Pilzsaison könnte bald enden
Schwammerlfreunde haben Hochsaison, doch witterungsbedingt könnte die Sammelzeit heuer früher enden. Vor allem im Oberen Lavanttal sprießen die Pilze.
Steinpilze, Herrenpilze und Eierschwammerl sind im Lavanttal die vorwiegenden Pilzsorten, die jedes Jahr gesucht und zum Verzehr auf den heimischen Tellern serviert werden. Aufgrund des mäßigen Regens ist das Untere Lavanttal nicht von einer Schwammerlflut begünstigt. Besser sieht es im Oberen Tal aus: "Hier gibt es zwar Schwammerl, aber dennoch nicht übermäßig viele", bestätigt Gerhard Scheiber, Bezirksleiter der Bergwacht Wolfsberg.
Einige italienische Autos
Mit dem Mangel an Pilzen bleibt auch die Flut an Anzeigen und Strafen aus. Laut Gesetz ist es jeder Person erlaubt, zwei Kilogramm pro Kopf am Tag zu sammeln. In manchen Wäldern ist das Schwammerlsuchen generell verboten. "In diesem Jahr ist uns noch keine Überschreitung der Höchstmenge von zwei Kilogramm bekannt", sagt Scheiber.
Einheimische, aber auch Steirer lassen sich die Suche nach den heimischen Delikatessen nicht nehmen. "Ein paar italienische Autos sieht man in unseren Schwammerlgebieten. Plünderungen durch die Italiener, wie es sie im Oberkärntner Raum gibt, sind bei uns jedoch nicht zu finden", erklärt der Leiter der Bergwacht.
Scheiber sieht jedoch witterungsbedingt bereits bald das Ende der Schwammerlsaison kommen - das offizielle Enddatum ist der 30. September. Danach dürfen keine Pilze mehr gesammelt werden. Sollten in der verbleibenden Zeit noch Schwammerl geplündert werden, erwartet die Pilzfreunde eine Geldstrafe der Bezirkshauptmannschaft, die sich auf bis zu 3600 Euro belaufen kann.
Um den Schwammerljägern auf der Spur zu sein, kontrollieren Polizei und Bergwacht an verschiedenen Orten. Dafür gibt es eine eigene Diensteinteilung. "Die beschlagnahmten Schwammerl werden unter Rücksprache mit der Bezirkshauptmannschaft einem karitativen Zweck gespendet und zum Beispiel an ein Seniorenheim übergeben, wenn diese die Eierschwammerl, Steinpilze, Herrenpilze und auch Parasole möchten. Andere Sorten werden im Lavanttal kaum beschlagnahmt. "Viele kennen sich nicht gut genug aus und bleiben bei den gängigen Pilzarten", sagt Scheiber.
Verwechslungsgefahr
Der Parasol gilt übrigens als Leckerbissen unter den Pilzsorten in den heimischen Wäldern. Er wird oft paniert serviert. Bekannt ist, dass er immer wieder mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz verwechselt wird, dessen Verzehr tödlich enden kann. "Wir haben zum Glück seit rund 20 Jahren keinen Fall mehr im Lavanttal gehabt, wo aufgrund einer Verwechslung der Pilze jemand zu Schaden gekommen oder gar gestorben ist", sagt Scheiber.
Features
FAKTEN
Regelung. Grundsätzlich ist das Schwammerlsuchen in den Kärntner Wäldern zwischen 8 und 17 Uhr erlaubt. Waldbesitzer können es aber auch gänzlich verbieten. Dann muss aber mit Schildern darauf aufmerksam gemacht werden.
Menge. Pro Tag und Person sind zwei Kilo erlaubt.
Saison. Diese endet am 30. September.














