Alpen-Adria-UniversitätTagung zum erotischen Film aus Italien und England

Zur Geschichte des erotischen Films gibt es, wie Angela Fabris und Jörg Helbig feststellen, gravierende Forschungslücken. Vom 9. bis 11. November lädt das Forschungsteam zu einer internationalen Tagung an die Alpen-Adria-Universität.

Angela Fabris und Jörg Helbig vor Filmpostern im Kino Visionario in Udine
Angela Fabris und Jörg Helbig vor Filmpostern im Kino Visionario in Udine © KK/Cristina Dittadi
 

Erotik ist in der mitteleuropäischen Kultur schon lange kein Tabu mehr, wird sie doch in Medien wie Literatur, Presse oder Bildender Kunst sehr offen präsent. „Lediglich das Kino weicht dem Thema in anachronistischer Weise aus, als ob es eine völlig entgegengesetzte Moral besäße. Möglicherweise hemmt dies auch die akademische Diskussion, jedenfalls existieren solche Berührungsängste in der Filmwissenschaft viel stärker als in den Kunst- und Literaturwissenschaften“, führt Jörg Helbig (Institut für Anglistik & Amerikanistik) aus, der gemeinsam mit Angela Fabris (Institut für Romanistik) die internationale Tagung „Cinerotic: Eroticism in Films and Video Games“, die vom 9. bis 11. November an der Alpen-Adria-Universität stattfindet, leitet.

Helbig und Fabris arbeiten seit Jahresbeginn an einem Forschungsprojekt, in dem es ihnen um die Erschließung von Forschungslücken zum erotischen Film in Italien und England geht. Zur Auswahl dieser beiden Länder erläutert Fabris: „Wir wollen wissen, ob es in der filmischen Darstellung erotischer Inhalte kulturspezifische Unterschiede gibt. Es drängen sich hier einige Klischees auf: Auf der einen Seite Italien, das Land der Sinnlichkeit und Lebensfreude, auf der anderen Seite England, das Land der Zurückhaltung und Prüderie. Symptomatisch hierfür erscheinen Filmtitel wie Fellinis La dolce vita und Cliff Owens No Sex please: We’re British. Aber treffen diese Klischees wirklich zu? Das ist eine der Fragen, denen wir nachgehen wollen.“

In rund 20 Vorträgen werden sich bei der Tagung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich, Italien, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Serbien verschiedenen Aspekten des erotischen Films in Italien und England widmen. Das Programm behandelt unter anderem Filme von Michelangelo Antonioni, Stanley Kubrick, Pier Paolo Pasolini, Dario Argento und Michael Winterbottom. Eröffnet wird die englischsprachige Veranstaltung am 9. November mit einem Workshop zum Thema Erotik in Videospielen.

Die Klagenfurter Konferenz ist Teil einer länderübergreifenden Doppeltagung. Der erste Teil fand von 27. bis 28. Oktober an der Universität Kassel zum Thema „Erotik in Literatur und Theater“ statt.

Hier geht's zum Programm der Klagenfurter Tagung.

 

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