Kleber gegen Feinstaub zeigt Erfolg
Zwischen Wolfsberg und Frantschach wird seit Dezember ein Feinstaubkleber aufgebracht. Dieser zeigt nun Wirkung: Der Uni Graz liegen Ergebnisse vor, dass die Feinstaub- Belastung geringer ist.

Foto © WeichselbraunDer zwischen Wolfsberg und Frantschach-St. Gertraud aufgetragene Feinstaubkleber zeigt Wirkung
Wie unterschiedlich hoch die Feinstaub-Belastung im Lavanttal ist, beweisen die Aufzeichnungen des Umweltbundesamtes: Das Jahr ist zwar erst 53 Tage alt, doch schon jetzt wurde die erlaubte Höchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft heuer in St. Andrä schon an 15 Tagen überschritten, in Wolfsberg an 14 Tagen. Die dritte Feinstaub-Mess-Station, die am Herzogberg bei St. Georgen steht, weist im Vergleich dazu "nur" zwei Überschreitungstage auf.
Kleber zeigt Wirkung
Üblicherweise hat Wolfsberg mit mehr Feinstaub-Überschreitungstagen als St. Andrä zu kämpfen. Während die Bezirksstadt im Vorjahr auf insgesamt 54 Tage kam, waren es in St. Andrä "nur" 34. Doch im Moment liegt St. Andrä in Führung. Der Wolfsberger Umweltreferent Harald Trettenbrein (FPK) führt das auf den Feinstaub-Kleber zurück, der seit Dezember von Wolfsberg bis Frantschach auf Kosten des Landes aufgetragen wird. Um Vergleichswerte zwischen Gemeinden mit Mess-Station zu erhalten, bleibt St. Andrä "kleberfrei". Der Uni Graz liegen die ersten Ergebnisse nun vor, die den Erfolg des Feinstaubklebers bestätigen.
Fernwärme-Netz angedacht
Je nach Witterung kommt der Feinstaubkleber in Wolfsberg und Frantschach noch bis Ende Februar oder Mitte März zum Einsatz. Im nächsten Winter soll dieser dann auch in St. Andrä aufgetragen werden. "Wir denken außerdem im Zuge der Sanierung der Römerstraße über den Bau eines Fernwärme-Netzes nach, an das rund 50 Haushalte angeschlossen werden könnten", sagt der St. Andräer Umweltreferent Heinz Schlatte (ÖVP).
Staubig ist das Tal vor allem wegen der topografisch ungünstigen Beckenlage und des geringen Luftaustausches. Als Hauptverursacher gelten Industrie, Verkehr und Hausbrand. Über die geringe Feinstaub-Belastung im Unteren Lavanttal sagt St. Georgens Bürgermeister Karl Markut (SPÖ): "Wir haben seit 1994 eine Fernwärmeanlage, die immer wieder erweitert wurde. Alle öffentlichen Gebäude in St. Georgen sowie 100 Einfamilienhäuser sind an das Fernwärmenetz angeschlossen."
Messung wegen Kraftwerk
Markut weiter: "Wir profitieren zwar insofern, dass wir keine Autobahn und keine Bundesstraße haben, doch das regionale Verkehrsaufkommen ist sicher gleich hoch, wie in den anderen Gemeinden."
Laut Markut bekam St. Georgen 1990 eine Mess-Station, um die Auswirkungen des slowenischen Braunkohlekraftwerks otanj zu erfassen: "Das riesige Kraftwerk liegt rund 40 oder 50 Kilometer entfernt. Bei Südströmung ist die Belastung nachweisbar."
Features
Fakten:
Feinstaub: Die Statistik des Umweltbundesamtes erfasst alle Tage, an denen die erlaubte Höchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten werden.
Mess-Stellen: Im Tal gibt's drei Stationen, an denen der Feinstaub-Anteil gemessen wird: Beim Kindergarten Reding in Wolfsberg, bei der Volksschule St. Andrä und am Herzogberg bei St. Georgen.
Feinstaubkleber: Dieser wird seit Dezember von Wolfsberg bis Frantschach aufgetragen. In St. Andrä jedoch nicht, um Vergleichswerte zu erhalten.
Feinstaub-Überschreitungstage:
2012: 1. Jänner bis 20. Februar Wolfsberg: 14 Tage St. Andrä: 15 Tage St. Georgen: 2 Tage
2011: Wolfsberg: 54 Tage St. Andrä: 34 Tage St. Georgen: 12 Tage
2010: Wolfsberg: 42 Tage St. Andrä: 41 Tage St. Georgen: 11 Tage








