Urlauben mit Hindernissen im Tal
Der Bedarf an barrierefreien Urlaubsangeboten steigt. Im Tal gibt's aber nur vereinzelt barrierefreie Zimmer und ein Taxi mit Rampe.

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Seit knapp einem Jahr läuft das EU-geförderte Projekt "Anders ist normal" mit Sitz in St. Andrä. Ein grenzüberschreitendes Tourismusprojekt, das das Lavanttal als Urlaubsregion für Menschen mit Beeinträchtigung attraktiv machen soll. "Der Bedarf an barrierefreien Urlaubsangeboten für älter werdende und beeinträchtigte Menschen steigt. Das ist hier eine Marktlücke", sagt Projektleiter Harald Lange. So sollen unter anderem Beherbergungsstätten, die für Beeinträchtigte ausgerüstet sind, begutachtet und auf der Homepage aufgelistet werden.
Geringes Interesse
Trotz Werbung und kostenlosen Beratungen hält sich das Interesse der Lavanttaler Hoteliers jedoch in Grenzen. Bei den Informationsabenden in den Gemeinden kamen nie mehr als drei Personen. Die Organisation wandte sich dann persönlich an die Betriebe. Bisher sind acht überprüfte Betriebe aus dem Lavanttal auf der Homepage aufgelistet, die zumindest teilweise barrierefreie Zimmer haben. Lange: "Viele Betriebe scheuen vor hohen Investitionen zurück." Auch die angekündigten sechs barrierefreien Zimmer beim Wirtshaus Kainz in Kleinrojach sind nach wie vor nicht im Bau. Die Sorge, ob das Angebot wirklich genützt wird, steht bei den meisten Betrieben im Raum. Doch ohne passende Unterkunft könne man keine beeinträchtigten Urlaubsgäste vermitteln. "Aufgrund der mangelnden barrierefreien Übernachtungsmöglichkeiten im Lavanttal mussten wir uns auch im Bereich Klopeiner See umsehen", sagt Lange. Darüber hinaus gäbe es neben den wenigen rollstuhlgerechten Zimmern im Tal nur ein Taxi mit einer Rampe, in dem ein Rollstuhlfahrer Platz hat.
Laut Lange sind es oft kleine Dinge, die Beeinträchtigten den Urlaub erleichtern können, wie beispielsweise ein Lift, in dem die Etage per Lautsprecher durchgesagt wird, oder ein Klebestreifen auf der ersten und letzten Stufe einer Stiege für blinde Personen.
Features
FAKTEN
Beeinträchtigung. 20 Prozent der Bevölkerung in Österreich werden als beeinträchtigt angesehen. Dazu zählen auch ältere Personen.
Grenzüberschreitend. Das EU-Projekt "Anders ist normal" bezieht sich auf Unterkärnten und die slowenische Region Koroka.
Barrierefrei. Ende 2015 sollen öffentliche Gebäude barrierefrei sein.
Kontakt. Harald Lange bietet kostenlose Beratungen an. E-Mail: h.lange@anders-ist-normal.eu, 0 66 4 / 517 85 73.














