Ein großer "Bahnhof" für das Lavanttal
Modellstudien zeigen, wie der InterCity-Bahnhof in St. Paul ausschauen wird, der 2023 mit der Fertigstellung der Koralmbahn in Betrieb gehen wird. Die Region soll optimal angebunden werden.

Foto © KK/ÖBBModellstudien des Verlaufs der Koralmbahn im Gemeindegebiet von St. Paul. Die Gleise der regionalen Lavanttalbahn laufen über eine neue Brücke
Meine Damen und Herren, wir erreichen in Kürze den Bahnhof Lavanttal. Sie haben Anschluss mit dem Regionalzug nach Wolfsberg." Es wird noch viel Wasser die Lavant hinunterrinnen, bis diese oder eine ähnliche Durchsage in einem österreichischen InterCity-Zug ertönen wird. Faktum ist jedoch, dass das Lavanttal mit der Fertigstellung der Koralmbahn einen InterCity-Bahnhof in St. Paul erhalten wird. Geht es nach dem aktuellen Zeitplan, wird es im Jahr 2023 so weit sein.
Was bis dahin passiert, können sich Interessierte in einer ÖBB-Infobox im Ortsteil Mitterpichling anschauen. "Ein wichtiger Schritt in die Zukunft" hat ein Mann in das Gästebuch geschrieben. Nicht alle sind so begeistert und fürchten sich vor Bau- und Bahnlärm. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Westportal des Koralmtunnels.
"Beim Portal in der Weststeiermark und hier entstehen zwei neue InterCity-Bahnhöfe", sagt ÖBB-Sprecher Christoph Posch. "Beide werden die Aufgabe haben, die Koralmbahn mit den regionalen Verkehrslinien zu verbinden." Seit 2008 laufen die Vorbereitungsarbeiten: die Lavant wurde verlegt, die St. Pauler Landesstraße und eine neue Überfahrtsbrücke wurde errichtet, zudem wurde die Trassenführung der Lavanttalbahn geändert. Über 30 Millionen Euro wurden bereits investiert. Ab 2014 wird das zukünftige Bahnhofsgelände vorerst zum Baustellenzentrum für den Koralmtunnel.
Modellstudien für den Bahnhof Lavanttal gibt es bereits. Mehrere Bahnsteige sind geplant, eine großflächige Park & Ride-Anlage und ein Betriebsgelände. Nähere Details können die Verantwortlichen noch nicht nennen, auch der Baubeginn ist nicht abschätzbar. Zuerst müssen Koralmtunnel und Tunnelkette Granitztal fertig sein, erst dann kann der neue IC-Bahnhof entstehen.
Features
Koralmbahn
Politisch wird sie seit Jahrzehnten entweder gehasst oder als Jahrhundertprojekt gefeiert. Mittlerweile deutet aber alles darauf hin, dass die 130 Kilometer lange Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt tatsächlich zu Ende gebaut wird. Rund 80 Kilometer der Strecke befinden sich bereits in Bau. Bis 2023 soll die Hochleistungsstrecke, die aus internationaler Sicht einen Teil der sogenannten Baltisch-Adriatischen-Achse darstellt, in Betrieb gehen. Insgesamt werden bis dahin über 5,3 Milliarden Euro investiert. Die Strecke Graz - Klagenfurt wird dann in einer Stunde bewältigbar sein.
Kernstück und zugleich der mit Abstand kostenintensivste Abschnitt der Koralmbahn ist der zweiröhrige Koralmtunnel mit einer Länge von knapp 33 Kilometern. Der Tunnel entsteht zwischen Frauental in der Weststeiermark und St. Paul im Lavanttal. An den beiden Tunnelportalen werden dann zwei neue InterCity-Bahnhöfe errichtet, die für eine entsprechende Anbindung an den regionalen Bahn- und Busverkehr sorgen sollen.















