Bauern droht bis zu einem Jahr Haft
Quälerei von Stier im Lavanttal sorgt für Empörung. Polizei ermittelt. Dem Bauern droht wegen unglaublicher Tierquälerei bis zu ein Jahr Haft.

Foto © KLZ/Weichselbraun
Unter dem Verdacht der absichtlichen schweren Tierquälerei steht seit Donnerstagnachmittag ein Bauer (57) aus St. Gertraud. Der Landwirt fuhr, wie berichtet, in den Vormittagsstunden von seinem Hof mit dem Traktor samt Angänger auf eine rund drei Kilometer entfernte Weide. Mit Helfern sollte dort ein zwei Jahre alter Jungstier in den Hänger verladen und zur Klauenpflege in den heimatlichen Stall gebracht werden. Das rund 400 Kilogramm schwere Tier sah rot. Schnaubend und zerrend trat der Stier mehrmals so stark gegen den Hänger, dass dieser fahrunfähig wurde.
Strick durch Nasenring
Dann zog der Bauer dem Stier, so erste Ermittlungen der Polizei, einen Strick durch den Nasenring und band das zweite Ende im Bereich der Fahrerkabine an den Traktor. Dann fuhr er mit der Zugmaschine angeblich im Schritttempo und rollte mit dem Stier im Schlepptau über die Landesstraße talwärts in Richtung Bauernhof. Nach rund zwei Kilometern stoppte eine, von einem Lkw-Lenker alarmierte Streife der Polizeiinspektion St. Gertraud das Gespann.
"Der Stier hat am Bauch und an den Vorderläufen stark geblutet", so Amtstierarzt Valentin Maierhofer, der die Nottötung des Tieres an Ort und Stelle sowie den Abtransport des Kadavers in die Tierkörperverwertung anordnete. "Wir haben es hier mit einem Akt unglaublicher Tierquälerei zu tun", so Maierhofer. Dem Bauern droht bis zu ein Jahr Haft. "Durch die exzessive Laufstallhaltung werden die Tiere immer aggressiver", sagt Rene Tarmann, Kärntens einziger gewerblicher Klauenpfleger.















