A 2: Kommt Tempo 100 an "staubigen" Tagen?
Die Wolfsberger SPÖ will Tempo 100 auf der Autobahn beantragen - an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung. ÖVP und Grüne sind dafür, die FPK dagegen.

Foto © KLZ/KanizajErreichen die Feinstaubwerte einen kritischen Wert, schalten die Überkopfanzeigen auf der Autobahn in Graz und Klagenfurt auf Tempo 100. Auch in Wolfsberg wird nun für die A 2 über eine solche Maßnahme diskutiert
Wolfsberg zählt zu Österreichs Feinstaub-Hochburgen. Heuer wurde bereits 15 Mal die erlaubte Höchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten, in St. Andrä sogar 17 Mal. Mit dem Feinstaubkleber im Winter und einer Förderung für den Tausch alter Heizanlagen wird versucht, das Problem in den Griff zu kriegen. Andere Ideen verstauben seit Jahren, etwa die Forderung nach Tempo 100 auf der Autobahn - und zwar an Tagen mit zu hoher Feinstaubbelastung.
"Aus meiner Sicht wäre an Tagen mit schlechter Luftgüte Tempo 100 auf der Autobahn zwischen St. Andrä und dem Gräberntunnel vor Bad St. Leonhard richtig, da es laut Experten zur Reduzierung des Feinstaubs beiträgt", sagt Wolfsbergs Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz: "In der nächsten Gemeinderatssitzung wird die SPÖ einen diesbezüglichen Antrag einbringen." In Klagenfurt und im Großraum Graz ist Tempo 100 bei hohen Feinstaubwerten längst gang und gäbe - zum Leidwesen vieler Autofahrer. Steigen die Werte in einen kritischen Bereich, schalten die elektronischen Überkopfanzeigen auf Tempo 100. Werden die Werte besser, sind wieder 130 km/h erlaubt. Schlagholz: "Was in Klagenfurt und Graz richtig ist, kann in Wolfsberg nicht falsch sein."
Widersprüchliche Studien
Rückendeckung gibt's von den Grünen: "Nachdem das Tal extrem vom Feinstaub belastet ist, fordern wir schon lange Tempo 100 auf der Autobahn, wie in Klagenfurt und Graz", sagt Gemeinderätin Monika Eichkitz: "Es gibt zwar widersprüchliche Studien über die Sinnhaftigkeit, doch Klagenfurt und Graz hätten das längst aufgehoben, wenn es nichts bringen würde." Auch ÖVP-Stadtrat Josef Steinkellner hält Tempo 100 für sinnvoll: "Dadurch würde auch die Lärmbelästigung geringer werden. Ich finde, Tempo 100 würde von Wolfsberg-Süd bis zum Gräberntunnel reichen, aber das müsste man sich im Detail anschauen. Ob es sich positiv auf die Feinstaubbelastung auswirkt, weiß ich nicht, wir sollten erst Vergleichswerte von Klagenfurt und Graz einholen."
Als "kompletten Schwachsinn" bezeichnet FPK-Chef und Umweltreferent Harald Trettenbrein die Idee: "Es ist die größte Lüge, dass bei Tempo 100 weniger Feinstaub entsteht. Man würde für die Strecke länger brauchen und müsste mit einem niedrigeren Gang fahren, weshalb der Ausstoß höher wäre. Tempo 100 ist nur eine Alibi-Aktion und bringt auch in Klagenfurt nichts." Ob Tempo 100 kommt, kann die Gemeinde ohnehin nicht entscheiden. Diese kann nur einen Beschluss fassen oder eine Resolution beschließen - und an das Land schicken, das letztlich darüber entscheidet.
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Abschnitt. Über ein Tempo-100-Limit an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung wird diskutiert.
Strecke. Betroffen wäre die A 2 von St. Andrä bis zum Gräberntunnel, also rund 18 Kilometer. Zeitverlust durch Tempo 100: rund zweieinhalb Minuten.













