetter über Österreichs polit-medialen Filz:

"Als ich vor fünf Jahren Chefredakteur einer Wiener Tageszeitung wurde, kam nach wenigen Wochen ein Politiker zu mir in die Redaktion: 'Darf ich etwas Gutes für Sie tun? Brauchen Sie eine Wohnung?' Tolle Lage, Miete weit unter Marktpreis - ich lehnte dankend ab. Um ihre Macht abzusichern, kaufen sich Politiker in die Medien ein. Jahr für Jahr gibt die öffentliche Hand mehr als 200 Millionen Euro für Inserate und Werbung aus. Auf die deutsche Einwohnerzahl umgerechnet wären das 2 Milliarden Euro! Interventionen 'von oben' sind Alltag. Als mein Team enthüllte, dass die SPÖ vier Jahre lang direkt aus der Parteizentrale Hunderte gefälschte Leserbriefe über die 'großartige Regierungsarbeit' an Redaktionen im ganzen Land geschickt hatte, sagte meine Herausgeberin: 'Ich verbiete Ihnen kritischen Journalismus.' Ich ging, die verantwortlichen Politiker blieben im Amt."

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

In seinem nächsten Job als "News"-Chefredakteur machte Ainetter Erfahrungen mit der ÖVP. "Sie stornierte nach einer Aufdecker-Story über illegale Parteienfinanzierung schriftlich sämtliche Inserate. Ein Spitzenpolitiker schimpfte in einem Szenelokal: Er werde dafür sorgen, dass der Autor und der Chefredakteur 'in spätestens drei Monaten Geschichte sind'. Ein Demokratieverständnis, das ein bisschen an die Türkei erinnert", so der Journalist.

"Nie gesagt"

Eva Dichand dementierte unterdessen via Twitter, dass sie Ainetter bei "Heute" kritischen Journalismus verboten habe. "Das habe ich natürlich NIE gesagt", schrieb die "Heute"-Eigentümerin. Ainetters Replik: "Das Zitat ist genauso gefallen."

Schon 2012 begründete Ainetter seinen Abgang mit der "politischen und ökonomischen Einflussnahme auf die Redaktion", Dichand machte damals "private Gründe" Ainetters geltend. "Heute" hatte im November 2011 eine Story mit dem Titel "Faymanns falsche Facebook-Freunde schreiben auch Leserbriefe" gebracht. Darin wurde geschildert, dass von einer Internet-Adresse der SPÖ massenweise Leserbriefe an Medien verschickt wurden, die unter falschem Namen erstellt wurden. Einen Tag später gab Ainetter seinen Rückzug bekannt. "Kritischer, unabhängiger Journalismus ist aus meiner Sicht nicht mehr möglich gewesen", so Ainetter damals.

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Danke für Ihr Verständnis.

georgXV
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Hawararepublik

eben typisch für unsere Hawararepublik und Hamat der Kumpalan !!!

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empoerteuch
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Natürlich läuft das so

Im Großen wie im Kleinen, ob Bundesweit oder Lokal. Wer kritisch ist wird ausgehungert. Und in Kärnten war die FPÖ da Vorreiter und führende Kraft. Aber es gibt auch idealistische Medienmacher, denen das piepegal ist und gerade dadurch große Zustimmung erhalten und nicht aufzuhalten und mundtot zu machen sind.

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henry99
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Wird -wahrscheinlich- schon so gewesen sein,

wenn man bedenkt, dass ja auch in einem Wiener Massenblattl die FPÖ und speziell der Hofer nicht kritisiert werden darf, während auf die anderen Parteien hingedroschen wird, vor allem auf die Grünen und Van der Bellen!
Tausenden Hasspostern wird dort dem Anhang Hofers Platz eingeräumt, während pro-Bellen vielfach gelöscht wird.

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Memento mori
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"getürkte" Leserbriefe der Parteien:

das macht jede Partei!
Egal ob SPÖ, FPÖ,ÖVP, Grüne usw - jede Partei hat eigene Anhänger die FÜR die jeweilige Partei - Partei ergreifen und Leserbriefe schreiben. Das ist so.
Aus Ainetter trieft geradezu gekränkte Eitelkeit. Was daran wahr und was schlichtweg gelogen ist, ist unerheblich. Who the fuck is Ainetter???

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trakie180
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das ist

mir schon aufgefallen.
Die Asyllanten werden bei Delikten nicht oder nur sperlich erwähnt.

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Memento mori
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Ihren Deutschkenntnissen und Rechtschreibung nach

sind Sie entweder selbst ein Asylant. Oder ein typischer FPÖ Wähler.

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daFeinspitz
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Ach sind sie was besseres als nicht FPÖ Wähler?

So weit ist´s also schon?

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tomtitan
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gut.menschen sind einfach die besseren!

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