Handschriften-Sammlung

Werk von Martin Luther in einer Bibliothek im Elsass entdeckt

Von Insekten befallen, aber sonst gut erhalten: Das Werk von Martin Luther mit handschriftlichen Notizen des Kirchenreformers soll mit stickstoff behandelt und danach ausgestellt werden.

Handschrift von Martin Luther im Nationalmuseum in Budapest © AP
 

Im Elsass ist ein Werk von Martin Luther (1483-1546) mit handschriftlichen Anmerkungen des Urhebers der Reformation entdeckt worden. Die in lateinischer Sprache verfasste "Abhandlung zur christlichen Freiheit" befand sich in der berühmten Humanistischen Bibliothek des Städtchens Selestat (Schlettstadt), wie ihr Finder James Hirstein am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Sie gehört demnach zu einer Sammlung des Humanisten Beatus Rhenanus (1485-1547). Nach Angaben des Straßburger Beatus-Rhenanus-Experten Hirstein weist Luthers im Jahr 1520 entstandede Abhandlung 50 Anmerkungen in roter Schrift auf, die von Experten als authentisch eingeschätzt wurden. Die Vorlage sei Beatus Rhenanus von einem Augsburger Kanoniker übermittelt worden, berichtete Hirstein, der mehrere Werke über den Humanisten geschrieben hat. Im Jahre 1521 sei das Buch in zweiter Auflage in Basel gedruckt worden. Dabei seien Luthers handschriftliche Korrekturen "praktisch vollständig" berücksichtigt worden. Diese Anmerkungen zeigten besonders deutlich Luthers "besondere Beziehung" zu Gott.

Nach Angaben des Kurators der Humanistischen Bibliothek, Laurent Naas, muss das Werk wegen eines Insektenbefalls zuerst mit Stickstoff behandelt werden, bevor es ausgestellt werden kann. Beatus Rhenanus, ein Freund des Humanisten Erasmus, stammte aus Schlettstadt. Er setzte sich für eine tiefgreifende Reform der Kirche ein, blieb aber katholisch

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