JOB-OMBUDSMANNDienstzeugnis darf Jobsuche nicht erschweren

Die Experten der Arbeiterkammer erklären die Rechte von Arbeitnehmern rund um das Dienstzeugnis

Das Dienstzeugnis zu den Bewerbungsunterlagen geben
Das Dienstzeugnis zu den Bewerbungsunterlagen geben © (c) Picture-Factory - Fotolia
 

FRAGE: Ich suche einen neuen Job und möchte bei der Bewerbung auch ein Dienstzeugnis von meinem jetzigen Arbeitgeber vorlegen. Welche Rechte habe ich?

ANTWORT: Das Gesetz sieht ein Dienstzeugnis vor, das Folgendes enthält: allgemeine Angaben zur Person des Arbeitnehmers, genaue Bezeichnung des Arbeitgebers, Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie Art der Tätigkeit.
Arbeitnehmer haben jedoch keinen Anspruch auf ein Zeugnis, das Angaben über die Qualität der Leistungen enthält (qualifiziertes Dienstzeugnis).
Ein Dienstzeugnis darf in Inhalt und Form nichts enthalten, das Arbeitnehmern das Erlangen einer neuen Stelle erschwert. Allerdings sind Aufbau und Formulierung Sache des Arbeitgebers, natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. Der Zeugnisaussteller muss das Zeugnis unterschreiben. Aus der Beschreibung der Tätigkeit muss sich der Zeugnisleser ein klares Bild machen können, welche Arbeiten der Arbeitnehmer erbracht hat.
Eine inner- oder überbetriebliche Funktion als Interessenvertreter (Betriebsrat, Gewerkschaft) darf im Zeugnis nicht erwähnt werden.
Wenn sich Ihr (Ex-) Arbeitgeber weigert, ein Zeugnis auszustellen oder zu berichtigen (wenn es inhaltlich oder formal nicht dem Gesetz entspricht), sollten Sie Ihren Anspruch schriftlich einfordern. Setzen Sie eine Nachfrist und weisen Sie darauf hin, dass Sie den Rechtsweg beschreiten. Der Anspruch auf ein Dienstzeugnis kann vor dem Gericht geltend gemacht werden.

Kommentare (4)

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BigBang12
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Und die Arbeiterkammer meint

dass ein nur formal richtiges Dienstzeugnis dem neuen Arbeitgeber nicht genug Hinweis darauf ist, dass der Dienstnehmer eventuell eine Pflaume war? Allein ein fehlendes qualifiziertes Dienstzeugnis ist faktisch der Beweis für Probleme am vergangenen Arbeitsplatz, wer auch immer dafür verantwortlich war. Schlaue Firmen legen auf diese Dinge Null wert, machen sich aber in der Probezeit ein genaues Bild vom Stellenbewerber.

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Scaurus
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Warum sollte die AK das meinen?

Steht doch eh da: "Allerdings sind Aufbau und Formulierung Sache des Arbeitgebers"

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hermannsteinacher
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Das ausgestellte Dienstzeugnis von der Rechtsabteilung der Arbeiterkammer überprüfen lassen!

Ein fehlendes Dienstzeugnis ist kein Beweis für Probleme am vergangenen Arbeitsplatz.

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silentbob79
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Wenn im Arbeitszeugnis

"war stets bemüht" steht, ist das auch kein Beweis dafür, dass der Arbeitnehmer quasi alles falsch gemacht hat, trotzdem weiß der jeder potentielle Arbeitgeber, was er davon zu halten hat.

Genauso weiß jeder Personaler, dass es vermutlich Schwierigkeiten gegeben hat, wenn ein qualifiziertes Dienstzeugnis fehlt. Deshalb sind Arbeitszeugnisse heute im Grunde vollkommen wertlos.

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