Trockenheit im Tal lässt Preise steigen
Futterengpässe und drastische Preiserhöhungen im Lavanttal: Die Kleine Zeitung hat sich bei der Felderbegehung umgehört.

Foto © APSpeziell die Heupreise stiegen rekordartig an
Eine solche Situation habe ich in meinen 22 Jahren im Agrarbereich noch nicht erlebt", sagt Peter Streit, Agrar-Verantwortlicher des Raiffeisen-Lagerhauses Lavanttal, gestern bei der jährlichen Lavanttaler Felderbegehung.
Diese fand heuer in Maria Rojach statt und wurde von der Landwirtschaftskammer und der Landwirtschaftlichen Fachschule St. Andrä organisiert. Gemeint sind damit Futterengpässe und drastische Preissteigerungen aufgrund der Trockenheit im Tal. Bereits im Vorjahr hatten die Landwirte mit der Witterung zu kämpfen: Extreme Temperaturen im Juli und fehlender Niederschlag ließen die Ernte unterdurchschnittlich ausfallen - die Preise am Markt stiegen. "Das Problem liegt darin, dass die Betriebe kaum Futtervorräte ansammeln haben können, vor allem im Grünlandbereich erzielten die Bauern minderwertige Erträge", so Johann Jantschgi, Leiter der Landwirtschaftskammer in Wolfsberg.
Rekordpreise bei Heu
Das spüren die Bauern im Lavanttal jetzt deutlich an den Futtermittelpreisen, die zwischen zehn und 15 Prozent gestiegen sind. "Es wurde doppelt so viel Raufutter verkauft und gehandelt, wie in den vergangenen Jahren", sagt Streit. Von den Futter-Engpässen besonders betroffen seien die Bauern im Oberen Lavanttal. Auch Viehbestände seien reduziert worden.
Besonders tief in die Tasche greifen, müssen die Bauern für Heu, der Preis hat sich mehr als verdoppelt. "Normalerweise kostet die Tonne Heu zwischen 150 und 180 Euro, momentan 260 Euro", sagt Hans Egger, Grünlandreferent der Landwirtschaftskammer Kärnten. Da aber bereits der erste Heuschnitt erfolgte, sollten die Preise bald wieder sinken. Das Lagerhaus musste Heu zukaufen, meist von Niederösterreich, Oberösterreich, und dem Burgenland, aber auch aus Italien und der Slowakei. Die zahlreichen Landwirte bei der Felderbegehung, sorgen sich um ihre Ernte: "Wir leiden schon seit Jahren an den geringen Niederschlägen, heuer ist es extrem. Ich habe Angst, dass die Trockenheit zunimmt", sagt Hermann Jakobitsch, Landwirt aus Paierdorf, der seit Jahren einen Anstieg der Futtermittelpreise wahrnimmt.















