"Ich bin Österreicher, Polizei zweifelte daran"
Schikane oder Kontrolle? Über eine Stunde wurde Lkw-Fahrer Rajah Jeyaseelan von der Polizei aufgehalten. Nur wegen seiner Hautfarbe - fürchtet der Tamilese.
Was macht einen "richtigen Österreicher" aus? Staatsbürgerschaftsnachweis, Pass, Führerschein oder die Hautfarbe? Rajah Jeyaseelan (38) lebt seit 18 Jahren in Wolfsberg, seit 2002 haben er und seine Familie die österreichische Staatsbürgerschaft. Der Tamilese (eine verfolgte Volksgruppe in Sri Lanka) spricht perfekt Deutsch und hat seit geraumer Zeit einen fixen Arbeitsplatz als Lkw-Fahrer.
Bürger zweiter Klasse. Trotzdem hat er die Erfahrung gemacht, dass er immer wieder als Bürger zweiter Klasse behandelt wird. Zuletzt am Donnerstag vorvergangene Woche bei einer Verkehrskontrolle auf der A2 bei Völkermarkt. "Während einer Arbeitsfahrt wurde ich länger als eine Stunde festgehalten, weil mich die Polizisten für einen Illegalen hielten nur wegen meiner Hautfarbe", erzählt er gegenüber der Kleinen Zeitung. "Ich habe meinen Führerschein gezeigt, aber die Beamten wollten unbedingt eine Aufenthaltsbewilligung sehen?", so Jeyaseelan. "Sie glaubten mir nicht, dass ich Österreicher sei. Deswegen machten sie eine Computerabfrage mit meinem Namen."
Missverständnis. Jeyaseelan wollte seinen Augen nicht trauen, als er das Ergebnis dieser Recherche hörte: "Man sagte mir, dass mein Visum seit Juni abgelaufen sei." Ein Missverständnis, das leicht aufzuklären gewesen wäre: "Einer meiner Freunde ist Polizist. Ich wollte ihn anrufen, aber das wurde mir verwehrt." Erst nach hartnäckigen Drängen Jeyaseelans führten die Beamten eine zweite Computer-Abfrage. Ergebnis: Jeyaseelan ist seit 2002 österreichischer Staatsbürger. Was ihn im Nachhinein besonders ärgert: "Es gab kein Wort der Entschuldigung. Stattdessen behandelten mich die Beamten weiterhin wie einen Kriminellen und forderten mich auf, das nächste Mal meinen Pass mitzuführen."
Erinnerungslücken. Seitens der Verkehrspolizei kann man sich an den Vorfall nicht erinnern. "Aber bei Personen, die nicht aussehen wie Österreicher, sind die Beamten besonders vorsichtig", bietet Kommandant Adolf Winkler eine mögliche Antwort. "Wenn dieser Herr glaubt, dass ihm Unrecht getan wurde, kann ich ihm nur raten, eine Beschwerde bei der Abteilungsleitung zu machen." "Das werde ich tun", kündigt Jeyaseelan an.















