Erscheinungen sorgen für Aufsehen
Dem "Seher" Caputa soll die Muttergottes in Bad St. Leonhard fünf Mal erschienen sein. In zwei Diözesen in Italien hat er "Auftrittsverbot".

Foto © Traussnig
In den letzten zwei Jahren soll dem italienischen "Seher" Salvatore Caputa die heilige Maria auf dem Schlossberg in Bad St. Leonhard fünf Mal erschienen sein. Obwohl das "Wunder" nur ihm vorbehalten bleibt, pilgern immer wieder hunderte Gläubige dorthin. Als Caputa 2011 das Wasser vom Bürgerbrunnen segnen ließ, kommen laut Tourismusstadtrat Dieter Dohr zwischendurch immer wieder Busse mit Gläubigen, die literweise Wasser abfüllen. Immerhin sei es laut Caputa "Gnadenwasser".
Die Kirche distanziert sich: "Caputas Wirken und Offenbarungen werden von der Kirche nicht anerkannt." Während der Seher in zwei Diözesen in Italien Auftrittsverbot hat, kann die Kirche im Tal nichts tun. "In beiden Diözesen in Italien hätte das Spektakel in Kirchen sein sollen, was der Bischof ablehnte. Nachdem der Schlossberg öffentlicher Grund ist, kann es die Kirche nicht verbieten. Wir können nur appellieren, Caputas Privatoffenbarungen nicht beizuwohnen", so Pfarrer Walter Oberguggenberger.
Geben Sie Ihre Stimme ab!
Die Marienerscheinungen in Bad St. Leonhard sind nicht nur ein viel diskutiertes Thema innerhalb der Politik, der Kirche oder unter Gewerbetreibenden, auch in der Bevölkerung teilen sich die Meinungen. Wir wollen deshalb wissen, wie Sie zur Marienerscheinung stehen und ob Sie daran glauben? Teilen Sie uns ihre Meinung mit! Bis Mittwoch um 12 Uhr können Sie entweder für "Ja" oder "Nein" stimmen. Um an der Abstimmung teilnehmen zu können, müssen Sie nicht angemeldet sein. Die Ergebnisse der Befragung werden am Donnerstag preisgegeben.
Hunderte pilgern zum Schlossberg
Seit Mai 2010 soll dem italienischen "Seher" Salvatore Caputa bereits fünf Mal die heilige Maria am Schlossberg in Bad St. Leonhard erschienen sein. Während bei der ersten Erscheinung rund 500 Schaulustige und Gläubige auf den Schlossberg pilgerten, kamen beim jüngsten Spektakel bereits knapp 1000 Gläubige. Am 27. Oktober um 16.30 Uhr soll die Jungfrau laut Caputa wieder erscheinen.
Brunnenwasser wurde gesegnet
Bei der Erscheinung im Oktober 2011 wurde das Wasser des Bürgerbrunnens von einem Pater aus Bozen gesegnet. Seitdem wurden laut Tourismusstadtrat Dieter Dohr tausende Liter von Gläubigen abgefüllt, da es laut Caputa über Heilkräfte verfügen soll. Achtung: Auch wenn das Wasser keimfrei ist, ist es kein Trinkwasser, da der Brunnen an der alten Versorgungsanlage der Stadt hängt.
Medien berichteten österreichweit
Als unbezahlbare Werbung für die Gemeinde sehen die Bad St. Leonharder Politiker die Berichte über die Marienerscheinungen. Immerhin war das mediale Interesse im Vorfeld der ersten angeblichen Erscheinung am 1. Mai 2010 enorm: Radiosender, alle möglichen Zeitungen und sogar das Fernsehen berichteten darüber. Und so zog das erste Spektakel auch viele Schaulustige an.


















