Gemeinden rüsten auf Fernwärme um
In vielen Städten wird aufgrund der steigenden Heizkosten auf Fernwärme umgestiegen. Im Bezirk haben fünf von neun Gemeinden ihre Mietwohnungen umgerüstet.

Foto © FotoliaAufgrund der hohen Stromkosten steigen jetzt viele Gemeinden bei ihren Gemeindewohnungen auf Fernwärme um
Besonders mit Strom beheizte Wohnungen müssen diesen Winter wegen der Strompreiserhöhung mit Mehrkosten rechnen. Außerdem ist diese Heizart nicht sehr ökologisch. Alternativen wie Fernwärme werden immer beliebter. Die Kleine Zeitung hat bei den Gemeinden nachgefragt, wie die von ihnen vermieteten Gemeindewohnungen geheizt werden und welche Pläne es gibt, den Bezirk umweltbewusster zu machen.
Großteil mit Fernwärme
Von den neun Lavanttaler Gemeinden haben fünf das Heizungssystem ihrer Gemeindewohnungen großteils oder ganz auf Fernwärme umgestellt. "Bei uns sind alle Gemeindewohnungen ans Fernwärmewerk angeschlossen", ist St. Georgens Vizebürgermeister und Wohnungsreferent Simon Leschirnig-Reichel (FPK) stolz, "die Umstellung erfolgte schon vor über zehn Jahren". Auch in Frantschach-St. Gertraud und Bad St. Leonhard werden die meisten Gemeindewohnungen nicht mehr mit Strom geheizt. "Vor etwa fünf Jahren wurde auf Fernwärme umgestellt", so Bad St. Leonhards Bürgermeister Simon Maier (SPÖ), "und es wird von Jahr zu Jahr ausgebaut". In St. Andrä wird ein großer Teil der 240 Gemeindewohnungen schon mit Fernwärme beheizt, einige ältere Objekte sollen künftig umgerüstet werden. Derzeit sei ein Projekt am Laufen, sagt der Leiter der Abteilung für Wohnen Reinhold Guntschnig, die hohen Kosten sind jedoch ein Problem. Man wolle die Umbauten nicht zulasten der Mieter machen, sondern diese aus Rücklagen finanzieren.
Auch in Reichenfels sind einige Gemeindewohnungen an das 2009 beim Sägewerk gebaute Fernwärmewerk angeschlossen. Über die Hälfte werden jedoch noch mit Öl geheizt, bei einem Mieterwechsel sollen auch diese auf Fernwärme umgestellt werden. Die Kosten trägt hierbei teilweise die Gemeinde, teils soll der Mietpreis angepasst werden.
Neues Heizungssystem
"Viele Mieter wollen gar keine Umstellung ihres Heizungssystems", sagt Josef Hasenbichler (FPK), Vizebürgermeister und Wohnungsreferent in St. Paul. Dieses Jahr sollen die alten Gemeindewohnungen, die in den 50er-Jahren erbaut wurden, saniert werden. Ob auch ein neues Heizungssystem installiert wird, liegt an den Bewohnern. Die Gemeinde könne wegen der hohen Kosten für eine neue Heizung nicht alleine aufkommen.
In Preitenegg soll im Rahmen der Volksschulsanierung in den nächsten fünf Jahren ein kleines Fernheizwerk gebaut werden. Dann werden auch die Gemeindewohnungen, die jetzt mit Strom oder Öl geheizt werden, umgestellt. In Lavamünd gab es bereits mehrmals Überlegungen, ein eigenes Fernheizwerk zu bauen, die Pläne seien aber nicht schlüssig gewesen oder vom Betreiber nicht weiterverfolgt worden, so Amtsleiter Martin Laber, die Idee sei jedoch "noch nicht vom Tisch".
Derzeit wird rund ein Drittel der Gemeindewohnungen in Lavamünd noch mit Strom geheizt. "Weg von Öfen und fossilen Brennstoffen", das wünscht sich der Wolfsberger Wohnungsreferent Jürgen Nickel (SPÖ). Es sei "jedoch alles eine Kostenfrage". Über ein solches Projekt in der Schwemmtratten in Wolfsberg wird derzeit schon nachgedacht, es ist, so Nickel, "derzeit jedoch noch nichts fixiert worden".
Features
Gemeindewohnungen im Lavanttal und ihr Heizsystem
Bad St. Leonhard. Rund 120 Wohnungen, über 90 davon Fernwärme, einzeln noch Öl-Zentralheizung, Etagenheizung und Öfen.
Lavamünd. Rund 100 Wohnungen. Ein Drittel Öl, ein Drittel feste Brennstoffe, ein Drittel Strom.
St. Andrä. Rund 240 Wohnungen, großteils Fernwärme und Öl.
St. Paul. 65 Wohnungen, teils noch mit Strom beheizt, der Rest mit Fernwärme.
Wolfsberg. 450 Wohnungen, 203 davon Einzelöfen, 247 aufgeteilt: Elektro-Zentralheizung und Fernwärme.
Reichenfels. 12 Wohnungen, 5 davon Fernwärme, 7 Wohnungen mit Öfen beheizt.
Preitenegg. 24 Wohnungen, 12 mit Strom beheizt, 8 besitzen Öl-Zentralheizung, 4 Wohnungen heizen mit Strom und Kachelofen.
Frantschach-St. Gertraud. Rund 130 Wohnungen, hauptsächlich mit Fernwärme, teilweise mit Öl beheizt, keine Stromheizungen.
St. Georgen. Rund 100 Wohnungen, alle ans Fernwärmewerk angeschlossen.









