Heimplatz nur noch ab Pflegestufe 3
Über 4000 Senioren leben in Kärntner Altenheimen. Jene, die noch recht mobil sind, sollen zukünftig zuhause betreut werden.

Foto © Scheriau
Bis jetzt gibt es in Kärnten keine Zugangsbeschränkungen bei Alten- und Pflegeheimen - nächstes Jahr hat das ein Ende. Das Land setzt auch in diesem Bereich im Sozialbudget den Sparstift an. "Ab 1. Jänner 2010 wird es Plätze in Pflegeheimen nur noch ab der Pflegestufe drei geben", sagt Sozialreferent Christian Ragger. "Für Senioren mit Pflegestufe eins und zwei gibt es die Möglichkeit zu betreutem Wohnen." Hier folgt das Land der Empfehlung des Rechnungshofes. Auch Oberösterreich und Niederösterreich haben bereits ähnliche Modelle umgesetzt.
In Kärnten leben zurzeit mehr als 4000 Senioren in 63 Alten- und Pflegeheimen. 1000 von ihnen gehören der Pflegestufe eins und zwei an. "Diese Personen wollen oft gar nicht ins Altenheim, sind noch sehr mobil, aber können nicht mehr alles selbst erledigen", sagt Barbara Berger-Malle, Leiterin der Sozialabteilung des Landes. "Sie brauchen zum Beispiel Hilfe beim An- und Auskleiden, beim Zubereiten von Mahlzeiten und beim Einkaufen." Das Land kosten die 1000 Senioren laut Ragger 20 Millionen Euro. Der Sozialreferent rechnet vor, welche Ersparnis Pensionisten, die nicht ins Altenheim gehen, dem Land bringen könnten: "Wenn 200 Leute über mobile Dienste oder betreutes Wohnen betreut werden, ersparen wir uns vier Millionen Euro." Ein Heimplatz koste den Steuerzahler 20.000 Euro im Jahr, schließlich gebe es nur zehn Prozent Selbstzahler. Aber für all jene, die bereits mit Pflegestufe eins und zwei im einem Altenheim wohnen, gibt es Entwarnung: "Sie können dort bleiben."
Betreutes Wohnen
Aus diesem Grund setzt das Land ab nächstem Jahr auf betreutes Wohnen. "500 Plätze sind für 2010 geplant", sagt Ragger. Ein Platz in einer betreuten Wohneinheit nach dem Beispiel der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe koste laut Sozialreferent das Land 2400 Euro. In St. Andrä im Lavanttal wurden dieser Tage die Schlüssel an die zukünftigen Bewohner einer betreuten Wohnanlage überreicht.
Außerdem wolle man Tagesstätten, Übergangspflege und mobile Dienste ausbauen. "Ein Tagesstättenprojekt für Klagenfurt wird im Jänner oder Feber in Betrieb gehen", sagt Berger-Malle. "Das ist ein Angebot für jene, die einen Pflegefall in der Familie haben und ihren Beruf nicht aufgeben wollen." In dieser Tagesstätte werden 15 Personen unter der Woche von 8 bis 16 Uhr betreut.
130 Millionen für Senioren
Das Land gibt für Alten- und Pflegeheime sowie mobile Dienste im Jahr 130 Millionen Euro aus. "2010 werden es wegen der demografischen Entwicklung bereits 140 Millionen Euro sein", sagt Ragger.
Features
Einstufungen
Pflegebedarf im Sinne der Pflegegeldgesetze liegt vor, wenn man bei Betreuungsmaßnahmen (Kochen, Essen, Medikamenteneinnahme etc.) und Hilfsverrichtungen wie Reinigung der Wohnung Unterstützung braucht.
Pflegegeld wird in sieben Pflegestufen eingeteilt - je höher die Stufe, desto mehr Geld bekommt man. Der Pflege- und Betreuungsbedarf muss mehr als 50 Stunden pro Monat betragen und mindestens sechs Monate andauern.








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